„Darmkrebs ist leider immer noch ein Tabu-Thema. Mit den Möglichkeiten der Medizin kann man heute aber viel erreichen, wenn der Darmkrebs früh erkannt wird“, sagt Heike Dahm, Regionaldirektorin AOK NORDWEST Lüdenscheid. Foto: Nicole Lüling

Lüdenscheid. Darmkrebs darf kein Tabu-Thema sein. Denn: Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Frauen und Männer sind davon gleichermaßen betroffen. Was viele jedoch nicht wissen oder gar verdrängen: wird Darmkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb das A und O und können im Ernstfall Leben retten.

Ein spannendes und vielseitiges Vortragsprogramm zum Thema Darmkrebs bietet am 18. März von 10 bis 12 Uhr eine Veranstaltung im Seminarzentrum (Haus 7) am Klinikum Lüdenscheid. Experten aus den verschiedenen medizinischen Disziplinen sowie Schüler der Staberger Gymnasien möchten Wissen weitergeben, Fragen beantworten und die Scheu vor der Vorsorge nehmen.

Medizinischer Fortschritt

Unter dem diesjährigen Thema „Darmtumor: gestern – heute – morgen“ möchten Ärzte, Pfleger und Schüler des Abiturjahrgangs 2017 der Staberger Gymnasien alle Besucher mit auf eine spannende Zeitreise nehmen. „In den letzten 30 Jahren ist viel passiert. Der medizinische Fortschritt hat sich in rasender Geschwindigkeit weiterentwickelt“, erklärt Prof. Dr. Christopher Kelm, Direktor der Klinik für Allgemein-, Visceral- und spezielle Visceralchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. An diesem Tag kommen Mediziner aus den verschiedenen medizinischen Fachrichtungen zusammen – nicht ohne Grund. Ein entscheidender Faktor in der Tumorversorgung ist die Interdisziplinarität.

Interdisziplinäre Arbeit

Für eine optimale Behandlung und bestmögliche Prognose sind das Wissen und die Fähigkeiten aus der Chirurgie, der Onkologie, der Radiologie, der Strahlentherapie aber auch der Palliativmedizin und Physikalischen Therapie entscheidend und zielführend. „Diese interdisziplinäre Arbeit trägt den Patienten. Der Patient ist in dieses Versorgungsnetz eingebettet, das ihm eine optimale Versorgung bietet“, sagt Prof. Dr. Christopher Kelm. So wird die Chirurgie an diesem Tag über neue, moderne operative Verfahren berichten. Stichwort: minimalinvasive Operationsverfahren. Die Onkologie, als unverzichtbares Element, thematisiert die gezielte medikamentöse Therapie bei Krebserkrankungen.

Neue Behandlungsmöglichkeit Immuntherapie

Darunter die Immuntherapie als neue Behandlungsmöglichkeit. Trotzdem bleibe die Chemotherapie weiterhin ein wichtiger Partner in der Behandlung von Krebspatienten. Silvia Apel wird ihr Wissen rund um das Thema „Ernährung“ an die Zuhörer weitergeben. Dabei stellt sich die Ernährungsexpertin und Fachkrankenschwester unter anderem den Fragen: Warum wird man eigentlich krank? Und was trägt eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu einem gestärkten Immunsystem bei?

Bio-Leistungskurs dabei

Das Besondere an dieser Veranstaltung: Auch den Schülern des Biologie-Leistungskurses der Staberger Gymnasien wird ein Sprachrohr gegeben. In der Veranstaltung können sie mit ihrem Schulwissen glänzen und werden beispielsweise die Genetik im Zusammenhang mit Darmkrebs beleuchten. Im Vorfeld besuchen die Klinikdirektoren des Klinikums Lüdenscheid die Schülerinnen und Schüler in ihren Schulklassen und geben Fachwissen weiter. Für beide Parteien, Schüler und Ärzte, eine Win-Win-Situation.

Jugendliche begleiten die Ärzte

Die Veranstaltung ist für die angehenden Abiturienten nicht nur eine wunderbare Wiederholung in Vorbereitung auf die Abiturprüfung. Sie haben sogar die Möglichkeit einen Tag lang die behandelnden Ärzte zu begleiten, ihnen über die Schultern zu schauen und die Medizin als mögliches Arbeitsfeld kennenzulernen. Über die Kooperation mit den Schülern erhoffen sich die Ärzte im Gegenzug einen persönlichen Zugang zu den Eltern, Großeltern und Bekannten, um für das wichtige Thema der Vorsorge zu sensibilisieren und über Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären.
Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe „Gesundheit im Dialog“ mit der AOK NORDWEST statt.

Kostenloser Stuhltest ab 50

Den Monat des Darmkrebses nutzen Mediziner der Märkischen Kliniken gemeinsam
mit der AOK schon seit vielen Jahren, um über Neuigkeiten in der Behandlung und Vorsorge zu informieren. „Darmkrebs ist leider immer noch ein Tabu-Thema. Mit den Möglichkeiten der Medizin kann man heute aber viel erreichen, wenn der Darmkrebs früh erkannt wird“, sagt Heike Dahm, Regionaldirektorin AOK NORDWEST Lüdenscheid. Die gesetzlichen Krankenkassen ermöglichen ab dem 50. Lebensjahr einen jährlichen Stuhltest, den jederkostenlos in Anspruch nehmen kann und sollte.

Risiko ungesunder Lebensstil

Bereits heute können Mediziner und Forscher das erfreuliche Resümee ziehen: Die
Vorsorge hat sich ausgezahlt. Das Neuauftreten von Darmtumoren konnte um 20 Prozent verringert und 200.000 Neuerkrankungen sowie 90.000 Todesfälle in Deutschland verhindert werden. Ein Weg in die richtige Richtung. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass man mit der Prävention nicht früh genug anfangen kann. Leider erkranken immer häufiger jüngere Menschen an Darmkrebs. Mögliche Ursachen sind nicht nur erblich bedingt, sondern gehen auch mit einem ungesunden Lebensstil einher.

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