Lüdenscheid/Meinerzhagen. Aufgrund der Häufung von Durchfall und Erbrechen innerhalb der Flüchtlingsunterkunft „Am Raithelplatz“ in Lüdenscheid hat das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises mit sofortiger Wirkung einen Transferstopp verfügt. Nach Auskunft des Kreises liegen derzeit zwei labormedizinische Nachweise von Noroviren bei Bewohnern der mit aktuell 147 Flüchtlingen belegten Unterkunft vor. Für die nächsten etwa 14 Tage, bis mindestens zum 29. Dezember, darf keiner der Bewohner die Einrichtung verlassen. Neuaufnahmen sind ebenfalls nicht möglich. Alle erforderlichen Hygienemaßnahmen wurden mit der Einrichtungsleitung besprochen und sind angelaufen.

Windpocken in Meinerzhagen

Einen Transferstopp für bestimmte Personen verfügte das Gesundheitsamt des Kreises auch für die Jugendherberge an der Bergstraße in Meinerzhagen. Dort ist ein Kind an Windpocken (Varizellen) erkrankt. Die mit 126 Menschen belegte Einrichtung verlassen dürfen zurzeit nur Personen, die entweder beide Impfungen nachweisen können oder bereits früher an Windpocken erkrankt waren. Das Gesundheitsamt hat die Maßnahmen angeordnet, weil eine Ansteckung der Bewohner untereinander nicht ausgeschlossen werden kann. Der Transferstopp für die Einrichtung in Meinerzhagen gilt für zunächst 16 Tage bis mindestens zum 30. Dezember.

Noroviren sind hochansteckend

Noroviren kommen weltweit vor und bewirken beim Menschen meist Magen-Darm-Erkrankungen. Die Erreger werden von Erkrankten massenhaft mit dem Stuhl und dem Erbrochenen ausgeschieden und sind hoch ansteckend. Deshalb kommt es häufig zu größeren Ausbrüchen von Brechdurchfällen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Krankenhäusern. Die meisten Ausbrüche ereignen sich von Oktober bis März.

Übertragung per Schmierinfektion

Noroviren werden meist über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Dabei werden die Erreger in kleinsten Spuren von Stuhlresten oder Erbrochenem von Erkrankten an den Händen weitergetragen. Von der Hand gelangen die Viren leicht in den Mund. Sehr ansteckend sind auch winzigste virushaltige Tröpfchen in der Luft, die während des Erbrechens entstehen.

Die Erreger können auch an Gegenständen wie Türgriffen, Handläufen oder Armaturen haften und über die Hände leicht in den Mund gelangen.

Bauch- und Muskelschmerzen

Die Erkrankung beginnt plötzlich mit heftigem Durchfall, Übelkeit und schwallartigem Erbrechen. Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Bauch- und Muskelschmerzen, gelegentlich mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen.

Nach der Ansteckung bricht die Erkrankung meist schnell aus, in der Regel zwischen sechs Stunden und zwei bis maximal drei Tagen. Die Betroffenen sind mit dem Auftreten der Krankheitszeichen hoch ansteckend. Bis etwa 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden werden relativ viele Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden.

 

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