Die Heizungsanlage in der Firma Arens Stahlkontor ist sichtbar in die Jahre gekommen. Im Zuge der Modernisierung möchten Geschäftsführerin Christine Schröder (2.v.l.) und Mitarbeiterin Jennifer Rüffer (r.) in Kooperation mit weiteren Unternehmen ein Blockheizkraftwerk nutzen. Petra Schaller, Klimaschutzbeauftragte des MK, und Bürgermeister Ulrich Schulte unterstützen dieses Vorhaben. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. „Wir haben durch viele kleine Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs enorme Einsparungen erzielt.“ Christine Schröder, Geschäftsführerin der Firma Arens Stahlkontor im Industriegebiet Köbbinghauser Hammer, zieht schon während des noch bis zum Herbst laufenden Projekts „Ökoprofit“ eine positive Bilanz. Den nächsten Schritt würde die Unternehmerin gerne mit dem Betrieb eines KWK-Blockheizkraftwerks machen und dabei mit benachbarten Unternehmen kooperieren.



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In einem Pressegespräch erläuterten Christine Schröder, Bürgermeister Ulrich Schulte und die Klimaschutzbeauftragte des Märkischen Kreises, Petra Schaller, die Möglichkeiten der Nutzung von gerade in produzierenden Firmen entstehender Abwärme zur Stromerzeugung.

„Fördermittel für Klimaschutz liegen förmlich auf der Straße. Man muss sie nur abgreifen“

Der Umbau der Energieversorgung im Zuge der Energiewende stellt kleine und mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen, eröffnet aber auch neue Chancen. Die dezentrale Stromerzeugung und -nutzung z.B. durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gewinnt an Bedeutung. Die Stadt, der Märkische Kreis und die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) informieren Plettenberger Unternehmen über diese Technologie, die Fördermöglichkeiten und die mögliche Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen beim Betrieb eines Blockheizkraftwerks. „Fördermittel für Klimaschutz liegen förmlich auf der Straße. Man muss sie nur abgreifen“, erklärt Petra Schaller.

Einige Firmen planen schon eigene Blockheizkraftwerke

Nach der ersten Informationsveranstaltung im November 2016 hätten einige Unternehmen aus dem Industriegebieten Köbbinghauser Hammer und an der Herscheider Straße mit eigenständigen Planungen für den Bau eines Blockheizkraftwerks begonnen, berichtet Ulrich Schulte. Andere hätten ihr Interesse an einer Kooperation bekundet. Schwierig sei jedoch, dass die Interessenten räumlich weit auseinander liegen, so dass eine Kooperation nur unter Verlegung eines langen Leitungsnetzes und der damit verbundenen Energieverluste möglich wäre, erläutert Schulte. „Eine Umsetzung des Projektes rückt aber wieder in den Bereich des Möglichen, wenn sich weitere Firmen daran beteiligen.“ Daher stelle sich die Frage, ob neben den bekannten Firmen auch andere ein Interesse an solch einer kooperativen Lösung haben bzw. grundsätzliches Interesse haben, aber lieber eine eigene Lösung anstreben.

Während des Projekts Ökoprofit (ÖKOlogisches PROjekt Für Integrierte Umwelt-Technik), an dem neben Arens Stahlkontor auch das Nachbarunternehmen Beck & Kaltheuner teilnimmt, hat sich zwischen diesen beiden Unternehmen der für beide vorteilhafte Austausch von Holzpaletten ergeben. „Manchmal liegen Lösungen ganz nah“, findet Christine Schröder. Sie würde sich an einer Kooperation für ein Blockheizkraftwerk auf jeden Fall beteiligen.

Info

  • Ökoprofit ist ein Projekt der GWS, des Märkischen Kreises und der Kommunen Plettenberg, Halver, Hemer, Iserlohn, Lüdenscheid und Schalksmühle.
  • Dabei soll der betriebliche Umweltschutz dauerhaft verbessert und dabei – etwa durch Abfallvermeidung und bessere Energieausnutzung – Geld gespart werden. Ökoprofit setzt auf Freiwilligkeit, Eigeninitiative und den Schulterschluss in der Region. Die teilnehmenden Betriebe profitieren vom produktiven Erfahrungsaustausch untereinander und verbessern den Kontakt zu den lokalen Behörden.
  • Mit Hilfe von Ökoprofit werden innerbetriebliche Innovationen ausgelöst, die zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung führen. Zentrale Themen sind die Reduktion des Energieverbrauchs, Abfallreduktion und eine bessere Materialeffizienz. Produkte, Technologien und Einsatzstoffe werden kritisch überdacht, um Emissionen und Abfälle zu vermeiden. Der Aufbau eines betrieblichen Umweltmanagementsystems wird unterstützt. Das Hauptaugenmerk von Ökoprofit liegt auf der Beratung im Betrieb vor Ort. Den teilnehmenden Betrieben wird individuell aufgezeigt, in welchen Bereichen Ansatzpunkte für Verbesserungen hinsichtlich Kostensenkung, Umweltentlastung und Rechtssicherheit vorliegen.

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