Einbahnstraße
An der Kölner Straße gibt es einen Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Foto: Michael Kaub

Hagen.  Eine Einbahnstraße darf normalerweise nur in Richtung des weißen Pfeils auf dem Einbahnstraßenschild befahren werden. Inzwischen gibt es in Hagen aber zahlreiche Einbahnstraßen, die Radfahrern auch die Benutzung in entgegengesetzter Richtung erlauben. Diese freigegebenen Einbahnstraßen erkennt man an besonderen Zusatzzeichen. Darauf weist die Stadt Hagen in einer Pressemitteilung hin.

Schwarzes Fahrrad auf weißem Grund

So untersagt das Verkehrszeichen „Verbot der Einfahrt“ (roter Kreis mit weißem Querstrich) am Ende einer Einbahnstraße eigentlich allen Verkehrsteilnehmern, die Straße in Gegenrichtung zu benutzen. Ist unter dem Schild aber ein weißes Zusatzzeichen mit einem schwarzen Fahrrad und dem Wort „frei“ angebracht, darf die Einbahnstraße durch Radfahrer in beide Richtungen befahren werden. Damit Kraftfahrer nicht von den entgegenkommenden Fahrrädern überrascht werden, informiert sie ein anderes Zusatzzeichen. Unter dem Einbahnstraßenschild zeigt es ein schwarzes Fahrrad auf weißem Grund. Darunter sind zwei Pfeile in entgegengesetzten Richtungen zu sehen.

Gut auf den Gegenverkehr achten

Radfahrer sollten unbedingt darauf achten, nur dann gegen die eigentliche Richtung der Einbahnstraße zu fahren, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist. Wenn es erlaubt ist, sollte trotzdem auf den Gegenverkehr geachtet werden, da vielen Verkehrsteilnehmern die neuen Regelungen noch unbekannt sind und sie nicht damit rechnen, dass ihnen jemand entgegenkommt.

Sofern durch Verkehrsschilder nichts anderes geregelt ist, gilt an Kreuzungen rechts vor links – also auch an Einmündungen, an denen ein Auto gar nicht aus der Straße heraus kommen dürfte. Hier haben Radfahrer Vorfahrt, wenn es keine andere Regelung gibt. Gleichwohl ist es ratsam, den Blickkontakt zu Autofahrern, die links abbiegen wollen, zu suchen.

Schutzstreifen neu im Stadtbild

Neu im Hagener Stadtbild sind auch so genannte Schutzstreifen, die zunächst in Haspe markiert wurden. Der Schutzstreifen für den Radverkehr am rechten Fahrbahnrand kann mit dem Sinnbild „Radverkehr“ auf der Fahrbahn gekennzeichnet sein. Schutzstreifen sind Bestandteil der Fahrbahn, aber selbst keine Fahrstreifen. Daher gilt für andere Fahrzeuge auf ihnen nicht das Rechtsfahrgebot. So dürfen diese Leitlinien zum Beispiel von Auto- oder Lkw-Fahrern nicht überfahren werden, wenn dadurch der Verkehr gefährdet wird. Bei Bedarf dürfen die markierten Schutzstreifen für den Radverkehr überfahren werden. Zudem darf auf durch Leitlinien markierte Schutzstreifen nicht geparkt werden.

Schutzstreifen muss befahren werden

Dieses Zeichen signalisiert Radfahrern, dass sie in beide Richtungen fahren dürfen. Foto: Michael Kaub
Dieses Zeichen signalisiert Radfahrern, dass sie in beide Richtungen fahren dürfen. Foto: Michael Kaub

Da sich das Rechtsfahrgebot (§ 2 Abs. 2 StVO) auch an Radfahrer richtet, folgt hieraus eine indirekte Benutzungspflicht der Schutzstreifen. Die Nichtbenutzung ist als Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot eine Ordnungswidrigkeit. Das Befahren des Schutzstreifens in entgegengesetzter Fahrtrichtung ist unzulässig. Ebenfalls ist das Nebeneinanderfahren von Radfahrern auf dem Schutzstreifen unzulässig.

Radfahrer dürfen auf dem Schutzstreifen auf der Fahrbahn rechts wartende Fahrzeuge rechts überholen. Dabei ist außer besonderer Vorsicht auch eine mäßige Geschwindigkeit einzuhalten. Mäßig ist in diesem Zusammenhang eine Geschwindigkeit von 15 bis 20 km. Dies gilt auch gegenüber zum Linksabbiegen eingeordneten Fahrzeugen. Es ist auch gestattet, einzeln eine auf dem rechten Fahrstreifen langsam fahrende Fahrzeugschlange rechts mit geringfügig höherer Geschwindigkeit und mit äußerster Vorsicht zu überholen.

 

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