Eberhard Fisch, Wandspiel, 1991, Kinetisches Objekt, Stahl, Städtische Galerie Lüdenscheid. Foto: Conzen

Lüdenscheid. (PSL) Die Städtische Galerie hat das Kunstwerk „Wandspiel“ von Eberhard Fisch zum Kunstwerk des Monats März gekürt – ein kinetisches Objekt aus Stahl. Im Schatten der monumentalen Dampfmaschine aus der Sammlung des Geschichtsmuseums sind weitere metallene Objekte gruppiert, die zum Sammlungsbestand der Galerie gehören. Bescheiden unauffällig erscheint ein aus Stahl geschweißtes Räderwerk, das, zunächst bewegungslos auf einer Betonwand montiert, den Besucher am Treppenabgang zum Forum empfängt. „Wandspiel“ lautet der Titel dieser Arbeit, die der Berliner Künstler Eberhard Fisch geschaffen hat.

Irritierende Wahrnehmungseindrücke

Bereits in den 1960er und 70er Jahren beschäftigte sich Fisch, Meisterschüler von Prof. Gerhard Fietz an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, mit der Herstellung kinetischer Apparate: Rotierende Scheiben, Gitter- und Speicherstrukturen, die, einmal in Bewegung versetzt, zu irritierenden Wahrnehmungseindrücken führen.

Das „Wandspiel“ der Städtischen Galerie besteht aus zwei kreisrunden übereinander montierten Scheiben, die durch ein speicherartiges Gitterwerk gebildet werden. Beide Elemente können in Bewegung versetzt werden und lassen so das metallene Stab- und Gitterwerk zu einem visuellen Abenteuer werden.

Töne oder auch Spiel mit dem Wasser

Was bedeutet „Kinetische Kunst“? Kinetik als physikalischer Begriff ist ein Teilgebiet der Mechanik, hat also mit der Bewegung von Körpern zu tun, entsprechend geht es um bewegliche oder bewegte Kunst, oftmals mit Hilfe von mechanischen oder elektrischen Antrieben. Die Höhepunkte der Kinetischen Kunst lagen in den 1930er bis 1960er Jahren. Die vom Konstruktivismus angeregten abstrakten „Mobiles“ von Alexander Calder (1898-1976) sind hier ebenso zu benennen wie die Kunst der Gruppe „ZERO“. Zu den wichtigsten Vertretern der Kinetischen Kunst gehört ferner der Schweizer Jean Tinguely (1925-91), dessen oft zufallsgesteuerte Fantasiemaschinen häufig auch Töne erzeugen können oder mit dem Element Wasser „spielen“.

Katalog des Monats

Passend dazu stellt die Städtische Galerie im März den folgenden Katalog aus dem Jahr 1990 zur Verfügung: Schwarz Konkret – Bilder, Objekte, Installationen. Arbeiten von Bettenhausen, Gießler, Gonschior, Grigat, Kocsis, Kyncl, Omir, Paatz, Schwickerath, Umberg.

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