„Der bürokratische Aufwand, um Güter transportieren zu dürfen, kostet richtig Nerven und sehr viel Zeit“, berichtet Martin Sturm, Geschäftsführer der Spedition Lixfeld aus Lüdenscheid.

Lüdenscheid/Berlin. Wenn die Betriebe im Sauerland Lieferungen bekommen, dann ist der auf den Hof der Unternehmen fahrende LKW das Ende eines langen Prozesses. Denn damit der Schwertransporter überhaupt fahren kann, ist ein langwieriges Verfahren von Anträgen nötig.

Das Grundproblem: Die meisten Autobahnbrücken in Nordrhein-Westfalen und gerade viele Brücken der A45 im Sauerland können die schweren LKW über 44 Tonnen nicht mehr tragen. Daher müssen die Schwertransporte auf die Landstraßen ausweichen. Damit der LKW überhaupt losfahren darf, muss der Spediteur bei jeder einzelnen Polizeibehörde, deren Bezirk er durchquert, einen Antrag stellen. „Der bürokratische Aufwand, um Güter transportieren zu dürfen, kostet richtig Nerven und sehr viel Zeit“, berichtet Martin Sturm, Geschäftsführer der Spedition Lixfeld aus Lüdenscheid.

Bürokratie schadet dem Wirtschaftsstandort

Der Lüdenscheider CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider ist am Gesetz zum Bürokratieabbau beteilgt.
Der Lüdenscheider CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider ist am Gesetz zum Bürokratieabbau beteilgt.

Zu dem aufwendigen Verfahren kommt noch ein weiteres Problem.. Sobald eine einzelne Polizeibehörde den Antrag nicht genehmigt, ist die gesamte Planung gestorben, der LKW darf erst gar nicht losfahren.

„Das ist eine Form von Bürokratie, die unserem Wirtschaftsstandort gerade im Sauerland massiv schadet, kritisiert der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider. Schließlich seien die Unternehmen und Bürger auf eine gute und unproblematische Verkehrsanbindung angewiesen.

Heider: „Entlastungen müssen schnell spürbar sein“

Heider arbeitet in Berlin derzeit daran, dass diese Belastungen für Unternehmen, Vereine und für Bürger spürbar sinken.Dazu werde im Bundestag nun das „Bürokratieentlastungsgesetz“ beraten, das die deutschen Gesetze von unnötigen Regelungen befreien soll, heißt es in einer Pressemitteilung des Abgeordneten. Für Heider bedeutet weniger Bürokratie aber auch, dass sich die Abgeordneten im Bundestag regelmäßig bei ihrer Arbeit fragen müssen, ob ein Gesetz überhaupt notwendig ist und welche Folgen daraus entstehen. „Wir müssen den Anspruch an unsere Arbeit haben, nachhaltige Gesetze zu verabschieden“, forderte er jetzt in einer Rede in der Debatte im Bundestag. So sei es möglich, Belastungen bereits im Vorhinein zu vermeiden. „Die Entlastungen müssen dann schnell spürbar sein“, wünscht sich Heider.

Für die Unternehmen, die Schwertransporte durchführen, sei aber neben der Entlastung von unnötigen Regelungen etwas anderes wichtig: „Wenn zukünftig mit der Maut alle Nutzer der Autobahn einen Beitrag leisten, dann wird auch mehr Geld zur Verfügung stehen, um die notwendigen Brückensanierungen zu schaffen.“

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