Stellten das Projekt des RAAM-Teams 2019 in den Märkischen Kliniken vor: Markus Gärtner, Thomas Gemke, Dr. Thorsten Kehe, Julian Becker, Detlef Krüger, Frank Lachnitt und Thorsten Skodra. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Herscheid. Markus Gärtner aus Herscheid ist Triathlet. Das Radfahren ist seine Stärke. In rund zweieinhalb Jahren muss er diese Stärke voll ausspielen. Zusammen mit Julian Becker (Herscheid) Sven Dunker (Plettenberg) und Milivoje Nilovic (Meinerzhagen) will er als RAAM-Team das legendäre „Race across America“ fahren und möglichst weit vorn landen. Zusammen bilden die vier Sportler das „RAAM-Team 2019“.

Am Mittwoch stellten sich Markus Gärtner und Julian Becker zusammen mit Teamorganisator Frank Lachnitt im Klinikum Hellersen vor. Die Herausforderung könnte kaum größer sein: Das Rennen führt über rund 4800 Kilometer von der West- zur Ostküste durch zwölf US-Bundesstaaten, 55.000 Höhenmeter, über 3000 Meter-Pässe in den Rocky Mountains und durch die Höllenhitze der Mojave-Wüste, in der es bis zu 45 Grad heiß werden kann. „Wir sind froh, wenn wir sie gesund wieder sehen“, sagte Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken, am Mittwoch.

Schlafentzug und die Nerven . . .

Die Veranstalter haben den Teilnehmern sein Zeitlimit von zwölf Tagen und fünf Stunden gesetzt. Markus Gärtner gibt sich zuversichtlich: „Im Training sind wir immer. Ich rechne mit acht Tagen.“ Er glaubt, dass der Schlafentzug und die Nerven der gesamten Gruppe am meisten zu schaffen machen werden. Hinter den vier Fahrern steht ein achtköpfiges Team. Es hat sich die bestmögliche Verpflegung und Betreuung der Fahrer auf die Fahne geschrieben.

Mit von der Partie ist Frank Lachnitt, Krankenpfleger und Atemtherapeut im Klinikum, der selbst ein leidenschaftlicher Triathlet ist. Susanne Weber, Oberärztin der Klinik für Anästhesie am Klinikum wird sich als Teamärztin und Hobbysportlerin um die medizinische Versorgung der vier Racer kümmern. Dazu kommen ein Physiotherapeut, ein Radtechniker und zwei Navigatoren. Und natürlich die Rennmaschinen.

Zwei Räder für jeden Fahrer

„Ein Rennrad für die langen graden Strecken und ein Rernnrad für die Berge“, sagte Markus Gärtner. Anschauungsmaterial hatte er gleich mitgebracht, darunter das Rad, das er 2015 die 180 Kilometer für den Ironman-Run auf Hawaii eingesetzt hat. Es wird ihn auch durch Amerika begleiten.

Bei einigen Simulationen wollen die Männer herausfinden, welcher Rhythmus für das RAAM-Team beim Rennen am besten eignet. Klar ist, dass über die gesamte Distanz ununterbrochen gefahren werden muss. Markus Gärtner glaubt, dass ein stündlicher Fahrerwechsel das Beste wäre. „So fahren wir am schnellsten.“

Das Radfahren ist die Stärke von Markus Gärtner. 2019 muss er sie beim Race across America voll ausspielen.
Das Radfahren ist die Stärke von Markus Gärtner. 2019 muss er sie beim Race across America voll ausspielen.

Das Rennen mit seinen Ultra-Herausforderungen ist ein hochklassiges Sportevent. Zudem dient es wohltätigen Zwecken. Das RAAM-Team 2019 tritt für die Palliativstation des Klinikums Hellersen an.

Von der Arbeit der Palliativstation beeindruckt

„Damit wollen wir etwas an die Station zurückgeben“, sagt Markus Gärtner und denkt dabei an einen Sportkollegen, der vor Jahren plötzlich schwer erkrankte und auf der Station bis zum friedlichen Tod zuhause liebevoll gepflegt worden ist. Das hat damals alle Sportler von TriSpeed Herscheid stark beeindruckt. Thorsten Skodra, Leitender Oberarzt der Palliativmedizin, ist von der Idee des Teams begeistert. „Spenden tragen dazu bei, dass wir den Patienten Therapieangebote machen können, die über das übliche Budget nicht bezahlt werden können.“

RAAM-Team
Mit Mammut-Herausforderungen kennt sich Markus Gärtner aus. Im Herbst 2015 bewältigte er den Ironman-Run auf Hawaii.

Um seine Kosten von rund 50.000 Euro zu decken, sucht das Team Sponsoren. Einige Unternehmen unterstützen die Sportler bereits.

Landrat als Schirmherr

MK-Landrat Gemke hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. „Wir unterstützen das RAAM-Team bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbung um Spendengelder“, sagt Thomas Gemke. Jeder Cent, der in die Therapie unheilbar Kranker fließt ist gut eingesetzt.“ Gleichzeitig setzt er darauf, das durch den Publicity-Effekt gemeinsamer Aktionen der Radsport und der Radtourismus im Märkischen Kreis beflügelt wird. So hat das RAAM-Team bereits zugesagt, geplante Rennradrouten im Märkischen Kreis zu testen. Auch beim „Autofreien Volmetal“ sind gemeinsame Aktionen geplant.

Wer kann wie unterstützen?

Wie können Interessen das Team und die Palliativstation unterstützen? Privatpersonen können Kilometer kaufen. Ein Kilometer kostet sechs Euro. Ein Euro geht an die Palliativstation. Wer mit höheren Beträgen dabei sein will, kann sich unter http://www.raamteam2019.de/#xl_Anker:32Sponsor über weiteres Sponsoring informieren.

Das Team wird alles Geld spenden, das unter dem Strich übrig bleibt. „Ein fünfstelliger Betrag für die Palliativstation – das wäre ein Traum“, sagt Markus Gärtner. Eine Top-Platzierung wäre außerdem auch nicht schlecht. Beides zusammen ist eine Riesen-Herausforderung. Aber das ist dem Team klar: „Deshalb machen wir es ja“, lacht Markus Gärtner.

 

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