Einzelhändler befürchten durch einen Wegfall von Parkplätzen in der Innenstadt, dass noch weniger Kunden zu ihnen kommen. Laut Ratsbeschluss sollen die Stellplätze in der unteren Wilhelmstraße und am Alten Markt wegfallen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Zum Parkraumkonzept Innenstadt hat der Rat in seiner Sitzung am Dienstag (30. Mai) beschlossen, dass die derzeitigen öffentlichen Parkplätze in der unteren Wilhelmstraße und am Alten Markt im Zuge der Innenstadtsanierung wegfallen. Der Beschluss wurde mit der Mehrheit von SPD, FDP und PWG gefasst. Die CDU-Fraktion und der parteilose Diethardt Küppers stimmten dagegen.

Durch diesen Beschluss entfallen insgesamt 17 öffentliche und 4 geduldete Stellplätze in diesem Bereich, der zur reinen Fußgängerzone wird. Zugelassen sind dann noch Lieferverkehr und Sondernutzungen in Einzelfällen. Als Ersatz für die wegfallenden Stellplätze ist eine Nutzung des obersten Parkdecks des Parkhauses Offenbornstraße (22 Plätze) geplant. „Entsprechende Verhandlungen wurden mit dem Eigentümer des Parkhauses geführt“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Entscheidung über Parkhaus Brachtstraße vertagt

Weiterer zusätzlicher Parkraum soll im geplanten Parkhaus Brachtstraße (75 Plätze) entstehen. Der Beschluss dieses Bauvorhabens, das durch die Preisentwicklung im Baugewerbe erheblich teurer würde als ursprünglich angenommen, stand am Dienstag im nichtöffentlichen Sitzungsteil auf der Tagesordnung. Ein Beschluss wurde allerdings nicht gefasst, vielmehr von der Politik der Verwaltung ein neuer Arbeitsauftrag erteilt. Die Ergebnisse sollen spätestens in der nächsten Ratssitzung am 27. Juni vorgestellt werden.

Hillert: Gutachten geht an Situation in Plettenberg vorbei

Heiko Hillert (CDU) eröffnete die Debatte um das Parkraumkonzept. Das von einem Planungsbüro erstellte Gutachten, das eine erhebliche Reduzierung des KFZ-Verkehrs und der Stellplätze im gesamten Innenstadtbereich empfiehlt, gingen an der Situation in Plettenberg vorbei. Das Gutachten lege großstädtische Maßstäbe an. „Das ist Plettenberg aber nicht. Die Plettenberger wollen in der Innenstadt parken, kurze Wege zu den Geschäften haben, keine Flaniermeile.“ Eine ausgewogene Lösung für Einzelhändler, Kunden und Anlieger biete das Gutachten nicht. „Bis zu 80 Stellplätze in der Innenstadt vernichten und für ein Parkhaus an der Brachtstraße 1,7 Millionen Euro extra ausgeben, das macht die CDU nicht mit“, erklärte Hillert.

Schrader: Autos in der Innenstadt tragen nicht zur Belebung bei

Wolfgang Schrader vertrat für die SPD die entgegengesetzte Meinung. „Einige Autos, die herumstehen, tragen nicht zur Belebung der Innenstadt bei“, sagte er. Es gehe um 20 Stellplätze in der unteren Wilhelmstraße und am Alten Markt und für die werde an der Offenbornstraße Ersatz geschaffen. „Das ist 20 Meter entfernt, das ist den Plettenbergern zuzumuten.“ Die Parkpalette an der Brachtstraße sei notwendig. Dort würden Langzeitparkplätze z.B. für die Mitarbeiter im Rathaus, P-Center und zukünftig auch des Modehauses am Maiplatz geschaffen. „Mit dem Isek wollen wir die Innenstadt neu gestalten. Diese Chance müssen wir nutzen. Das, was wir jetzt haben, hat in den vergangenen 20 Jahren nicht funktioniert.“

Hellwig: Nicht labern, sondern handeln

In dieselbe Kerbe schlug Carsten Hellwig (FDP): „Wir wollen acht Millionen Euro investieren. Da kann es nicht einfach heißen: Wir machen weiter so wie bisher.“ Es habe sich in den letzten Jahren wenig verändert in der Innenstadt. Die wenigen neuen Geschäfte seien Gastronomiebetriebe. „Dazu passt kein KFZ-Verkehr.“ Insgesamt werde das Parkplatzangebot durch das Parkhaus Brachtstraße erweitert, daher sei die FDP trotz der Verteuerung für den Bau. „Auf jeden Fall muss jetzt etwas passieren. Wir dürfen nicht immer nur labern, sondern müssen handeln.“

Küppers: Marmorböden bringen keinen neuen Einzelhandel

Diethardt Küppers vermisst die Begründung, wie und warum sich die Innenstadt durch das Isek beleben soll. „Marmorböden bringen keinen neuen Einzelhandel in unsere Stadt. Andere Kleinstädte erhalten die Parkplätze für den Einzelhandel, wir machen sie weg“, kritisiert er. Er regte an, kurzfristig ein Bürgerforum zu diesem Themenbereich zu veranstalten, was Bürgermeister Ulrich Schulte aber in der Kürze der Zeit für nicht realisierbar hielt.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Autos die dort stehen müssten nicht sein denke ich. Die Pizza und die Wettscheine kann man auch zu Fuß schnell abholen. Aber die Belebung der Innenstadt ist davon bestimmt nicht abhängig. Kaputt wird die Innenstadt durch die großen Ketten außen herum. Die Läden die noch vorhanden sind werden auch bald verschwunden sein wenn jetzt ein großes Modegeschäft kommt. So ist es vorher schon passiert mit Haushaltswaren, Spielzeugläden, Schuhgeschäften usw. Erst verdrängen die Großen die Einzelhändler und dann machen sie zu wenn die Umsätze nicht mehr so stimmen wie geplant.
    Hat aber einen Vorteil wenn in Plettenberg außer foot nichts mehr zu bekommen ist: Wir brauchen keine Parkplätze mehr und können Kosten für Parkhäuser sparen.

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