Der riesige Raupenkran wird alle Elemente bis auf 133 Meter Höhe auftürmen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Von Minustemperaturen lassen sich die Teams von Enercon, Mark-E und Stadtwerke Iserlohn nicht bremsen. Bei Schnee und eisiger Kälte montieren auf dem Berghahn hoch über der Versetalsperre riesige Betonelemente für die gemeinsame Windkraftanlage von Mark-E und Stadtwerke Iserlohn. Vor kurzem hat der 600 Tonnen schwere Raupenkran das erste Ringsegment auf den Sockel gehievt. Allein dieses Teil wiegt 100 Tonnen. Jetzt sitzt es fest auf dem Fundament, eingebettet in Pagel, einem ganz speziellen Vergussmörtel, der innerhalb von 24 Stunden aushärtet.

Zeit ist Geld beim Bau des 133 Meter hohen Turms

Erik Höhne (linksZ und Dr. Klaus Weimer sind stolz auf das gemeinsame Projekt. Foto: Wolfgang Teipel
Erik Höhne (linksZ und Dr. Klaus Weimer sind stolz auf das gemeinsame Projekt. Foto: Wolfgang Teipel

Zeit ist Geld beim Bau der 133 Meter hohen Turms. Der riesige Spezialkran des Kran- und Logistikunternehmens Maxikraft aus der Lausitz kostet.  Noch hat er seine Aufgabe aber nicht gelöst. Insgesamt 24 Ringelemente muss der Kranführer noch auftürmen, dann folgen noch zwei Stahlturmelemente von jeweils 46 Meter Länge. Erst dann hat der Turm seine endgültige Höhe von 133 Meter erreicht. Sind die 115,7 Meter langen Flügel montiert, erreicht die Anlage eine Gesamthöhe von 195 Metern.

Regionale Projektentwicklung Windenergie

Die Projektpartner, die sich in der „Windkraft Versetal GmbH & Co. KG zusammengeschlossen haben, sind stolz darauf, dass die Anlage jetzt Formen annimmt. „Mark-E hat dieses Projekt mit eigenem Personal und Know-how vom ersten Strich auf dem Papier entwickelt“, sagte Erik Höhne, Vorstandssprecher von Mark-E, am Montag bei einem Termin vor Ort. „Es ist ein Meilenstein beim Aufbau unseres Geschäftsfeldes regionale Projektentwicklung Windenergie.“

Auch Dr. Klaus Weimer, Geschäftsführer und Sprecher der Stadtwerke Iserlohn, zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden. Die Stadtwerke Iserlohn haben sich in den vergangenen jahren intensiv mit dem Ausbau innovativer Energieerzeugung beschäftigt. So haben wir hohe Investitionen in effiziente konventionelle und erneuerbare Energien getätigt.“ Deshalb freue er sich besonders, bald auch in der Heimatregion eine Windkraftanlage betreiben zu können, die die Bürger mit sauberer Energie beliefern werde.

Die Projektverantwortlichen zeigen vor dem grünen Sockel den riesigen Bauplan für die Anlage. Foto: Wolfgang Teipel
Die Projektverantwortlichen zeigen vor dem grünen Sockel den riesigen Bauplan für die Anlage. Foto: Wolfgang Teipel

Ende März 2017 ans Netz

Zum Zeitplan: Bis Ende dieser Woche sollen die 24 Ringelemente verbaut sein. Dann erfolgt die Montage der beiden Stahlturmsegmente. Die anschließende Montage der Gondel und der Flügel ist für Februar vorsehen. Ende März soll die Anlage ans Netz gehen.

Mark-E und Stadtwerke Iserlohn investieren insgesamt fünf Millionen Euro in das Projekt. Aufgrund der leistungsstarken Anlage und des windgünstigen Standortes auf einer Höhe von rund 460 Metern erwarten beide Unternehmen einen jährlichen Energieertrag von rund 7,5 Millionen Kilowattstunden. Das reicht rein rechnerisch aus, um mehr als 2000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen. Der Betrieb der Windkraftanlage erspart zudem der Umwelt im Vergleich zum derzeitigen deutschen Strommix bei einer angenommenen Betriebsdauer vom 20 Jahren 110.000 Tonnen Kohlendioxid.

Impressionen von der Baistelle. Collage: Wolfgang Teipel
Impressionen von der Baustelle. Collage: Wolfgang Teipel

Bei der Auswahl des Standortes auf dem Berghahn haben Grundstücksbesitzer und Forstwirt Hermann-Josef Freiherr von Hövel und die Projektpartner auf größtmögliche Umweltverträglichkeit geachtet. Sie wählten einen lichten Fichtenbestand, der durch Borkenkäfer, Blitzschlag und den Orkan Kyrill in Mitleidenschaft gezogen worden war. Energieerzeugung im Einklang mit der Natur – das ist für Hermann-Josef Hövel ein bedeutsamer Punkt. Seine Familie bewirtschaftet seit mehreren hundert Jahren Wälder in Westfalen. Er denkt wie Klaus Leßmann von Mark-E und schon weit in die Zukunft. „Sollte es in 25 Jahren eine bessere Form der Energiegewinnung geben“, sagt der Mark-E-Elektrotechnikmeister, „könnte die Anlage komplett zurückgebaut werden.“ Selbst vom Betonsockel werde nichts übrigbleiben. „Dann könnten meine Urenkel hier spielen“, meint von Hövel. Das sei an Standorten ehemaliger AKWs und anderer Kraftwerke undenkbar.

 

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