Zufriedenheit in der Volksbank-Chefetage: Die gute Stimmung in den Unternehmen schlägt sich bei Uwe Kleppel und Karl-Michael Dommes mit einer Zunahme von Investitionskrediten nieder. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Sorgen der märkischen Unternehmen aus dem Jahr 2009 sind längst passé. Nach der internationalen Finanzkrise hatten einige Umsatzeinbrüche von bis zu 40 Prozent zu verzeichnen. Wie sollte es weitergehen? Nach oben. „Die Wirtschaft hat sich schnell erholt“, sagt Karl-Michael Dommes, Vorstandssprecher der Volksbank im Märkischen Kreis. Im Juni 2017 war die Stimmung so gut wie selten. Die Unternehmerschaft blickt zuversichtlich in die Zukunft, viele wollen investieren und neue Mitarbeiter einstellen. Das belegt die jährliche Umfrage im heimischen Mittelstand.

Antworten von 95 Unternehmen

Auch in diesem Jahr hat die Volksbank den Unternehmen wieder auf den Puls gefühlt. Er schlägt regelmäßig und stark. So lassen sich die Auskünfte der 95 Unternehmen zusammenfassen, die sich an der Mittelstandsumfrage beteiligt haben.

Dass das nicht nur auf dem Papier so ist, bestätigt Uwe Kleppel, Direktor Firmenkunden bei der Volksbank. Sein Besuch bei der diesjährigen Hannover Messe ist ihm noch gut in Erinnerung. Er hatte sich an 16 Ständen umgehört. „Die Stimmung war fast schon euphorisch“, berichtet er. Und das zeigt sich an den Zahlen der Bank. „Die Auftragsbücher unserer 15 Firmenkundenberater sind gut gefüllt.“

Dazu sagt Karl-Michael Dommes: „Wir erleben seit Herbst bis Jahresmitte eine deutliche Nachfrage nach Investitionskrediten. Da verzeichnen wir ein Plus von 8,6 Prozent“. In Zahlen ausgedrückt bedeuteten das immerhin „100 Millionen Euro mehr“. Einziger Wermutstopfen für die Bank: „Angesichts der aktuellen Zinssituation laufen die Geschäfte leider zu sehr mageren Margen.“

Bei elf Prozent ist die Lage „sehr gut“

Zur Umfrage: Elf Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit „sehr gut“. 73 Prozent sehen sich in einer guten Lage. In einer schlechten Position befinden sich nach eigenen Angaben nur drei Prozent. Die überwiegend gute Beurteilung der Geschäftslage ist zwar in allen Wirtschaftsbereichen und Größenklassen zu finden. Aber wie schon vor einem Jahr schätzen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ihre Lage tendenziell etwas trüber ein.

Sieben Prozent befürchten Verschlechterung

Für den weiteren Jahresverlauf sind die Unternehmen aus dem Geschäftsgebiet der Volksbank grundsätzlich zuversichtlich gestimmt. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung befürchten, sogar von zehn auf sieben Prozent ab. Die Mehrheit, immerhin 52 Prozent, erwartet einen weitgehend gleichbleibenden Geschäftsgang auf dem derzeitig hohen Niveau. 38 Prozent setzen auf eine etwas verbesserte und drei Prozent sogar auf eine starke Aufhellung der Geschäftslage.

73 Prozent der Unternehmen schätzen ihre Lage als gut ein. Grafik: Volksbank im Märkischen Kreis

Allerdings: 58 Prozent der Befragten mussten Kostensteigerungen hinnehmen. Besonders betroffen war das Baugewerbe. Die Unternehmen erwarten zudem, dass sich der Kostenanstieg im Laufe des Jahres nur leicht abschwächen wird. Das schlägt sich auf die Preise nieder. Mit 24 Prozent wollen mehr Unternehmen die Preise anheben als das noch vor einem Jahr der Fall war (13 Prozent). 67 Prozent gehen mit unveränderten Preisplanungen in die nächsten Monate.

Bei den Investitionsausgaben gab es gegenüber 2016 nur leichte Verschiebungen. Grafik: Volksbank im Märkischen Kreis

35 Prozent wollen mehr investieren

Nur leichte Verschiebungen gab es gegenüber den letzten Befragung bei der Entwicklung der Investitionsausgaben. Rund die Hälfte der Mittelständler hielten ihre Ausgaben im letzten Halbjahr stabil. Anteil der Unternehmen mit steigender Investitionstätigkeit überwog mit 35 Prozent aber weiterhin spürbar die 15 Prozent der Unternehmen, die ihre Investitionen gekürzt haben.

Aktuelle Entwicklungen in der Autoindustrie, Stichwort Dieselgate und E-Mobilität, spielen für die heimischen Automobilzulieferer nach Einschätzung der Volksbank eine eher untergeordnete Rolle. „Sie produzieren bei weitem nicht nur Komponenten für Motoren, sondern auch jede Menge Teile, die auch in E-Autos verbaut werden können“, sagt Karl-Michael Dommes.

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