Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall: "Im Märkischen Kreis wird es nie langweilig." Foto: Wolfgang Teipel

Plettenberg. Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtiger der IG Metall Märkischer Kreis und Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite in Sachen DURA-Sanierung, nimmt zur aktuellen Pressemitteilung der DURA-Geschäftsleitung wie folgt Stellung: „Wir warten bis heute auf eine Gesprächseinladung des Arbeitgebers. Die DURA-Chefetage hat am Freitag ohne Not die Gespräche beendet. Unsere Tür ist offen. Eine Einigung zur Mehrarbeit kann jederzeit herbeigeführt werden. Die Gegenleistung muss stimmen. Unsere Mitglieder wollen Absicherungen im Sozialplan, mit Abfindungen, die bei Entlassungen auch tatsächlich gezahlt werden. Diese Zusage von DURA fehlt bisher. Mehrarbeit verlangen, aber die Absicherung von Abfindungen verweigern – das ist keine Lösung.

Kein Wort zur Entscheidung des Arbeitsgerichtes

Keinen Ton verwendet die DURA-Spitze auf eine heutige Entscheidung des Arbeitsgerichts in Lüdenscheid. Dies hat die Durchführung der Mehrarbeit beim Plettenberger Automobilzulieferer im einstweiligen Rechtsverfahren untersagt. Klaus Pahde, Prozessvertreter des DURA-Betriebsrats, betont: „Ohne große Diskussion ist die Haltung der Arbeitnehmerseite bestätigt worden. Ein Blick in die Schriftsätze des Arbeitgebers zeigen im Übrigen, dass er bereits in diesem Verfahren die Möglichkeit eines Insolvenzantrags erwähnt. Insofern fragt man sich, wer mit diesem ‚Worst Case‘ hausieren geht. Im Übrigen: Ich habe auch heute mehrfach mit dem laut DURA-Führung ‚nicht greifbaren‘ Torsten Kasubke telefoniert und mich mit ihm beraten.“

Gudrun Gerhardt: „Klassisches Eigentor“

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis, ergänzt: „Torsten Kasubke ist für die Beschäftigten bei DURA Verhandlungsführer. Er genießt das Vertrauen des Betriebsrats und der Belegschaft. Die Aussage, er sei urlaubsbedingt nicht greifbar, ist schlichtweg falsch. Sie überschreitet auch die Grenze zum persönlichen Schutzraum. Torsten Kasubke ist per Mail und telefonisch jederzeit erreichbar. Sollte es noch in den nächsten Tagen zu einem neuen Verhandlungstermin kommen, wäre er als Verhandlungsführer selbstverständlich auch anwesend. Es ist befremdlich, wie ein international agierender Konzern in der heutigen Zeit so einen großen Stellenwert auf eine 24-stündige körperliche Anwesenheit setzt – und das offenbar Tag für Tag. Übrigens: Frau Tilton hat noch an keiner Verhandlung persönlich teilgenommen. Das bevollmächtigte amerikanische Management weilt zurzeit auch nicht in Plettenberg. Ich würde sagen, das ist ein klassisches Eigentor.“

Die Presseerklärung des Unternehmens

Unterdessen kritisiert das Unternehmen das Verhalten der IG Metall. Dura ist der Auffassung, dass die IG Metall die dringend erforderliche Mehrarbeit an den Standorten Plettenberg und Selbecke als Druckmittel nutzt, um Eigeninteressen von Einzelnen durchzusetzen, ohne dabei die Interessen der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Das fragwürdige Handeln des Verhandlungsführers der IG Metall, Torsten Kasubke, der seit heute urlaubsbedingt nicht mehr greifbar ist, lässt für Dura keinen anderen Schluss zu., heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Dura sei zu Verhandlungen bereit gewesen, wenn sie auf Basis der bisherigen Einigungen zwischen Arbeitnehmervertreter und Dura in gutem Glauben fortgeführt worden wären. Die IG Metall ignoriere die bisherige Einigung und stelle aus Duras Sicht inakzeptable Forderungen, die nach bereits erfolgten Zugeständnissen kein Gegenstand der Verhandlungen mehr gewesen seien.

Sterbehilfe
Auch Petra Crone war am aktuellen Gespräch mit der Dura-Geschäftsleitung beteiligt.

Weiter heißt es: „Am gestrigen Montag, den 11. Juli, haben sich einer der beiden Verhandlungsführer von Dura und ein Berater des Unternehmens, Rechtsanwalt Dr. Hans-Hermann Aldenhoff, mit den Bürgermeistern Ulrich Schulte (Plettenberg) und Andreas Reinéry (Kirchhundem, Selbecke), der Bundestagsabgeordneten des Märkischen Kreises, Dagmar Freitag, der Bundestagsabgeordneten für den Kreis Olpe und den südlichen Märkischen Kreis, Petra Crone, der Landtagsabgeordneten im Märkischen Kreis, Inge Blask und Wolfgang Langenohl, stellv. Vorsitzender im SPD-Kreisverband Olpe, getroffen, um über die Zukunft der beiden Werke des Automobilzulieferers Dura Automotive Systems zu sprechen.

Angespannte Lage erläutert

Dura erklärte in den mehrstündigen Gesprächen die wirtschaftlich angespannte Lage der beiden Standorte und welche Schritte erforderlich seien, um deren Fortbestand zu sichern. Dazu zählen vor allem die ausschließliche Ausrichtung auf hochwertige Teile für Fahrzeuge im Premium- und Luxussegment und Verbesserungen bei Qualität und termingerechter Lieferung. Hierfür müsste Dura den Bereich Leisten und Blenden restrukturieren und verkleinern. Zentrale Themen des Gesprächs waren die umfangreichen Zugeständnisse des Unternehmens in den monatelangen Verhandlungen mit IG Metall und Betriebsrat sowie die aktuelle Dringlichkeit der Mehrarbeit an den Standorten.

Herfried Schwarz: „Politiker zeigen Verständnis“

„Im Anschluss daran zeigten die Politiker Verständnis, dass die Ermöglichung der Mehrarbeit die Grundlage für die Existenzsicherung der beiden Standorte ist“, sagt Verhandlungsführer Herfred Schwarz, Vice President Operations sowie Verantwortlicher für Sonderprojekte bei Dura. Dies nutzt die IG Metall jetzt als angeblichen Verhandlungsverstärker und übersieht dabei die wirtschaftliche Notwendigkeit der Mehrarbeit für Dura, mit dem großen, sich bereits materialisierenden Risiko des Wegfalls von Kundenaufträgen und damit verbundenen Strafzahlungen.“

Das Plettenberger Dura-Werk. Foto: Komplett-Magazin/Heiko Höfner
Das Plettenberger Dura-Werk. Foto: Komplett-Magazin/Heiko Höfner

Die IG Metall und der Betriebsrat haben überdies aus Sicht von Dura einen rechtlichen Schritt eingeleitet, der nicht im Sinne der Mitarbeiter sein kann. Vielmehr gefährdet er ernsthaft deren Zukunft: Die Arbeitnehmervertreter haben sich ohne jede Not an das Insolvenzgericht in Hagen gewandt, dort einen möglichen Insolvenzverwalter ins Spiel gebracht und den Eindruck erweckt, ein Insolvenzverfahren stehe unmittelbar bevor.

Verantwortungsloses Verhalten“

Das Unternehmen sieht in dieser Art von Vorgehen das Zunichtemachen der eigenen Verhandlungsmöglichkeiten auf Arbeitnehmervertreterseite. Es wird dazu führen, dass die Kunden unmittelbar ihre Aufträge anderswo vergeben. Es zerstört mit Sicherheit mehrere hundert Arbeitsplätze und reduziert die Abfindungschancen für die von einer möglichen Kündigung betroffenen Mitarbeiter. „Wir können darin nur noch ein völlig verantwortungsloses Verhalten erkennen, das nicht mehr mit dem Anspruch verbunden ist, die Interessen der Mitarbeiter zu vertreten – weder für die IG Metall, noch für den Betriebsrat“, so Schwarz.

Umfangreiche Zugeständnisse seitens Dura

Angesichts der umfangreichen Zugeständnisse, zu denen sich Dura in den monatelangen Verhandlungen bekannt hat, zeigt sich das Unternehmen bestürzt und enttäuscht vom Schritt der IG Metall: „Wir bedauern das Verhalten der Arbeitnehmervertreter sehr. Dura ist auf viele Forderungen eingegangen. Damit und mit der Zustimmung auf Mehrarbeit hätten wir die Chance gehabt, die Werke in Plettenberg und Selbecke fortzuführen und so mindestens 450 Arbeitsplätze zu sichern. Diese Chance ist uns genommen worden“, sagt Herfred Schwarz.

In diesem Jahr keine betriebsbedingten Kündigungen

Dura hatte zugestimmt, in diesem Jahr keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen und eine Standortgarantie in Selbecke und Plettenberg bis Ende 2017 zu geben. Hinzu wären eine gezielte Neuvergabe von Aufträgen nach Plettenberg und Selbecke gekommen sowie die Zusage, bestehende Aufträge bei einer Produktivitätsverbesserung über 2018 hinaus vor Ort zu belassen. Sobald Lieferengpässe überwunden und die Produktivität verbessert worden wären, hätte Dura die zwingend erforderliche Mehrarbeit so schnell wie möglich zurückgefahren. Im Gegenzug für die Mehrarbeit erfolgte bereits die Auszahlung von Arbeitszeitkonten in Millionenhöhe. Das Unternehmen war ebenso gewillt, vor Ausspruch von etwaigen Kündigungen einen Sozialplan zu verhandeln und die Stammbelegschaft erst zu reduzieren, wenn Leiharbeiter und befristet Beschäftigte abgebaut werden konnten. Die IG Metall hingegen bestand darauf, dass Dura nicht einmal die Möglichkeit haben solle, bei möglichen Sozialplanverhandlungen einen Schlichter einzuschalten.

„Immer wieder neue Forderungen“

„IG Metall und Betriebsrat kamen mit immer neuen Forderungen, trotz bereits erfolgter Einigungen. Irgendwann aber ist die Grenze des wirtschaftlich Tragbaren überschritten. Das Gleiche gilt für den Glauben an eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagt Herfred Schwarz. „Die IG Metall hat den Bogen überspannt. Auf ihr Eigeninteresse bedacht, verspielt sie die Existenz vieler hundert Mitarbeiter und ihrer Familien. Das ist sehr traurig.“

 

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1 KOMMENTAR

  1. Das Firma Lynn Tilton (Dura) ist bekannt in US für Bankruptcy, das sind ihre taktics.
    Fur kurze Zeit haben Dura „Trans care“ mitarbeiters ohne Lohne etc. Auf die strasse gesetzt.
    Wenn das Firma kaputt ist, liegt es nur an Schlechten Management Schuld und nicht an IG metal oder die Mitarbeiters.

    Aber fuer ihre Rechtsstreit fuer Fraud Verfahren usw und ihre teuere Lebens luxus gibt Sie alles aus… Die Spielen ein Schmutzigen Spiel mit Mitarbeiters und es soll Endlich Schluss Sein das Firmen und ihre Politik, Sozial Kompetenz Zeigen… Das Arbeitergebe Politik ist Langst nicht mehr Akzeptable..
    Die firme Partriarch Partners / Tilton, mussen $ 1 billion / Zohar funds investor geld zuruck Zahlen am ende des jahres…
    Wenn unsere politiker mehr in die lager war gesetze Zu einfuhren das Stoppt Gerig, absocke Schleckten Management zu stoppen, war unsere Wirtschaft in bessere Zustand….
    Die Firme hat millionen auch Verdient und abgesockt ins Ausland die haben nichts investiert wichtig. Keine Verstandnis fuer Hr. Schwarz kommentar… Zeit das etwas gegen schlechten Unternehmen Personnel politik und welt Korruption getan werde…

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