Lehrer Vasko Tancev scannt bei Malin Möritz den QR-Code für die App ein. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Altena (pmk) Smartphones raus, App runterladen und ab ins Deutsche Drahtmuseum. 14 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Altena/ Nachrodt-Wiblingwerde nahmen am ersten Testlauf der BIPARCOURS-App im Deutschen Drahtmuseum in Altena teil.

Aufgeregtes Getuschel im Vorraum des Deutschen Drahtmuseums. Dank des nahen WLAN Hotspots der Stadt Altena sind die Schüler/innen des MINT-Kurses (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) der 6. Jahrgangsstufe schnell startklar für den Wettbewerb. Mit gezücktem Handy schwärmen sie in die Ausstellungsräume. Es gilt auf Zeit, Fragen zu Ausstellungsstücken und Ausstellungsinhalten des Drahtmuseums zu beantworten. Dafür haben sie sich bereits im Vorfeld die kostenlose BIPARCOURS-App heruntergeladen.

Schauen, Lesen, ausprobieren beim BIPARCOURS im Deutschen Drahtmuseum. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Mit diesem multimedialen Lernwerkzeug, das von Bildungspartner NRW zur Verfügung gestellt wird, können Schulen und Institutionen Quizanwendungen, Themenrallyes, Führungen sowie Stadt- und Naturrundgänge zu vielfältigen Fragestellungen erstellen. Für Museumspädagogin Bernadette Lange ein Medium, das sie für die Museen des Märkischen Kreises unbedingt ausprobieren wollte: „Wie bei einer Museumsrallye ermöglicht es BIPARCOURS, das Museum mit dem Smartphone anhand von Multiple-Choice-Fragestellungen selbst zu entdecken, auszuprobieren und Inhalte zu vertiefen“, erklärt sie. Einen besonderen Kick für die Kids sieht MINT-Lehrer Vasko Tancev in der Nutzung des Handys. Der Physiklehrer setzt es selber zuweilen im Unterricht ein. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, selbst gegen seine Schüler anzutreten.

Malin Möritz stellt verzwickte Fragen

Für die Inhalte ist Malin Möritz verantwortlich. Im Rahmen ihres Freiwilligen Kulturellen Jahrs hat sie den BIPARCOURS für das Deutsche Drahtmuseum mit Leben gefüllt: Bilder hochgeladen, für 13 verschiedene Stationen 15 Fragen und Antwortmöglichkeiten ausgedacht, Informationstexte geschrieben, Aufgaben gestellt und augenfällige Hinweise gegeben. Dafür hat sie sich zwei Monate tief in die Materie eingearbeitet und kennt jetzt die Ausstellung in- und auswendig. „Wer lesen kann, ist bei der Beantwortung der Fragen klar im Vorteil“, verrät die junge Frau mit einem Augenzwinkern. Beim Testlauf stellt sie schnell fest, dass für die Sekundarstufe I manche Fragen vielleicht zu verzwickt waren. Beispielsweise erkannten die Kinder die Doppeldeutigkeit des Begriffs „Drahtzieher“ nicht. „Da werde ich noch nachbessern“, verspricht sie. Im Sommer fängt Malin Möritz übrigens eine Ausbildung beim Märkischen Kreis an und hat schon zugesagt, die App für das Drahtmuseum auch weiterhin bei Bedarf zu aktualisieren.

Bei den Schülerinnen und Schülern, die jeweils zu zweit oder zu dritt unterwegs sind, kommt der Parcours gut an. Mit Spaß und vielen Aha-Momenten bleiben sie weitgehend konzentriert bei der Sache, finden aber auch Zeit, die interaktiven Stationen auszuprobieren. Das Klingeln einer Kasse quittiert jede richtig beantworte Frage. Die Gruppe „Ghettofaust“ absolvierte den Parcours mit nur 42 Minuten am schnellsten, doch waren sie auch die Besten?

Über 800 Parcours in NRW

Die BIPARCOURS-App kann natürlich auch von Familien oder anderen Gruppen zur Erkundung des Deutschen Drahtmuseums genutzt werden. Sie ist in den entsprechenden Stores kostenlos für Android- und IOS-Geräte erhältlich. Den Parcours des Drahtmuseums findet man entweder über die Karte, die Suchfunktion oder über das Scannen des QR-Codes. Letzterer ist an der Kasse des Drahtmuseums ausgelegt. Mittlerweile gibt es NRW-weit bereits 800 Parcours in unterschiedlichen außerschulischen Lernorten wie Museen, Bibliotheken oder Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Weitere Informationen unter www.biparcours.de.

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