In Blaumännern und mit Schutzmasken bei der Arbeit.

Lüdenscheid. Man hört die Sprühdosen schon von weitem klackern und zischen. Ein Sprachgewirr aus Arabisch, Englisch und Deutsch ist zu hören. Beim Näherkommen sieht man eine Gruppe von Jugendlichen, die in Blaumänner und Schutzmasken gehüllt, mit sichtlichem Spaß Farbe an die Wand bringen.

Fünf junge Flüchtlinge, alle im Alter von 16 und 17 Jahren, die sich derzeit unter der Betreuung der Jugendhilfeeinrichtung Sonderpflege e.V. in Schalksmühle in einer Wohngruppe befinden, nehmen an einem Graffiti-Workshop an der Bolzhalle an der Höh in Lüdenscheid teil.

Unter der Anleitung des Lüdenscheider Graffiti-Künstlers Yves Thomé entsteht so ein repräsentatives Abschlussbild, welches in einfacher Form die Wünsche und Hoffnungen der aus den Kriegs- und Konfliktgebieten Syrien, Irak, Albanien und Guinea geflohenen Jugendlichen darstellt.

Peace & Harmony (for everyone)

Peace & Harmony (for everyone) leuchtet dem Betrachter in großen Buchstaben entgegen.

Die Gruppe mit Yves Thomé (links).
Die Gruppe mit Yves Thomé (links).

 

Doch bevor die fünf soweit waren, das Bild sprühen zu können, mussten sie am Samstag kräftig üben. So wurden möglichst dünne Striche probiert, um dann im Anschluss Felder gleichmäßig ausmalen zu können. Dabei merkten die Jungs schnell, dass der Umgang mit einer Sprühdose gar nicht so einfach ist wie man zuerst glaubt.

Mit großer Begeisterung gesprüht

Nachdem aber diese Übungen recht erfolgreich absolviert wurden, ging es ans Interessante. Sie durften Buchstaben großflächig an die Wand malen und dabei ihre zuvor erlernten Techniken direkt umsetzen. Am zweiten Tag wurde es dann ernst. Gemeinsam wurde der Slogan entwickelt und alle zusammen sprühten mit Begeisterung an dem großen Endbild.

Organisiert von KultStädte e.V. und localaid.eu

Organisiert wurde die Aktion von dem Lüdenscheider Verein Kultstädte e.V. und der Initiative localaid.eu die in dem Graffiti-Künstler Yves Thomé auch sofort einen begeisterten Sprühlehrer gefunden haben.

Nach Abschluss der zwei Tage sah man in den Gesichtern der Jugendlichen viel Freude an dem kreativen Austausch und der neuen Erfahrung.

„Ich bedanke mich bei den Jungs und bin begeistert davon, mit wieviel Elan und Enthusiasmus sie bei der Sache waren. Der Austausch unter uns, vor allem auch in Bezug auf das Endprodukt in dem ihre Sehnsüchte visualisiert wurden, hat mich doch nachdenklich gemacht und ich wünsche den Fünf alles erdenklich Gute für die Zukunft“, so ein sichtlich ergriffener Yves Thomé.

Das Werk in voller Größe.
Das Werk in voller Größe.

 

 

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