Asylbewerber
Bürgermeister Jan Nesselrath besuchte mit Mitarbeitern der Verwaltung die sanierte Unterkunft.

Meinerzhagen. Nach einer knapp viermonatigen Sanierungsphase ist die Asylbewerberunterkunft an der Immecker Straße wieder bezugsfertig. Davon konnten sich heute die Mitglieder des Rates, die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter und Medienvertreter vor Ort überzeugen. „Da musste unbedingt etwas gemacht werden. Der Zustand war nicht mehr menschenwürdig“, sagte Bürgermeister Jan Nesselrath. Jetzt können die Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens wieder unter guten Bedingungen untergebracht werden. Die Einrichtung soll zügig wieder belegt werden. Als erstes werden die Asylbewerber einziehen, die in die Gymnastikhalle der Hauptschule und in das Übergangswohnheim in Wilkenberg ausweichen mussten.

Grundlegende Maßnahmen

Nach 25 Jahren ihrer Nutzung stufte die Stadt Meinerzhagen die Asylbewerberunterkunft im vergangenen Jahr trotz regelmäßiger kleinerer Renovierungsarbeiten als dringend sanierungsbedürftig ein. Gleichzeitig zeichnete sich ab, dass auch auf längere Sicht mit steigenden Flüchtlingszahlen zu rechnen sein wird, so dass die Stadt als Betreiberin sich für grundlegende Maßnahmen mit langfristiger Perspektive entschied. Die gesamte Unterkunft wurde freigezogen und unter baulichen und hygienischen Aspekten umfassend saniert.

Im Zuge der Sanierung wurden Teile des Unterbodens sowie alle Bodenbeläge komplett erneuert, Leichtbauwände ersetzt und neue Zimmertüren eingebaut. Auch die elektrischen Anlagen wurden in weiten Teilen neu installiert und Bewegungsmelder eingebaut. Brandschutztechnische Auflagen wie der Einbau von Feuerschutztüren und Rauchwarnmeldern wurden ebenfalls überprüft und erfüllt.

Neben herkömmlichen WCs auch Stehtoiletten

Alle Räume wurden neu gestrichen. Ein besonderes Augenmerk lag bei der Sanierung auf den Sanitärräumen: Ein eigenständiger Sammeldusch- und Waschraum, neue Toilettenräume sowie ein Waschmaschinen- und Trockenraum – alle mit Lüftungsanlage – bieten nun für die kommenden Jahre einen einfachen, aber guten Standard. Neben herkömmlichen WCs wurden sogar Stehtoiletten eingebaut.

Platz für weitere Küche

Nun bietet die renovierte Asylbewerberunterkunft Platz für 40 Personen, wobei sie männlichen Bewohnern vorbehalten ist. Insgesamt zwölf Mehrbettzimmer jeweils mit Bett, Kleiderschrank und Stuhl stehen jedem Bewohner zur Verfügung. In allen Räumen stehen außerdem ein Kühlschrank, ein Tisch sowie ein Unterschrank bereit. Eine neue Gemeinschaftsküche, und zwei möblierte Gemeinschaftsräume können von den Bewohnern zusammen genutzt werden. Im Bedarfsfall kann eine zweite Küche eingerichtet werden; ein Raum im Erdgeschoss wurde dafür vorbereitet.

Asylbewerber
Jeweils vier Personen müssen sich die einfach eingerichteten Räume teilen.

Für die Dauer der Sanierungsarbeiten waren die Bewohner seit Oktober 2014 in verschiedenen Einrichtungen untergebracht: Ein Großteil bezog Wohnungen, die die Meinerzhagener Baugesellschaft zur Verfügung gestellt hatte. Außerdem wurden vorübergehend die städtische Notunterkunft im Ortsteil Wilkenberg sowie zuletzt der Gymnastikraum einer Turnhalle zur Unterbringung genutzt. Einige Flüchtlinge wurden für die Zeit privat beherbergt.

Unterstützung – mehr als reine Unterbringung

Neben der Unterbringung spielt auch die persönliche Betreuung der Menschen in der Asylbewerberunterkunft eine wesentliche Rolle. Dabei geht es neben einer konkreten Ansprache um Hilfestellungen bei der Organisation des Alltags. Aus diesem Grund hat die Stadt auch an dieser Stelle ihre Unterstützung aufgestockt: Zwei Mitarbeiter sind täglich vor Ort, um die Asylbewerber in allen Belangen zu begleiten. Besonders wichtig ist auch die ehrenamtliche Hilfe, die im vergangenen Herbst unter großer Anteilnahme der Bürgerinnen und Bürger angelaufen ist und die sich zu einem festen Bezugspunkt für die Flüchtlinge in Meinerzhagen entwickelt hat.

160 Menschen aus 30 Ländern

Zurzeit leben etwa 160 Menschen aus über 30 Ländern in Meinerzhagen, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben. Davon werden 40 Menschen die Asylbewerberunterkunft an der Immecker Straße beziehen. Für einige Familien wurden darüber hinaus längerfristig Wohnungen der Meinerzhagener Baugesellschaft angemietet; andere sind privat untergekommen. Die Wiederinbetriebnahme der Asylbewerberunterkunft bringt allerdings nur eine teilweise Entspannung in der Frage nach der Unterbringung.

Stadt sucht Wohnraum

Für die kommenden Monate zeichnet sich ein Anstieg der Flüchtlingszahlen ab. Kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten bietet beispielsweise die Obdachlosenunterkunft, die auch in den vergangenen Monaten genutzt wurde. Für die Dauer eines Asylverfahrens reicht sie aber nicht aus. Deshalb ist die Stadt Meinerzhagen weiterhin dringend darauf angewiesen, dass auch privater Wohnraum zur Verfügung gestellt wird, insbesondere für Familien oder Alleinerziehende mit Kindern. Wer eine solche Möglichkeit bereitstellen möchte, sollte sich an Frau Silvia Markus, Telefon 02354/77-150, Email s.markus@meinerzhagen.de wenden.

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