Trendbeobachter Mathias Haas: "In Deutschland herrscht eine digitale Phobie."

Lüdenscheid. Dunkle Hornbrille, modische Kleidung, energiegeladen, ob am Laptop oder ganz altmodisch am Flipchart: Das ist Mathias Haas. Er nennt sich Deutschlands einzigen Trendbeobachter. Am Montag, 1. Juni, war er Gast der Sparkasse Lüdenscheid. Im neuen Veranstaltungsformat der Sparkasse, „Novum“ genannt, sprach der 42-jährige Ex-Banker über „Megatrends – das nächste große Ding“.

Die Botschaft von Mathias Haas: Nur wer erkennt, dass Trends aller Art und der damit verbundene technische oder gesellschaftliche Wandel das eigene Handeln beeinflussen, kann auf Trends reagieren. Möglicherweise kann er sich aber auch, wie es Haas am Dienstag demonstrierte, auch die „Anti-Trendbrille“ aufsetzen und gegen den Strom schwimmen. „Dazu braucht es aber Mut“, sagt der Stuttgarter. Und ob es nütze sei offen.

„In Deutschland herrscht eine digitale Phobie“

Ihn fasziniert, was Menschen aus Trends machen, wie sie Selfie-Sticks nutzen, auch um mal eben zu kontrollieren, ob sich Laub in der Dachrinne gesammelt hat, oder ob die Auspuff-Reparatur korrekt ausgeführt worden auch. Der sogenannte Selfie-Stick kann eben mehr, als man auf den ersten Blick glaubt.

Solche Trends beobachten Mathias Haas und sein Team und setzen ihre Erkenntnisse in Kundenberatung um. Die wichtigste Erkenntnis laut Haas: Alles wird digital. Ob Industrie 4.0, Dienstleistungen aller Art und Handel – das Internet erobert alle Branchen. Das werde in Deutschland vielfach übersehen. „Hier herrscht eine digitale Phobie“, sagt Mathias Haas. Sicherlich müsse man nicht alles mitmachen. „Aber wir brauchen eine Strategie.“

Regeln brechen, mutiger werden

Außerdem: „Wir müssen mutiger werden, müssen bekloppter denken und ab und an auch mal Regeln brechen.“ Menschen, die das tun, imponieren dem Trendbeobachter. Zu ihnen zählt der Däne Klaus Meyer, der mit dem Spitzenkoch René Redzepi das weltberühmte Restaurant „Noma“ in Kopenhagen gegründet hat. Das „Noma“ hat Meyer längst hinter sich gelassen. Mit seinem Restaurant „Gusto“ in La Paz will er jetzt die bolivianische Küche revolutionieren.

Seinen Zuhörern, darunter zahlreiche Unternehmer aus der Region, wünschte Mathias Haas aus vollem Herzen. dass „Sie heute Nacht nicht schlafen, vor lauter positiver Gedanken“. Seine Empfehlung an alle Zuhörer: „Schauen Sie sorgfältig darauf, was sich draußen tut, damit Sie immer rechtzeitig reagieren können.“

 

 

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