Kreisdechant im Ruhestand und Domkapitular des Bistums Essen Johannes Broxtermann hatte zusammen mit Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg und Pastor Johannes Bungenberg zu der Gedenkveranstaltung aufgerufen. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Am Freitag, 23. Dezember, fand um 17.30 Uhr im Weihnachtshaus auf dem Lüdenscheider Weihnachtsmarkt eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlages in Berlin statt.

Überkonfessionelle Veranstaltung

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Viele waren gekommen, um der Opfer zu gedenken.

Gestaltet wurde die überkonfessionelle, halbstündige Veranstaltung von Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg von der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede, Kreisdechant im Ruhestand und Domkapitular des Bistums Essen Johannes Broxtermann sowie Pastor Holger Bungenberg aus der freien evangelischen Gemeinde Börsenstraße.

Zudem waren auch hochrangige Politiker wie Bürgermeister Dieter Dzewas und MdL Gordan Dudas anwesend.

Den Beginn sollte eine Gedenkminute bilden, der ganze Weihnachtsmarkt sollte in Stille innehalten. Das war jedoch gar nicht so einfach. Direkt neben dem Weihnachtshaus, befindet sich nämlich der Glühweinstand, der an diesem Abend gut besucht war.

Pastorin stieg kurzerhand auf einen Stuhl

Mit Monika Deitenbeck (ganz links) geht es irgendwie immer etwas ungewöhnlich zu. Sie stieg Kurzerhand auf einen Stuhl und verschaffte sich so dann auch Gehör.
Mit Monika Deitenbeck (ganz links) geht es irgendwie immer etwas ungewöhnlich zu. Sie stieg kurzerhand auf einen Stuhl und verschaffte sich so dann auch Gehör.

Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg hatte da aber keine Berührungsängste. Da sie selbst eher klein ist von Statur, stieg sie kurzerhand auf einen Stuhl und bat die fröhlichen Zecher von nebenan einfach direkt darum, an der Gedenkminute teilzunehmen. Sie musste nicht lange bitten, es wurde sehr schnell sehr still auch auf dem restlichen Weihnachtsmarkt.

Nach einer Minute und einem Gebet von Frau Deitenbeck für ein friedliches Weihnachtsfest, kehrten sich die Glühweinfans wieder den Gläsern und die vielen Besucher der Andacht im Weihnachtshaus zu.

Bewegende Worte vom Bürgermeister

Bürgermeister Dieter Dzewas fand berührende Worte.
Bürgermeister Dieter Dzewas fand die richtigen Worte.

Dort fand Bürgermeister Dieter Dzewas einige sehr bewegende Worte des Gedenkens für die Anschlags-Opfer und ihre Angehörigen. Es wurde auch dabei sehr still in dem vollen Haus. Für die musikalische Umrahmung sorgte danach anrührend Jugendreferent Daniel Scharf, der Gitarre spielte und live dazu sang.

Johannes Broxtermann sprach in seiner abschließenden Rede dann auch davon, dass man sich nicht auf die Täter konzentrieren solle, sondern auf den, zu dessen Ehre Weihnachten statt findet. Und dass man darauf vertrauen sollte, dass letztendlich Gott bei all den schrecklichen Geschehnissen auf dieser Welt das letzte und ausschlaggebende Wort hat. Boxtermann rief dazu auf, „Standing“ zu zeigen und sich dem Terror nicht zu beugen.

Eine starke Botschaft

Jugendreferent Daniel Scharf sorgte für das msuikalische Rahmenprogramm.
Jugendreferent Daniel Scharf sorgte für das musikalische Rahmenprogramm.

Eine starke Botschaft, die ankam und Mut machte. Viele der Anwesenden trugen sich nach dem abschließenden Segen noch in das ausliegende Kondolenzbuch ein und zündeten als Zeichen der Anteilnahme draußen auf dem Markt an einem extra dafür eingerichteten Platz Kerzen an.

Die große Anzahl der Lüdenscheider, die sich an diesem Abend in und um das Weihnachtshaus versammelt hatten, machte deutlich, wie tief dieser Anschlag die Menschen berührt hat, aber auch, dass sehr viele nicht bereit sind, sich dem Terror zu beugen. Sondern enger zusammenrücken und Hoffnung finden in ihrem Glauben und der Zuversicht, dass Bosheit und Niedertracht nicht triumphieren werden über Liebe, gegenseitigem Respekt und dem Anrecht auf die Würde eines jedes einzelnen Menschen.

 

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