Hier entsteht ein riesiger Baum für ein Bühnenbild. Eine Gemeinschaftsprojekt von localaid, KultStädte e.V. und dem Team des "Stadtschatten". Fotos Iris Kannenberg
Der Baum hat eine sehr große Nase. Hier Bernard Reynaud, Mitinitiator und Finanzier des Stadtschatten sehr "andächtig" bei der Arbeit ;-)
Der Baum hat eine sehr große Nase. Hier Bernard Reynaud, Mitinitiator und Finanzier des Stadtschatten sehr „andächtig“ bei der Arbeit 😉

Lüdenscheid. Plettenberg. Werdohl. Wie bereits einige unserer Leser wissen, laufen in einem Werdohler Atelier gerade die Vorbereitungen für eine multimediale Show mit Namen „Stadtschatten“ auf Hochtouren. „Stadtschatten“ ist Kino, Theater und Musical in einem, ein Erlebnis für die ganze Familie. Worum geht es in dieser Show? Um ein kleines Mädchen namens Jule!
Und um den einen oder anderen phantastischen Charakter wie z.B. einen großen sprechenden Baum.

Baum aus Pappmachée

Dieser Baum ist uralt und riesengroß. Um ihn in Szene zu setzen, wurde ein Gerüst aus Dachlatten und Draht zu einem Baumstamm geformt, ebenso zu Wurzeln und Ästen. Doch wie sollte man jetzt diesem Baum tatsächlich auch das Leben geben, das er in der Geschichte besitzt? Denn dazu brauchte er Rinde, Blätter und viel Farbe. Patrick und sein Team hatten die Idee, dem Baum eine Haut aus Pappmachée zu geben, und diese dann zu bemalen.

Eine Haut aus Pappmachée

Patrick Tussnat, Produzent und Art Director der Show ist mit Spaß bei der Sache.
Patrick Tussnat, Produzent und Art Director der Show ist mit Spaß bei der Sache.

Gesagt getan. Aber nicht ganz so einfach wegen der sehr, sehr großen Menge an Zeitungen, die nötig sind, eine große Menge an Pappmachée zu produzieren. Nachdem man zuerst sämtliche Papiercontainer zwischen Lüdenscheid, Plettenberg und Werdohl geplündert hatte und dabei zu einer sehr ungenügenden Menge Papier gekommen war, kam man auf die gute Idee, einen der hiesigen Zeitungsverlage zu fragen. Dieser spendete spontan zwei Wagenladungen voll mit alten Journalen. Jetzt konnte es losgehen.

Papierberg von der Höhe der Nordhelle

Nicht unerhebliches Problem Nummer zwei: Man war nur zu zweit mit einem Papierberg ungefähr von der Höhe der Nordhelle. Das konnte gut zu einer wirklich „Unendlichen Geschichte“ werden, da nicht nur der Baum zu bewältigen war, sondern auch noch ein sehr großer Pilz, diverse Blumen und so einiges andere mehr.

Gut, wenn man Freunde hat!

Rahaf Zaida aus Syrien. Sie studierte in ihrem Heimatland Kunst, bevor sie fliehen musste.
Rahaf Mazen Zaidia aus Syrien. Sie studierte in ihrem Heimatland Kunst, bevor sie fliehen musste.

Gut, wenn man Freunde hat! Patrick wandte sich an einen der Workshops, die unter der Leitung von localaid.eu und des Kulturvereins KultStädte e.V. als Resultat der localaid-Veranstaltung im Kulturhaus Mitte Dezember 2015 entstanden sind.

Dort wurden für Flüchtlinge Spenden gesammelt, die gerade in insgesamt vier Workshops fließen, aus den Bereichen Fotografie, Musik, Video und Bildende Kunst.

Und eben mit der Leitung dieses letzteren Workshops ist Patrick Tussnat gut bekannt. Ein Anruf und eine kurze Besprechung reichten aus, dann wurden Autos organisiert und man traf sich mit den Workshop-Teilnehmern und drei Lüdenscheider Künstlerinnen (Iris Kannenberg, Anja Kowski und Claudia Bäcker-Kirmse) auf der innerstädtischen Parkpalette. Der Schauspieler Christian Michael Donat kam auch gleich mit. Er spricht den Baum und nahm die Gelegenheit war, sein Konterfei einmal aus der Nähe kennenzulernen.

Sie arbeiteten Hand in Hand

Auch eine Pause muss mal sein ...
Auch eine Pause muss mal sein …

Das Werdohler Atelier war an diesem Tag voller Menschen. Und diese arbeiteten Hand in Hand. Nach drei Stunden war das schlichte Drahtgerüst des Baumes nicht mehr wiederzuerkennen. Er hatte eine Haut bekommen. Der Workshop Bildende Kunst hatte zusammen mit dem Team des Stadtschatten und unter der sachkundigen Begutachtung durch Christian Michael Donat 😉 ganze Arbeit geleistet.

Null Probleme

Alle, die an diesem Tag dabei waren, können zu recht stolz auf diese besondere Teamarbeit sein, zeigt sie doch, dass Flüchtlinge und Einheimische trotz Sprachbarrieren null Probleme haben, gemeinsam z.B. ein künstlerisches Projekt zu realisieren.

Man versteht sich eben mit dem Herzen gut und nicht unbedingt deshalb, weil man die gleiche Sprache spricht. Und mit dem Herzen waren sie alle dabei. Der Jüngste an diesem Tag war gerade mal 13 Jahre alt. Der Älteste fast 60. Auch das geht problemlos.

Drei Weltreligionen haben gemeinsam Spaß

Der Schauspieler Christian Michael Donat im Gespräch mit Patrick Tussnat. Christian wird den Fagus sprechen.
Der Schauspieler Christian Michael Donat im Gespräch mit Patrick Tussnat. Christian wird den Fagus sprechen.

Zudem waren an diesem Tag innerhalb der Gruppe insgesamt die Vertreter dreier Weltreligionen anwesend, die sich im Gegensatz zur landläufigen Meinung bestens verstanden und ohne irgendwelche Vorbehalte einen richtig schönen Nachmittag miteinander verbrachten. Läuft! Wenn man nur will.

Diese coole Truppe wird wiederkommen, dann zum Bemalen des Baumes, bei dieser Aktion werden dann statt tonnenweise nassem Papier eben literweise Farbe verarbeitet.

Wer jetzt Lust hat, sich über die Show „Stadtschatten“ zu informieren kann dies über Facebook tun: https://www.facebook.com/STADTSCHATTEN/?fref=ts oder sich auch hier bei TACH über die Show informieren: http://guten-tach.de/stadtschatten-kino-theater-und-musical/.

 

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