Tlako Mokgadi und Ulrike Wagner auf der Bühne des Eigenart in der Hochstraße. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Am Samstag, den 20. Juni gaben Tlako Mokgadi, seine Frau Ulrike Wagner und seine Band ein gemeinsames Konzert im Eigenart an der Hochstraße. Tlako ist ein bekanntes Gesicht in Lüdenscheid und ein ebenso bekannter Vollblutmusiker.

Musik liegt ihm im Blut

Kaum jemand im Kreis, mit dem er noch nicht gespielt hat. So tritt er z.B. mit David Rempel von Luxuslärm genauso auf, wie mit Klaus Sonnabend oder Artur Tadevosyan. Und immer in gleichbleibend guter Qualität. Denn Musik liegt dem Mann mit den Rastazöpfen einfach von Kindesbeinen an im Blut. Die ganze Familie Mokgadi war schon in seiner frühesten Jugend gemeinsam auf Tournee und bereiste den Westen UND den Osten bereits vor den Scorpions oder Udo Lindenberg.

Eigene Musik ist ihm wichtig

Er und seine Frau Ulrike, mit der er an diesem Abend den ersten Teil seines Programmes bestritt, covern nicht nur Reggae- und Rocksongs, sondern schreiben auch viele Songs selber und komponieren die Musik dazu. Stücke mit solchen Namen wie „Das Meer sehen“, das davon handelt, wie man ihm auf Grund seiner Nationalität und Hautfarbe die Einreise in ein bestimmtes Land verweigerte, „Habitus Geschwür“, ein Lied dass sich gegen die rechte Szene stellt oder „Sieben Minuten mit Dir“ in dem es darum geht, dass man dem geliebten Menschen einfach auch einmal die Priorität einräumt, die er verdient.

Lieder eben, die mehr als nur die Oberfläche ankratzen. Texte, die nachdenklich machen, Inhalte haben, die über normale Liebeslieder weit hinaus gehen und sich statt dessen mit realen Beziehungen, Ablehnung, Verfolgung oder der Suche nach Gott befassen, lassen niemanden kalt.

Musiker mit großem Herz

Die beiden geben immer Vollgas.
Die beiden geben immer Vollgas.

Tlako, der seit seinem 16. Lebensjahr auf der Bühne steht und neben seiner Gitarre und Gesang auch noch ´zig andere Musikinstrumente beherrscht, ist nicht nur studierter Sozialpädagoge sondern lehrt auch an verschiedenen Musikschulen in Lüdenscheid und Plettenberg Musik.

Er engagiert sich zudem immer wieder für Migranten und Hilfesuchende jeder Art und hat eben auch außer einem untrüglichen Gespür für Musik ein riesengroßes Herz. Davon unberührt zu bleiben, ist bei seinen Konzerten unmöglich. Da müsste man schon ein Stein sein.

Klartext

Nach der Pause gab´s dann die komplette Band. Foto: Iris Heinemann-Schydlo
Nach der Pause gab´s dann die komplette Band. Foto: Iris Heinemann-Schydlo

Der Südafrikaner mit Wohnsitz in Altena sucht dabei den ständigen direkten Kontakt zum Publikum, lässt Nähe zu, konfrontiert und redet aber auch das eine oder andere Mal Klartext. Bequem ist er nicht. Gar nicht. Er polarisiert, schert aus dem System aus und ist dabei ein erklärter Feind von Anpassung und Gleichmacherei.

Und dann wieder so lebensfroh, dass es ansteckend ist und man ihm gern zuhört und glaubt, dass irgendwann irgendwie doch noch alles gut werden wird. Das da jemand ist, der über einen wacht und niemand einfach nur nutz- und sinnlos durchs Leben stolpern muss. Sinnhaftigkeit ist überhaupt eines seiner großen Themen.

Ulrike Wagner. Sie schreibt viele Texte für Tlakos Lieder.
Ulrike Wagner. Sie schreibt viele Texte für Tlakos Lieder.

Stimmung macht er natürlich auch, besonders, wenn er mit seiner ganzen Band unterwegs ist. Und die besteht aus Heinz Adorf (Gitarre), Christian Hormes (Bass), Elvis El Decampo (Keyboard), Daniel Franz (Schlagzeug) und Ulrike Wagner (Gesang).

Die Truppe spielt bereits seit 2011 zusammen und macht auf der Bühne ein gewaltigiges Fass auf. Kräftige Reggaerhythmen wechseln mit eingängigen Rockbeats ab. Dazu kommt mehrstimmiger Gesang und der oft sehr akzentuierte Einsatz der einzelnen Instrumente – das hält niemanden lange auf den Sitzen.

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