Bürgermeister Ulrich Schulte begrüßte Gäste aus Südwestfalen und darüber hinaus im Krankenhaus Plettenberg. Foto: Bernhard Schlütter
Dr. Stephan Rapprich aus Bad Soden führt seit über 20 Jahren Liposuktionen durch, d.h. die Absaugung von Fettzellen beim Lipödem. Annette Dunker ist Landessprecherin der NRW Lymphselbsthilfe und organisierte federführend den Lymphtag in Plettenberg. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Der 3. Südwestfälische Lymphtag fand am Samstag (6. Mai) im Plettenberger Krankenhaus statt. Veranstalter waren neben dem Krankenhaus der Krankenhaus-Förderverein, der Schwimmverein Plettenberg und die Selbsthilfegruppe Lymphies Plettenberg. Annette Dunker, engagiertes Vorstandsmitglied des Bundesverbands Lymphselbsthilfe und zertifizierte Übungsleiterin für Entstauungsgymnastik, hatte dafür gesorgt, dass diese Veranstaltung in der Vier-Täler-Stadt stattfand.

Die Fachvorträge fanden interessierte Zuhörer. Foto: Bernhard Schlütter

Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Fachvorträge zu verschiedenen Themen aus der Lymphologie. Dabei wurde auch dem Außenstehenden deutlich, dass ein großes Problem für die Patienten die Anerkennung des Krankheitsbildes und der Behandlungsmethoden durch die Krankenkassen ist, sprich die Kostenübernahme z.B. einer Liposuktion (Absaugen der Fettzellen beim Lipödem), aber auch von konservativen Therapien wie Lymphdrainagen.

In den Pausen zwischen den Vorträgen nutzten die Besucher aus ganz Südwestfalen die Möglichkeiten, sich bei Anbietern von medizinischen Hilfsmitteln zu informieren. Mit Workshops zu den Themen „Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe“ und „Zertifizierte Entstauungsgymnastik“ endete der 3. Südwestfälische Lymphtag.

INFO

Krankheitsbild Lipödem

Das Lipödem ist eine atypische und symmetrische Häufung von Fettgewebe an Hüften und Oberschenkeln, auch an Unterschenkeln oder Ober- und Unterarmen. Hände und Füße bleiben dabei unberührt. Es tritt fast ausschließlich bei Frauen auf.

Wahrscheinliche Ursachen sind neben genetischer Veranlagung auch hormonelle Veränderungen (Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre). Eine Diät zeigt keine oder nur wenig Wirkung.

Das krankhaft veränderte Fettgewebe neigt zur Wassereinlagerung, einer erhöhten Verletzlichkeit und Entzündungsbereitschaft. Dies schädigt die feinen Gefäße und führt zu Spannungsgefühlen und Druckschmerzen. Zusätzlich behindert das Fett das Lymphsystem und begünstigt die Entstehung eines Lip-/Lymphödems.

Die Neigung zu blauen Flecken und die Berührungsempfindlichkeit kennzeichnen den Unterschied zur Lipohypertrophie, welche nur die Fettgewebsvermehrung bezeichnet.

Unter der erst weichen, feinknotigen (Orangen-)Haut bilden sich zunehmend gröbere Knoten bis hin zu entstellenden Hautlappen und ausgeprägten Fettwülsten, die beim Gehen behindern.

Ohne geeignete Therapie schreitet die Krankheit fort, bis die Auswirkungen nicht mehr rückgängig zu machen sind. Wissen um die Fakten ist unverzichtbar im Kampf gegen dieses Leiden.

(Quelle: Magazin der Lymphselbsthilfe e.V. Ausgabe 2/2016)

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