Sperrmüllabfuhr

Plettenberg. Karl Lohmann traute seinen Augen nicht, als er am Sonntagabend nach Hause kam. Direkt vor seiner Haustür türmte sich ein Berg Sperrmüll auf. Doch nicht nur dort. Über den gesamten Bürgersteig verteilt flatterten kleinste Styropor-Reste, aufgeweichte Kartons faulten vor sich hin und die Reste eines Kleiderschrankes und diverse Plastiktüten, gefüllt mit allerlei Unrat, lagen daneben. Als Krönung thronte eine halb ausgeschlachtete Waschmaschine direkt vor der Haustür. So hatte Lohmanns Zuhause nicht ausgesehen, als er es eine Woche zuvor verlassen hatte – die schöne Urlaubs-Erholung war im Nu dahin.

Lediglich die Kleiderschrank-Wände kamen Lohmann bekannt vor. Denn die hatte er ja selbst vor einer Woche für den Sperrmüll herausgestellt. Und damit fing der Ärger an.

Wie die wilde Müllhalde mitten im Wohngebiet entstanden sein könnte, weiß Anna Wystrach von der Stadt Plettenberg: „Der Sperrmüll wird bei uns wöchentlich abgeholt. Am Dienstagmorgen ist das in der Regel der Fall. Hinausstellen sollte man den Müll auch nicht viel eher, da sonst genau so etwas passieren kann.“

Die Abholung von Sperrmüll ist für den privaten Haushalt in Plettenberg kostenlos. Grundsätzlich gilt, dass alle großen Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände mitgenommen werden, mit denen üblicherweise ein Haushalt im Mehrfamilienhaus ausgestattet ist und die so ein Haushalt bei einem Umzug mitnehmen würde. Andersherum gilt: Fenster, Türen, Gartenzäune, Dielen, Parkett, Klettergerüste und ähnliche Gegenstände werden nicht mitgenommen. Auch Kleinkram, der in die normale Mülltonne passt, wird nicht entsorgt, weder in Säcken noch in Kartons.

Sperrmüll nicht zu früh hinausstellen

Damit sichergestellt ist, dass wirklich alles, was vor der eigenen Haustür auf die Müllabfuhr wartet, auch mitgenommen wird, sollte man nicht zu früh seinen Sperrmüll hinausstellen. „Wenn der Müll über einen längeren Zeitraum herumsteht, steigt die Gefahr, dass aus der Nachbarschaft weitere Gegenstände einfach dazugestellt werden. Gerne am Abend, im Schutze der Dunkelheit“, weiß Anna Wystrach aus Erfahrung zu berichten. Und dabei handelt es sich nicht immer um Sperrmüll, sondern oft auch um Gegenstände, die eigentlich einer gesonderten Entsorgung zugeführt werden müssten. Kühlschränke zum Beispiel, die aufgrund ihrer technischen Komponenten und umweltschädlichen Inhaltsstoffe getrennt abgeholt werden.

Grundsätzlich habe niemand etwas dagegen, wenn man das Wochenende nutzt, um gemeinsam mit Freunden die zum Teil schweren Gegenständen an die Straße zu stellen. Auch wenn der Abholtermin in Plettenberg erst der Dienstag ist. „Viel früher sollte das aber nicht gemacht werden“, rät Wystrach. „Die Erfahrung zeigt, dass nicht selten der komplette Sperrmüll nach Brauchbarem durchwühlt und dabei auch noch großflächig verteilt wird.“ Zudem steige die Verletzungsgefahr durch umherliegenden Glasbruch oder ähnliche Gegenstände. Vom unschönen Anblick wilder Müllkippen mal ganz zu schweigen.

„Ein zum Abfuhrtag zeitnahes Bereitstellen der angemeldeten Gegenstände soll nicht nur dazu dienen, das Ortsbild zu schonen, es dient auch den Anmeldern“, erklärt Anna Wystrach, „denn die Kosten für die Entsorgung des fremden, hinzugestellten Unrates übernimmt derjenige, der den Sperrmüll ordnungsgemäß angemeldet hat.“ Der „Angeschmierte“ wäre in unserem Fall also Karl Lohmann, der sich jetzt vor Wut die Haare raufen müsste. Wenn wir ihn und seine Geschichte in diesem Fall nicht komplett erfunden hätten.

Weitere Informationen zum korrekten Umgang mit und der Anmeldung von Sperrmüll erteilt Anna Wystrach von der Stadt Plettenberg unter der Durchwahl 02391 / 923-235.

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