Kierspe-Rönsahl. Jazz in der Historischen Brennerei in Rönsahl – das ist inzwischen zu einem Markenzeichen des Kulturvereins KuK geworden. Einen großen Anteil daran hat der Musiker Thomas Wurth. Am Sonntag, 15. März, spielt er ab 17 Uhr mit der TW’s bluesy Hot Five und dem The Two Bone Projekt ( A Tribiute to Jai & Kai , CT & Bob ). Im Interview berichtet Thomas Wurth über seine Liebe zum Jazz, über seine Projekte und darüber wie er den Jazz für sicht entdeckt hat.

– Herr Wurth, Sie haben schon mit verschiedenen Bands für KuK Jazzkonzerte gemacht. Was erwartet die Jazzfreunde in Rönsahl dieses Mal? Was können Sie über Ihre Mitspieler sagen?

Thomas Wurth: Ich würde sagen eine Menge musikalischer Spaß. Blues und Swing vorgetragen von hervorragenden Musiker auf deren Begegnung ich mich schon seit Wochen freue. Mit dabei sind am Schlagzeug Rolf Drese und Jochen Schaal am Kontrabass, beide gehören im Köln und Düsseldorfer Raum zu den Top Begleitern. Martin Sasse ist einer der renommiertesten Pianisten in Deutschland und auf Detlef Landeck bin ich besonders gespannt wie er sich in den Jahren entwickelt hat.

– Wie kommt es zum Namen der Band TW´s bluesy Hot Five und was bedeutet „The Two Bone Project“?

Zeitgenössischer Swing

Thomas Wurth: Als Musiker hat man ja meist mehrere Projekte um seine musikalischen Vorlieben in verschieden Richtungen zu variieren. TW ist natürlich die Kürzel für meinen Namen und bluesy erklärt sich von alleine. Der Name Hot Five geht auf die Ursprünge der Jazzcombos, der legendären Hot Five Besetzung von Louis Armstrong, einer meiner Idole, zurück. Aber in unserer Besetzung versuchen wir nicht traditionelle Musik nachzuspielen, sondern öffnen den Swing für moderne zeitgenössische Ideen. So hört man die Posaune im Sound von Albert Mangelsdorff oder einen Scat-Gesang im Stile von Clark Terry, Trompetenfanfaren von James Morrison. TW´s bluesy Hot Five hat verschiedene Projekte, in einem spielen wir zeitgenössischen Dixieland, im anderen nähern wir uns der Musik von Louis Armstrong. Im Two Bone Project; Bone ist im Amerikanischen nicht nur eine Bezeichnung für einen Knochen, sondern auch für ein Blasinstrument, bevorzug der Posaune; geht es um Originalarrangements aus der Zeit der 60er Jahre. Musik für zwei Knochen ( Posaunen ) von „Jay & Kai“ , Jay Jay Johnson und Kai Winding und Arrangements der kürzlich verstorbenen Bob Brookmeyer und Clark Terry für Posaune und Flügelhorn. Gesangsarrangements und eigene Kompositionen bereichern das Programm

– Sie haben hervorragende Musiker für dieses Projekt gefunden. War es schwer sie für diese Formation zu gewinnen?

Detlef Landeck Ex-Schüler von Thomas Wurth

Thomas Wurth: Ich kenne die Musiker zum Teil schon seit Jahren und habe mit Ihnen in verschiedenen Besetzungen gespielt. Wenn es was Interessantes gibt sind sie dabei.

Posaunist Detlef Landeck ist ein ehemaliger Schüler von Thomas Wurth.
Posaunist Detlef Landeck ist ein ehemaliger Schüler von Thomas Wurth.


– Was verbindet Sie mit dem Ex-Kiersper Detlef Landeck?

Thomas Wurth: Detlef Landeck ist ein ehemaliger Schüler von mir. Viele Jahre habe ich ja in der Musikschule Kierspe unterrichtet bin zusammen mit der Big Band von Emil Franz nach Ungarn gefahren. Es sind viele Freundschaften entstanden, auch zur Familie Landeck. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Detlef sich damals entschieden hat Musik zu studieren und wir hatten während seiner Studienzeit und später in seiner Profilaufbahn als Jazzmusiker immer wieder Kontakt. Ich habe immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, mit ihm zusammen Musik zu machen und es freue mich dass es wieder mal klappt.

Wunderbare Kulisse

– Die Historische Brennerei Rönsahl ist inzwischen eine schon renommierte Spielstätte für Jazz geworden, wozu auch Sie beigetragen haben. Was ist das Besondere an der Brennerei?

Thomas Wurth: Es freut mich dass die KUK es geschafft so viele gute zum Teil internationale Musiker nach Rönsahl zu holen und es bereitet einfach unglaublich viel Vergnügungen in dieser wunderbaren Kulisse mit dem Publikum die Musik zu teilen.

– Im Jazz gibt es ja die verschiedensten Stilrichtungen. Haben Sie Vorlieben?

Thomas Wurth: Ja es gibt bei mir die Vorliebe für den traditionellen Jazz von Louis Armstrong bis hin zu Chet Baker, aber auch für den modernen europäischen lyrischen Jazz schlägt mein Herz.

– Es gibt heute in den Schulen sog. Bläserklassen, in denen Jugendliche typische Jazzinstrumente wie Trompete und Saxofon erlernen. Trotzdem scheint der Jazz nach wie vor mehr eine Domäne älterer Musikfreunde zu sein. Woran liegt es?

Thomas Wurth: Sicherlich gibt es eine Generation in der Jazzmusik auch die populäre Musik war, aber Jazz muss man entdecken, dies gilt für Hörer und Spieler. Ich kann mich bei mir noch an diese Entdeckungsreise mit 14 oder 15 erinnern. Man spielt schon ein paar Jahre sein Instrument und stellt plötzlich fest, hey man kann sich ja noch anderes auf seinem Instrument ausdrücken. Meine Reise fing mit Schallplatten von Louis Armstrong und Ruby Braff an. Hin und weg war ich aber erst nach einem Konzertbesuch im legendären Jazz Club Strickstrumpf in Köln und anderen Jazzkonzerte. Von da an wusste ich wofür mein Musikerherz schlug. Vielleicht trägt unser Konzert bei dem ein oder anderen mit dazu bei, Jazzmusik zu entdecken.

Eintritt: VVK 15 €, Schüler und Studenten: 8 € Abendkasse: 17 €, erm. 10 €
Karten bei: Meinerzhagen: Buchhandlung Schmitz und Atelier Albrecht, Kierspe: Buchhandlung Timpe, Rönsahl: Getränkemarkt Marcus

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here