Die haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Johanniter und der Kirchengemeinde Oberrahmede bedanken sich für die herausragende Spendenbereitschaft.

Lüdenscheid. „Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist überwältigend“. Wer zurzeit mit Aktiven der Lüdenscheider Johanniter und der Kirchengemeinde Oberrahmede spricht, blickt in leuchtende Augen, hört Begeisterung. Vor zwei Wochen haben sie die Hilfe für 160 Flüchtlinge in der ehemaligen Grundschule ihrer Gemeinde übernommen und vor einer Woche die Bevölkerung gebeten, Baby- und Kindersachen zu spenden.

Die Lüdenscheider haben gespendet. So zahlreich, dass mittlerweile „alle Lagerkapazitäten ausgeschöpft sind“, berichten Johanniter-Sprecherin Jutta Beißner und Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg. Und: „Alle sollen wissen, wie dankbar wir sind, dass diese beeindruckende Unterstützung da ist.“ Doch mehr Sachspenden können zurzeit nicht mehr angenommen werden.

Pause bei den Sachspenden

Die Lagerkapazitäten der Kirchengemeinde Oberrahmede sind erschöpft.
Die Lagerkapazitäten der Kirchengemeinde Oberrahmede sind erschöpft.

Nicht nur den beiden, auch Pfarrer Thorsten Brinkmeier, Presbyterin Renate Weigel, Ines Gallenkamp und Ruth Ruhl aus dem großen ehren- und hauptamtlichen Helferinnen- und Helferkreis sind sichtlich stolz auf „ihre Lüdenscheider“. Dass es Unterstützung für die Flüchtlinge gibt, dass war Ihnen klar. Dass die Solidarität derart großartig ausfällt, das übertraf alle Erwartungen.

Dabei haben sich die Bergstädter allerhand einfallen lassen. Ganze Belegschaften legten zusammen. Auch Geschäftsleute wurden aktiv. Viele Lüdenscheider schauten in den eigenen Schränken nach gut erhaltenen Sachen und manche setzten sich sogar an die Nähmaschine. „Eine Frau hat 33 Kuschelkissen genäht“, berichtet Ruth Ruhl von einem vollgepackten Auto.

„Ein Riesenteam wächst zusammen“

Jutta Beißner: „Wir sind in zwei Wochen ein Riesenteam geworden.“ Weit über 100 Ehrenamtliche leisten dabei große und kleine Beiträge. „Wenn Hilfe gebraucht wird, reicht ein Anruf in der Nachbarschaft,“ sagt Renate Weigel. Natürlich würden auch die Flüchtlinge stets mit anpacken. „Wo können wir helfen, was können wir tun,“ sei eine der am häufigsten gestellten Fragen.“ In Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern hat eine Englischlehrerin einen Stundenplan aufgestellt, der regelt, wann wer der 160 Kinder und Erwachsenen an den Lern- und Beschäftigungsangeboten teilnimmt.

Ehrenamtliche geben Deutschunterricht

„Studenten und Rentner bieten Deutschunterricht an“, berichtet Jutta Beißner. Für die Kinder gebe es zudem Spieleangebote. Auch Gitarrenunterricht konnte realisiert werden. Das Angebot kommt gut an. Zusammen singen, sich daran erfreuen, gemeinsam Lachen. Das tut gut nach Wochen und Monaten der Flucht, in Zeiten der Ungewissheit. Dass das auch mal nach 22 Uhr zu hören war, soll eine Ausnahme bleiben, versprechen die Verantwortlichen.

Die Flüchtlinge in der ehemaligen Schule kommen aus 14 unterschiedlichen Nationen. Keiner von ihnen weiß, wie es aktuell weiter geht. Wer wird als Flüchtling rechtstaatlich anerkannt, wer nicht? Was kommt dann? Das sind für alle zurzeit offene Fragen. Fest steht, in Lüdenscheid sind die Flüchtlinge nur vorübergehend.

„Ganz anders als im Fernsehen“

Ein Vorrübergehend, dass Ihnen allerdings etwas Positives beschert. Das Erleben von von Unterstützung. „Das ist ein super-starkes Zeichen“, freut sich Pfarrer Thorsten Brinkmeier darüber, dass die gelebte und erlebte Solidarität und Hilfsbereitschaft im Fokus der Menschen steht. Viele, vielleicht auch mit Blick in die europäische Geschichte, machen sich die menschliche Dimension der Flüchtlingsproblematik bewusst, erkennen, wie Pfarrerin Deitenbeck-Goseberg es formuliert: „Das könnte auch ich sein.“

Eine ehrenamtliche Helferin berichtet: „Manche haben bis zu einem halben Jahr Flucht hinter sich, haben ihr Kind stets auf dem Arm tragen müssen.“ Ergriffen schildert sie den Blick einer jungen Mutter, als sie ihr kleines Kind in einen gerade gespendeten Buggy setzen kann. „Hier erlebst du das Thema Flüchtling sein ganz anders als im Fernsehen.“

Die Kontaktaufnahme zu den Johannitern in Lüdenscheid ist über ein Kontaktformular möglich.

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