Meisterin am Bandoneon: Bettina Hartl spielt am 27. September in Rönsahl.

Rönsahl. Jubiläum bei den Rönsahler Kirchenkonzerten: Die anspruchsvolle Reihe geht ins 25. Jahr. Zum Beginn der Konzerte im Jubiläumsjahr präsentiert Intendant Dr. Christoph Luyken am Samstag, 27. September, in der Rönsahler Servatiuskirche zwei hochkarätige Musiker: Deutschlands Crossover-Ukulele-Spieler Hajo Hoffmann und die Berliner Bandoneon-Instrumentalistin Bettina Hartl. Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Die Karten kosten an der Abendkasse 12 Euro/ermäßigt 5 Euro.

Alle Instrumente solistisch vorstellen
Hajo Hoffmann aus Schalksmühle ist Deutschlands Ukulele-Crossover-Musiker. Foto: Wolfgang Teipel
Hajo Hoffmann aus Schalksmühle ist Deutschlands Ukulele-Crossover-Musiker. Foto: Wolfgang Teipel

Mit dem Gastspiel von Hajo Hoffmann und Bettina Hartl rückt Intendant Dr. Christoph Luyken seinem großen Ziel ein Stück näher. „Alle Musikinstrumente einmal solistisch vorzustellen, war schon immer eine der selbst gestellten Aufgaben der Rönsahler Kirchenkonzerte. Nun, nach 24 Jahren, sollte man durch sein, könnte man meinen“, sagt Luyken. „Aber es gibt doch einige Instrumente, die ihren großen Auftritt in Rönsahl noch nicht hatten.“

Ukulele mit Effekt-Gerät

Ukulele und Bandoneon haben eine lange Geschichte. Das kleine Saiteninstrument stammt aus Hawaii und geht auf die portugiesische Braguinha zurück. Von Hawaii gelangte sie nach Nordamerika und von dort nach Europa zurück. In Deutschland beginnt die Ukulele seit Ende der 1990er populär zu werden. Hajo Hoffmann spielt eine Tenor-Ukulele in Quinttstimmung (d-a-e-h). So kann er den Tonumfang seines Instruments enorm erweitern. Dazu setzt er in seinem Programm „Ukulele – a magic sound“ eine Loop-Station als Effektgerät ein. Damit spielt er live zusätzliche Stimmen und Percussions-Elemente ein.
Ob Jazz, Klassik, brasilianische Folklore oder Anleihen aus Fernost – Hajo Hoffmann ist überall in der Welt der Musik zuhause. Er war der erste deutsche Hochschul-Dozent für Jazz-Violine und der Musikhochschule Köln. Als konzertierender Geiger gab er zahlreiche Konzerte in Europa, Brasilien und den USA.

Ganz spezielle Spielweise

Damit das Konzert nicht zu „einsaitig“ wirkt, sondern auch „wechseltönig“ daher kommt, wird aus Berlin das Multitalent Bettina Hartl mit ihrem Bandoneon eingeflogen. Dieses Instrument, von Carl Friedrich Uhlig (Chemnitz) erfunden, ab 1843 von Carl Friedrich Zimmermann (Carlsfeld) produziert und seit 1848 von Heinrich Band (Krefeld) vervollkommnet, erzeugt beim Ziehen des Balges einen anderen Ton als beim Quetschen (genau das nennt man „wechseltönig“). Das unterscheidet das Bandoneon vom Akkordeon und erfordert eine ganz eigene Spielweise.
Das Bandoneon (auch Concertina genannt) ist seit den 1940er Jahren aus Deutschland fast verschwunden. Seither hat es in Südamerika, namentlich in Argentinien, eine große Karriere als das Instrument des Tango gemacht. Und von dort kehrt das Interesse an diesem Instrument allmählich zurück.

Vom Barock bis zur leichten Muse

Bettina Hartl, die das Bandoneonspiel bei dem großen deutschen Bandoneonisten Klaus Gutjahr studiert hat, beherrscht die nuanciertere deutsche Spielweise ebenso souverän wie den argentinischen Tangosound und wird mit Musikstücken vom Barock bis zur leichten Muse die Bandbreite des Instrumentes demonstrieren.
Die 37-jährige Musikerin stammt aus München. Sie studierte Tonmeister mit dem Hauptfach Klavier und den Nebenfächern Gesang und Gitarre an der Universität der Künste in Berlin. Neben zahlreichen Gastspielen und Orchestertätigkeit konzentriert sie sich seit 2003 auf das Bandoneonspiel.

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