Fritz Schmid von der Kiersper Flüchtlingsinitiative (rechts) berichtete von positiven Erfahrungen mit Arbeitgebern.

Kierspe. Unternehmen in der Region bewegen sich. Sie bieten Flüchtlingen Praktika oder befristete Verträge an. Noch handelt es sich um Einzelfälle. Die Erfahrungen sind gut. Das berichteten Vertreter Kiersper Unternehmen bei einer Informationsveranstaltung im Kiersper sozialen Bürgerzentrum „Hand in Hand“. Im Mittelpunkt stand die schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

„Für müssen ein politische Signal für den Abbau von Integrationshemmnissen geben“, forderte SIHK-Präsident Harald Rutenbeck auf der vom Kiersper Verein „Menschen helfen“ initiierten Veranstaltung. „Wir dürfen nicht in Egoismen und Hartherzigkeit verkommen.“ Dier Wirtschaft in Südwestfalen werde mit gutem Beispiel vorangehen.

Eins dieser Signale ist ein Pilotprojekt, über das SIHK-Mitarbeiterin Pauline Henne bei der Veranstaltung informierte. Zusammen mit der Stadt Hagen startet die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer am Montag einen Kurs für 16 Flüchtlinge im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Es handelt sich um Männer mit sicherer Bleibeperspektive und Vorkenntnissen in Deutsch. Sie stammen aus elf unterschiedlichen Nationen.

SIHK-Präsident Harald Rutenbeck (links mit Renate Holke, Jobcenter MK und Jörg Schuhmacher, Migrationsbeauftragter der Agentur für Arbeit).
SIHK-Präsident Harald Rutenbeck (links mit Renate Holke, Jobcenter MK und Jörg Schuhmacher, Migrationsbeauftragter der Agentur für Arbeit).

Sie nehmen sechs Wochen an der Qualifizierung im Technischen Bildungszentrum der SIHK in Hagen teil. Zu Beginn steht ein vierwöchiger, berufsbezogener Sprachkurs. Anschließend frischen die Projektteilnehmer ihre Fertigkeiten in einem zweiwöchigen Lehrgang mit Ausrichtung auf Schweiß-, Dreh- und Metalltechnik auf. Die SIHK stellt den Kontakt zu Unternehmen her, damit die Flüchtlinge anschließend in ein dreimonatiges Praktikum vermittelt werden können.

Kapazitäten für mehr Angebote vorhanden

Die Betriebe und die Flüchtlinge haben in dieser Zeit Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und die Asylbewerber können auf diese Weise einen wichtigen Schritt in die Arbeitswelt machen. Im nächsten Jahr soll ein weiterer Kurs für Jugendliche folgen. „Wir hätten Kapazitäten für deutlich mehr Angebote“, erläuterte Pauline Henne. Allerdings fehlten die Grundlagen für eine solide Finanzierung.

Zu den weiteren Angeboten der SIHK für eine bessere Integration gehört unter anderem die Beratung und Information von Betrieben, die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und Existenzgründung sowie bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, die Vermittlung in Einstiegsqualifizierungen und Ausbildung.

Einfacher auf den Arbeitsmarkt

Vor den rund 60 Teilnehmern, darunter Mitglieder der Flüchtlingsinitiativen aus den vier Volmeorten sowie Unternehmensvertretern, erläuterte Achim Schirmer, Leiter des Fachdienstes Aufenthaltsrecht und Integration beim Märkischen Kreis das neue das neue Gesetz zur Einstufung weiterer Staaten als sichere Herkunftsländer. Jörg Schumacher, Migrationsbeauftragter der Agentur für Arbeit und Renate Holke vom Jobcenter Märkischer Kreis sprachen über Zugangserleichterungen zum Arbeitsmarkt. Schuhmacher: „Wichtig ist, dass sich die Flüchtlinge bei uns melden. Nur dann können wir unserem Beratungsauftrag nachkommen.“ Dann könne die Agentur für Arbeit unter bestimmten Bedingungen auch Sprachkurse fördern.

Vertreter der Flüchtlingsinitiativen drängten in der Gesprächsrunde auf die Lockerung und „kreative Auslegung“ von Vorschriften zugunsten der Flüchtlinge. Das könne die schnelle Integration in den Arbeitsmarkt erheblich erleichtern.

 

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