Sascha Korf
Sparkassendirektor Markus Hacke und Kulturhaus-Leiter Stefan Weippert überreichten am Freitag Sascha Korf die Lüdenscheider Lüsterklemme samt Preisträger-Scheck.

Lüdenscheid. Es läuft für Sascha Korf. Im Februar 2014 wurde der Comedian aus Köln bei den Lüdenscheider Kleinkunsttagen mit der Lüdenscheider Lüsterklemme ausgezeichnet. Wenig später erhielt er aus den Händen von Sparkassendirektor Markus Hacke und Kulturhaus-Leiter Stefan Weippert den mit 1200 Euro dotierten Publikumspreis beim Wettbewerb um den „Stuttgarter Besen“. Am Freitag, 19. Dezember, nahm er vor seiner Preisträger-Vorstellung im Lüdenscheider Kulturhaus die Auszeichnung und den damit verbundenen Geldpreis von 1500 Euro in Empfang. „Sacha Korf ist auf der Bühne ein fantastischer Künstler und hinter der Bühne auch ein wunderbarer Mensch.“ So charakterisierte Stefan Weippert den Preisträger, der sich selbst als „Spontan-Kabarettisten“ bezeichnet. Am Freitag präsentierte er sein neues Programm „Wer zuerst lacht, lacht am längsten“.

Sascha Korf hat ein Händchen für Menschen

Sascha Korf hat ein Händchen für Menschen. Er plaudert mit dem Publikum, zeigt Vertrauen, indem er einem Zuschauer seinen Preisscheck für die Dauer der Vorstellung anvertraut, macht Witzchen über die Sparkasse Lüdenscheid, die sich als Hauptsponsor der Kleinstkunsttage engagiert. Und – er vergisst auch nicht die vier Kollegen, die im Februar dieses Jahres vom Publikum auf die Plätze zwei bis fünf verwiesen worden waren. „Sendet ihnen einen fetten Applaus“, fordert Sascha Korf und das Publikum schickt prompt den erwünschten Gruß an Anna Piechotta, Michael Feindler, Frank Grischek und Sabine Domogala auf die Reise. Das kommt an.

Großmeister der Spontanität

Sascha Korf
Sascha Korf in Aktion.

Korf gilt als der Großmeister der Spontanität. Das stellte er eindrucksvoll unter Beweis. Der Funke sprang von der ersten Sekunde an über. Der Mann eroberte mit seinem neuen Programm „Wer zuerst lacht, lacht am längsten“ die Herzen der Kleinkunstfreunde im Handumdrehen. Er holt Besucher auf die Bühne, ist fair zu den Statisten und nötigt niemand. Am liebsten sieht er es aber, wenn Menschen spontan auf seine Show einsteigen.

Gut gelaunte und pfiffige Statisten

So wie Kai Pritschow, der im Agenten-Stück um das verschwundene Tunnellicht in Lüdenscheid für sämtliche Geräusche und Nebenrolle zuständig ist. Pritschow imitierte Wecker, einen Drucker und die philippinische Agentin Mai Ling so spontan, wie es sich der Meister gewünscht hatte. Dass Sascha Korf tatsächlich improvisiert, verrät seine Mimik und Gestik. Über überraschende Wendungen in seinen Mini-Stücken muss er oftmals selbst lachen. Kai Pritschow und andere Bühnengäste präsentierten sich vor großen Publikum als gut gelaunte und pfiffige Statisten – so entsteht Spontan-Kabarett erste Güte.

Schwule Fußballer und Abnehm-Apostel

Der Comedian nimmt aber auch sich selbst und seine Umwelt auf die Schüppe. Die Weightwatchers haben es ihm angetan. “Ich  bin inzwischen im Kaloriendispo“, nimmt er den Punkteplan der Abnehm-Apostel aufs Korn. „Ich hab mir schon welche aus dem März geliehen.“ Das Schwulen-Outing eines prominenten Fußballers wie Thomas Hitzlsperger findet er klasse und freut sich auf den Tag, an dem Hooligans ihm liebevoll zuwinken. „Man muss das mal ganz unverkrampft sehen.“

Etwas verkrampfter sieht Korf die Smartphone-Manie seiner Mitmenschen. Er äfft sie nach: gekrümmter Gang, den Blick starr aufs Display gerichtet. Das macht ihm Sorgen. „Sie laufen rum wie die Neandertaler.“ Denen sei es aber schlecht ergangen. Warum hat der Steinzeitmensch nicht überlebt? Korf weiß es. „Weil er kein Netz hatte.“ Rosige Aussichten für alle, die ohne ihr Smartphone hilflos erscheinen.

Ungeheure Bühnenpräsenz

Von Facebook hat der Kölner die Nase voll. „Ich hasse meine Mutter. Jetzt bin ich mit ihr befreundet – auf Facebook.“ So spitzt die Turbo-Zunge Sascha Korf die Dinge zu und nimmt das Publikum mit zu den Wurzeln seiner Schlagfertigkeit und Spontanität.

Der Mann strahlt auch auf der großen Bühne im Kulturhaus eine ungeheure Präsenz aus. Dass er große Teile seines Programms tatsächlich erst im Laufe des Abends aufbaut, mag man kaum glauben. Immerhin kommt er so spontan rüber, dass man es für möglich hält.

 

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