Der sorglose Umgang mit Smartphone und Co. beim Autofahren kann zum Blindflug führen. Bei mehreren Verstößen in kurzer Zeit drohen drastische Strafen bis hin zum Fahrverbot © HaywireMedia - Fotolia.com

Lüdenscheid. Die gute Nachricht zuerst. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten im Lüdenscheider Stadtgebiet ist im vergangenen Jahr um 44,7 Prozent gesunken. 21 Verkehrsteilnehmer (Vorjahr 38) erlitten auf den Straßen der Bergstadt schwere Verletzungen. Damit ist Wachleiter Volker Mürmann nicht unzufrieden. „Aber hinter diesen statistischen Zahlen stehen Schicksale“, sagt er. Familien leiden mit den Opfern, Verletzungen führen zu Beinträchtigen, möglicherweise sogar im Berufsleben. „Unsere Aufgabe ist es auch, Leid zu lindern“, betont Volker Mürmann. Deshalb habe die Polizei weiter ein klares Ziel: „Noch weniger Verletzte und Tote auf unseren Straßen.“

Jeder schwere Unfall ist eine Tragödie

Jeder schwere Unfall ist eine Tragödie. Der einzige Todesfall auf Lüdenscheider Straßen ist ein Beispiel dafür, welches Leid ein Unfall nach sich ziehen kann. Timmbergstraße im Frühjahr 2014: Ein älterer Pkw-Fahrer kämpft plötzlich mit gesundheitlichen Störungen. Er verliert die Gewalt über sein Fahrzeug und prallt schließlich gegen einen Baum. Er wird schwer verletzt. Seine Frau stirbt an den Unfallfolgen. Davon weiß der Mann im Krankenhaus zunächst einmal nichts. Solche Schicksale gibt die Statistik nicht preis. „In diesem Fall sind alle beteiligten Behörden einschließlich Polizei und Staatsanwaltschaft äußerst rücksichtsvoll und mit viel Fingerspitzengefühl vorgegangen“, berichtet Volker Mürmann.

Unter dem Strich die die Zahl der Unfälle im Lüdenscheider Stadtgebiet von 3152 auf 3130 um 0,7 Prozent gesunken. Bei insgesamt 31 Unfällen, an denen Kinder beteiligt waren, wurden 26 Kinder leicht und zwei schwer verletzt. Die Schulwegunfälle sind von vier auf drei gesunken. Bei 19 Unfällen unter Beteiligung von Jugendlichen (15 bis 17 Jahre) wurden 14 leicht und zwei schwer verletzt. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Jahr 2013. 149 junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) waren 2014 an Unfällen beteiligt. 38 wurden leicht verletzt, zwei schwer. Die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Senioren (65 Jahre und älter) ist von 120 auf 104 gesunken. 20 der älteren Verkehrsteilnehmer wurden leicht, drei schwer verletzt.

Mehr verletzte Kradfahrer

Die Zahl der Unfälle mit Kradfahrer ist von zwölf auf 22 gestiegen. Die Bilanz: 17 leicht verletzte und fünf schwer verletzte Biker, deutlich mehr als 2013.

Im Landesvergleich stehen Lüdenscheid ebenso wie der gesamte Märkische Kreis nicht schlecht da. „Wir gehören zu den sichersten Kreis in Nordrhein-Westfalen“, sagte Dieter Bruder, Chef des Verkehrsdienstes bei der Vorstellung der neuen Zahlen.

Sicherstellung und Auswertung von Smartphones

An erster Stelle der Regelverstöße stehen nach wie vor die überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Unfälle bei Abbiegemanövern. Was der Polizei große Sorge bereitet: Immer mehr Autofahrer lassen sich von ihren Smartphones ablenken. Das gelte auch für Radfahrer und Fußgänger. Die Ablenkung durch Handynutzung entspreche der Wirkung von 0,8 Promille. „Wir werden deshalb mehr aufklären, kontrollieren, sanktionieren und konsequent bei Verkehrsunfällen vorgehen“, kündigt die Polizei deshalb an. Dabei gehe es nicht nur um saftige Geldstrafen, sondern gegebenenfalls auch um die Sicherstellung und Auswertung von Smartphones.

 

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