Klaus Majoress, Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, fordert mehr Unterstützung in der Flüchtlings- und Migrationsarbeit.

Märkischer Kreis. Bei der Flüchtlings- und Migrationsarbeit benötigt der Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg mehr Unterstützung denn je. Darauf hat Superintendent Klaus Majoress bei der Tagung der Kreissynode im Ev. Gemeindezentrum Eiringhausen hingewiesen.

„Die Flüchtlingssituation auf unserer Erde hat ein Ausmaß angenommen, das nur von den Jahren nach 1945 überschritten wird“, sagte er vor den 92 Delegierten. „Inzwischen drängt uns die Lage vor Ort zu handeln.“ Auch die Kommunen müssten handeln, appellierte der Chef des Kirchenkreises an die Politik. Dabei könne der Kirchenkreis mit seinen kirchlichen Netzwerken, den Beratungseinrichtungen und den Gemeindegruppen unterstützen. Er kündigte die Einrichtung eines runden Tisches für Lüdenscheid an. Er solle dazu dienen, gemeinsamen mit der katholischen Gemeinde und anderen gesellschaftlichen Gruppen ein Netzwerk aufzubauen.

Finanzielle und ideelle Unterstützung nötig

„Unsere Beratungsstelle ist damit beschäftigt, für hart getroffene Menschen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erlangen. Auch das braucht unsere Unterstützung, sowohl ideell als auch finanziell“, sagte Klaus Majoress.

Bei all diesen Überlegungen gelte das besondere Augenmerk der Lage der verfolgten Christen im Irak. Auch die Situation in den afrikanischen Krisengebieten dürfe nicht vergessen werden. Er sei erschrocken vom Ausmaß der Friedlosigkeit und davon, wie Islamismus mit Terror und Menschenverachtung um sich greife. Gleichzeitig betonte er: „Ich bin dankbar für jedes Signal der Moslems unter uns, die sich von diesen menschenverachtenden Terror-Organisationen distanzieren und für friedliches Zusammenleben einstehen.“

Neugestaltung von Haus Nordhelle

Eine Herausforderung anderer Art sei die Modernisierung des Haus Nordhelle, das spüre er inzwischen jeden Tag. „Es wird darum gehen, für eine gute Belegung zu sorgen, um das Haus Nordhelle wirtschaftlich in die Zukunft zu führen“, sagte Klaus Majoress in seinem Jahresbericht. Dabei gehe es aber nicht nur um die Frage des wirtschaftlichen Überlebens. Die inhaltliche und konzeptionelle Ausrichtung mit den Themenschwerpunkten „Rückzug und Weite“ sowie „Spiritualität – Bildung – Wirtschaft“ sei die Grundlage der Neugestaltung.

Pfarrstellenplanung ein „Dauerbrenner“

Pfarrstellenplanung sei ein „Dauerbrenner“ heißt es im Jahresbericht des Superintendenten. „Wir müssen die Pfarrstellensituation so gestalten, dass der Pfarrberuf in unserer Region attraktiv bleibt“, fordert Klaus Majoress. Das funktioniere aber nur begrenzt, wenn Pfarrstellen in pfarramtliche Verbindungen mit rechnerischen Prozentanteile aufgesplittet würden, die kein Mensch ernsthaft im Arbeitsalltag umsetzen könne. Die Konsequenz: „Es wird zwischen den Kirchengemeinden um mehr Vereinigungsprozesse gehen müssen, wenn sie nicht in zehn bis fünfzehn Jahren ohne pfarramtliche Versorgung dastehen wollen.“

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