Die einheitliche Kartongröße gestattet aumsparendes Packen. Foto: H. Willnat

Kierspe. Hilfe ist unterwegs. Zum Ende der Woche hat der Kiersper verein Kinder von Tschernobyl e. V. seinen zweiten Hilfstransport in diesem Jahr abgeschickt. Mit dabei sind etwa 13,5 Tonnen an gebrauchter Kleidung, Wäsche, Fahrräder, Kinderwagen und Matratzen. Ziel ist der Partnerverein „Bereginja“ in Wischgorod.

Einheitliche Kartongrößen erleichtern das Verladen. Foto: H. Willnat
Einheitliche Kartongrößen erleichtern das Verladen.
Foto: H. Willnat

Der Transport selbst wird von dem Hilfs- und Missionswerk „Friedensstimme“ aus Marienheide-Rotthausen durchgeführt. Diese Organisation fährt für die Kiersper als Spedition und wickelt auch die Zollformalitäten in der Ukraine ab, was für die dortigen Partner eine wesentliche Erleichterung ist. Die Hilfsgüter wurden über einen Zeitraum von gut vier Monaten gesammelt. Erstaunt sind die Helfer immer wieder, wie spendenfreudig die Menschen im Volmetal Gebiet sind.

Gelebte Integration

Beim Verladen am Donnerstag, 17. November, waren wir mehr als 15 Helfer, darunter etliche Flüchtlinge, die in Kierspe wohnen, mit von der Partie. Innerhalb von nur einer Stunde waren sowohl der Motorwagen als auch der Anhänger des großen Lastzugs mit mehr als 1.000 Kartons beladen. Das war harte Arbeit, „aber wir hatten viel Spaß dabei und lachten viel“. so ein Helfer. Bei solchen Aktionen sind die flüchtlinge einfach dabei und ein integraler Bestandteil der Gruppe. Es gibt keinen Unterschied bei der Arbeit und bei den Scherzen, so Teilnehmer der Aktion.

Die Hilfsgüter sollen kommenden Montag in Wischgorod sein und werden dort bei den

Flüchtlinge halfen beim Verladen. Foto: H. Willnat
Flüchtlinge halfen beim Verladen.
Foto: H. Willnat

Partnern viel Arbeit verursachen aber auch für große Freude bei den Empfängern sorgen. Wischgorod ist eine Vorstadt von Kiew, die zwischen Kiew und Tschernobyl liegt. Diese Stadt wächst sehr schnell, weil die Kostensteigerung der Wohnungen in Kiew die Menschen mehr in die Vorstädte drängt.

Hochhäuser prägen das Bild der schnell wachsenden Vorstädte. Foto: H. Wilnat
Hochhäuser prägen das Bild der schnell wachsenden Vorstädte.
Foto: H. Willnat

Diese ändern dadurch ihren Charakter. Gasteltern der ukrainischen Kinder, die vor Jahren mit dem Kiersper Verein nach Wischgorod gereist waren, würden die Stadt heute nicht  wiedererkennen. An mehreren Stellen sind riesige Hochhauskomplexe aus dem Boden gestampft worden, die inzwischen die „Skyline“ von Wischgorod bilden.

Rückfall in Armut durch Bürgerkrieg

Seit eiinigen Jahren können die Wohnungen nicht mehr so gut veräußert werden, weil die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine durch den inneren Krieg um Jahre zurückgeworfen wurde. Rein optisch ist die Stadt zwar modern, aber die Armut ist geblieben. Menschen, die sich kurzzeitig daraus befreien konnten, drohen in Kürze wieder dahin zurückzufallen. Die Hilfe aus Kierspe ist in Wischgorod und besonders in den Dörfern des Kreises Wischgorod hoch willkommen und im wahrsten Sinne des Wortes Not-wendig.

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