Simon Rosenthal stellt in der Galerie Klee in Lüdenscheid aus. Fotos: Bellis Klee, Simon Rosenthal und Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Bereits am 24.4. eröffnete die Galerie Klee an der Brügger Höh die Ausstellung von Simon Rosenthal im Rahmen einer Vernissage. Seitdem kann man dort Gemälde, Zeichnungen und Radierungen eines jungen Künstlers bewundern, dem ganz ohne Zweifel eine außergewöhnliche Begabung „in die Wiege“ gelegt wurde.

Galerie Klee – klein, aber sehr eindrucksvoll

Die Galeristin Bellis Klee vor einem Bild des Künstlers Simon Rosenthal
Die Galeristin Bellis Klee vor einem Bild des Künstlers Simon Rosenthal

Bellis Klee, die die kleine aber eindrucksvolle Galerie (www.galerie-klee-lüdenscheid.de) mittlerweile seit drei Jahren führt und dort immer wieder ganz besonderen Künstlern die Möglichkeit gibt, ihr Werk der Öffentlichkeit vorzustellen, sagt im Fall von Simon Rosenthal, dass es schwer gewesen sei, aus der Fülle der Arbeiten nur einige wenige Exponate für die Ausstellung auszuwählen. Kein Wunder, malt der erst 1984 geborene Künstler doch bereits fast sein ganzes Leben lang.

Von Lüdenscheid über Bamberg nach Dresden

Liegender Akt, Kohle auf Papier.
Liegender Akt, Kohle auf Papier.

Simon Rosenthal, der seit 2009 an der Dresdener Kunstakademie im Bereich „Bildende Kunst“ studiert und wirkt, ist sicher einer dieser Ausnahmekünstler, die Deutschland gerade hervorbringt und deren Werke in den nächsten Jahren verstärkt für Aufsehen sorgen werden. Und er ist zwar in Saarbrücken geboren, jedoch in Lüdenscheid aufgewachsen und zur Schule gegangen und fühlt sich dementsprechend mit dieser Stadt verbunden.

Seine erste Liebe galt eigentlich der Musik

Afrikanischer Löwe und das Entchen von Tharau. Kohle auf historischem Papier.
Afrikanischer Löwe und das Entchen von Tharau. Kohle auf historischem Papier.

Seine allererste Liebe galt eigentlich der Musik. Er nahm Trompetenunterricht an der Städtischen Musikschule Lüdenscheid, absolvierte zahlreiche Auftritte und gewann Musikpreise. Zudem war er Mitglied in verschiedenen Jazzensembles der Bergstadt. Auch heute noch kennt er sich bestens in der Musikerszene Lüdenscheids aus und spielt auch einmal das eine oder andere Konzert, oft ganz spontan, mit solchen Lüdenscheider Urgesteinen wie Markus Hartkopf, Ulli Kuhn oder Max Jalaly. Eigentlich hätte sein Umfeld  daher eher erwartet, dass er Berufsmusiker wird.

Malerei hat ihn „gepackt“Sitzender Akt, 2007, Kohle, Tusche, Pastellkreide, Oilbar, Gouache und Acryl auf Papier, ca. 70x 49 cm.

2001 begann er jedoch mit dem Malunterricht in Hagen bei Beatrice Cron, die es verstand, auch diesen Teil seiner Künstlerseele zu wecken. Und diese spezielle Seite drängte mit Macht nach vorne und ließ alles andere eher zweitrangig erscheinen. Simon hatte seinen Weg gefunden, denn in der Malerei geht Simon Rosenthal völlig auf, es hat ihn „gepackt“. Und da kann selbst die Musik nicht mithalten.

Als Folge dessen, begann Simon sehr konsequent nach dem Abitur ein Studium der Kunstdidaktik, Kunstgeschichte, Restaurierungswissenschaften und Philosophie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Erstes eigenes Atelier in Bamberg

Dort gründete er auch sein erstes eigenes Atelier. Nach vielen Auslandsreisen, die ihn u.a. nach Frankreich, England, Ungarn und Spanien führten und einem einjährigen Auslandsstipedium, das er in Paris verbrachte, war seine Entscheidung dann endgültig getroffen. Er wollte nichts anderes, als als „Bildender Künstler“ zu arbeiten und zu leben.

Bildende Kunst führte Simon Rosenthal nach Dresden

Hier erklärt er sein Werk. Ausstellungseröffnung in der Galerie Klee.
Hier erklärt er sein Werk. Ausstellungseröffnung in der Galerie Klee.

Dieser Schritt führte ihn nach Dresden an die dortige Kunstakademie, wo er konsequenterweise nun zur Fachklasse eines der maßgeblichen Vertreters deutscher avantgardistischer Kunst, Professor Christian Macketanz (www.macketanz.eu), gehört. Auch in Dresden betreibt Simon zudem sein eigenes Atelier, in dem viele seiner Kunstwerke entstehen.

Mittlerweile stellte er sein Werk alleine und auch in Sammelausstellungen nicht nur in seiner Wahlheimat Dresden aus, sondern ebenso in Frankreich, London, Berlin, Yokohama und vielen anderen Städten im In- und Ausland.

Er ist eine „alte Seele“

Schlafendes Mädchen. Kohle auf Papier.
Schlafendes Mädchen. Kohle auf Papier.

Schaut man sein Werk genau an, wird deutlich, dass in dem Multitalent Simon Rosenthal eine sensible und gleichzeitig „alte“ Seele steckt. Sein Blick auf die Welt um sich herum ist ungetrübt, scharf, ohne Pathos, dafür aber voller Weisheit und einer Tiefgründigkeit, die man bei einem doch noch recht jungen Menschen so nicht erwartet.

Sein „Strich“, das Markenzeichen eines jeden Künstlers, ist meisterhaft, ausdrucksstark und zeichnet ihn als Künstler mit echten Begabung aus. Er pingelt nicht, sondern arbeitet großzügig, man spürt geradezu die Kraft, mit der die Linien und Farben aufs Papier gebracht werden. Wer sich auf sein Werk einlässt, erkennt schnell, dass er hier einen Künstler vor sich hat, der wenige bis keine Kompromisse eingeht. Er ist, was er ist. Ohne wenn und aber. Gerade, bedingungslos und voller Hingabe an seine Kunst.

Das Verborgene wird sichtbar

Bellis Klee vor Portraits von Simon Wiesenthal.
Bellis Klee vor Portraits von Simon Rosenthal.

Und er geht dabei ans „Eingemachte“. Simon sagt selbst von sich, dass er nicht das malt, was sichtbar ist, sondern das, was er erspürt, erahnt und intuitiv erkennt. Das scheinbar Verborgene wird in seinen Zeichnungen und Gemälden sichtbar. So sind seine Portraits  eine Synthese aus Innen und Außen und zeigen ein eher unerwartetes Resultat, in dem sich der Portraitierte, so er sich traut, als ganzer Mensch wiedererkennt.

Echte Kunst berührt, eckt an und offenbart

Und damit knüpft Simon nahtlos an die Tradition solch großer Künstler wie Rembrandt, Goja oder auch van Gogh an. Auch sie waren allesamt Maler, die sich weigerten, ihre Umwelt zu verklären und statt dessen malten, was sie erspürten. Mit oft ganz außergewöhnlichen Ergebnissen und nicht immer zur Freude ihrer Mitmenschen. Aber so soll es ja auch sein, echte Kunst berührt, eckt an, offenbart, bringt das Verborgene ans Licht und schafft dem Denken neue Freiräume, bringt es auf eine bewusstere Ebene.

Hier ist jemand, der kann tatsächlich malen

Herbstannemonen - sie wecken Erinnerungen an die Maler der Renaissance.
Herbstannemonen – sie wecken Erinnerungen an die Maler der Renaissance.

Hier ist jemand, der kann tatsächlich malen. Komposition, Farbe, Technik, alles stimmt und das auf einem sehr hohen Niveau. Dazu kommen Persönlichkeit und Ausstrahlung, Bilder, die faszinieren und den Betrachter nicht mehr loslassen. Simon Rosenthal ist ein Künstler, bei dem man eine Ahnung davon bekommt, warum manche Bildenden Künstler verehrt werden wie Rockstars. Und manchmal auch noch ein bisschen mehr als diese.

Seine Studien von Blumen z.B. haben eine Anmutung, die an die Meiser der Renaissance erinnern. Skizzen und Ausarbeitungen sind von feinem Strich, sie wären eines Leonardos durchaus würdig. Der große da Vinci, er hätte sicher seine Freude an Simon aus dem kleinen Lüdenscheid.

Auch unsere jetzige Zeit bringt große Künstler hervor

Witzig und mit Blick fürs Detail. Der Ballonverkäufer. Kohle auf historischem Papier.
Witzig und mit Blick fürs Detail. Der Ballonverkäufer. Kohle auf historischem Papier.

Simon Rosenthal ist zu wünschen, dass er dranbleibt, seinen Weg gerade und konsequent weitergeht und dabei immer auf genau die richtigen Menschen trifft, Menschen, die sein Talent erkennen und fördern. Kunst ist eben nicht erst interessant, wenn der Künstler bereits gestorben ist, sondern solche Maler wie Simon beweisen, dass auch unsere jetzige Zeit große Künstler hervorbringt, die es wert sind, zu ihren Lebzeiten geehrt und beachtet zu werden. Sie sind jetzt und hier bereit, ihren Weg in unsere Köpfe, Häuser, Museen und ganz besonders in unsere Herzen zu finden.

Wer jetzt Lust bekommen hat, seine Ausstellung anzuschauen: Sie geht noch bis zum 31.5.2016. Die Galerie Klee ist nachmittags und nach Absprache geöffnet. Private Führungen sind ebenfalls nach Absprache möglich . Bellis Klee, Tel.: 02351-1750027, eMail: info@galerie-klee-luedenscheid.de

Mehr von Simon gibt es zudem auf seiner Webseite: http://atelier-simon-rosenthal.de/

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