Charment oder bissig: Corinna Fuhrmann alias "Lucy van Kuhl" beherrscht alle Tonlagen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Lucy van Kuhl kann wundervoll schmachten. Sehnsüchtig träumt sie von Küssen ohne Kaviar und Prickeln ohne Pommery. Die Liebe ist erloschen. Statt Romantik unterm Sternenhimmel bleibt nur noch das Strahlen der Michelin-Sterne. Vom einstigen Honeymoon ist lediglich die lukullische Leidenschaft übriggeblieben. Trauriger Alltag in einer Ehe. Lucy van Kuhl hat ihn beobachtet und als Liedermacherin gekonnt in einen Song übertragen.

Bissige Beschreibungen, ruhige Balladen

Die beeindruckend große Frau, die sich gern auch selbst auf die Schüppe nimmt, hinterließ bei den Lüdenscheider Kleinkunsttagen einen nachhaltigen Eindruck. Leider vor spärlichem Publikum. Denn was sie in ihrem Liedermacher-Kabarett-Programm „Fliegen mit dir“ servierte war ein gekonnter Wechsel zwischen scharfen Beobachtungen, bissigen Beschreibungen und ruhigen Balladen. So wie der von Herrn Schmidt, der sich jeden Tag seine Butterbrote schmiert, sein Fernglas nimmt, zum Flughafen Tegel rausfährt, die Flieger beobachtet und von einer Reise über den Wolken träumt, weil sein Budget nur für eine Busfahrkarte reicht.

Reisen der rote Faden

Die Kabarettistin und Liedermacherin begleitete sich bei zwei Song auf der Ukulele. Foto: Wolfgang Teipel

Reisen, das war der rote Faden des unterhaltsamen Abends im Kulturhaus, bei dem sich Corinna Fuhrmann alias Lucy van Kuhl als Bewerberin um die „Lüdenscheider Lüsterklemme“ vorstellte. Ob mit dem Kreuzfahrtschiff, den „Grill-Galeeren“ oder „Fress-Frachtern“ oder mit der Bahn, in der sie die irrwitzigsten Verrenkungen unternehmen muss, um sich vor dem Schmutz auf der Zugtoilette zu schützen. Lucy van Kuhl besitzt sogar ein Atembuch, in dem sie festhält, wann und wo sie auf Bahnhöfe lieber nicht einatmet.

Koffer mit Eigenleben

Auf ihren vielen Reisen hat sie auch gespürt, dass Koffer ein Eigenleben führen können und so besingt sie den verliebten Hartschalenkoffer „Samson“, der nach langer Suche endlich seine Angebetete „Remova“ findet. Auch hier verbindet sie exzellentes Klavierspiel mit kabarettistischen Gesang.

Den Schlusspunkt unter die Lüdenscheider Kleinkunsttage 2017 setzt am 11. März Jacqueline Feldmann. Foto: Robert Maschke

Ihr Talent als Texterin ist bereits auch an anderer Stelle aufgefallen. 2017 ist sie Stipendiatin der „Celler Schule“, dem einzigen Stipendium für Songtexter in Deutschland. Es wird gefördert durch die GEMA-Stiftung.

„Zum Glück verrückt“

Den Schlusspunkt im Kabarettisten- und Comedian-Wettbewerb um die von der Sparkasse Lüdenscheid gestiftete „Lüdenscheider Lüsterklemme“ setzt am 11. März Jacqueline Feldmann mit ihrem Programm „Zum Glück verrückt“. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr in der Garderobenhalle des Kulturhauses.

Das Publikum der Lüdenscheider Kleinkunsttage stimmt selbst über den Preisträger ab. Stimmkarten liegen aus.

 

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here