Hagen. Die „anhaltend dramatische Flüchtlingssituation“ macht eine weitere Maßnahme zur schnellen Unterbringung der Menschen notwendig, informierte die Stadt Hagen am Freitag. Ab heute wird die Sporthalle Berghofstraße als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Gleichzeitig wird in der städtischen Mitteilung und im aktuellen Newsletter  „Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement in Hagen“ darauf hingewiesen, dass die Kommune dringend nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten sucht. Ziel sei es, die Sporthalle mittelfristig wieder frei zu geben. Dafür wird Wohnraum gesucht.

Im Städtischen Newsletter heißt es: „Gesucht werden bezugsfertige Wohnungen unterschiedlicher Größe, die einen einfachen bis mittleren Standard besitzen. Bei der Höhe des Mietpreises orientiert man sich am aktuell gültigen Mietpreisspiegel. Wer zur Verfügung stehende Wohnungen, welche die genannten Anforderungen erfüllen, oder noch weitere Fragen hat, kann sich mit Ralf Ksieski unter der Rufnummer 02331/207-2718 oder E-Mail Ralf.Ksieski@stadt-hagen.de in Verbindung setzen.“

Ersatzzeiten für Vereine in Vorbereitung

Von der Schließung der Sporthalle sind die Luise-Rehling-Realschule und die Sekundarschule Altenhagen sowie die Vereine TSV 1860 Hagen, SG VfK Boele-Kabel, SV Enten Hagen, SV Cosmos, BSC Hagen und Radsport-Club Hagen e.V. betroffen, innformiert die Stadt Hagen. Der Schulsport werde in die nebenliegende Dreifach-Halle Altenhagen verlegt. Nicht alle Trainingstage und -zeiten der betroffenen Vereine könnten in andere Turn- und Sporthallen verlegt werden, heißt es weiter. Das Servicezentrum Sport bemühe sich, entsprechende Ersatzzeiten zu beschaffen, über welche die Vereine im Laufe dieser Woche informiert werden sollen, damit „spätestens ab Anfang Dezember der Sportbetrieb weitestgehend fortgeführt werden kann.“

Mittwoch Anwohner-Informationsabend

Die Anwohnerinnen und Anwohner im Bereich der Sporthalle Berghofstraße lädt die Stadt Hagen am kommenden Mittwoch, 25. November, zu einem Informationsabend ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula des Ricarda-Huch-Gymnasiums, Voswinckelstraße 1. „Oberbürgermeister Erik O. Schulz, weitere Vertreter der Verwaltung und der Hagener Feuerwehr werden den Besucherinnen und Besuchern für Rückfragen und Anregungen zur Verfügung stehen“, so die Mitteilung im Newsletter „Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement in Hagen“.

SPD will Strategiewechsel bei der Flüchtlingsunterbringung

Neue Unterbringungsmöglichkeiten in Wohnungen ist auch das Ziel der SPD. Die Ratsfraktion der Sozialdemokraten hat zur Flüchtlingssituation in Hagen in der vergangenen Woche einen Antrag für die Ratssitzung am kommenden Donnerstag (26.11.) vorgelegt. Darin lehnt die SPD „weitere Großunterkünfte, in der die Flüchtlinge meist über Monate unter unwürdigen Verhältnissen leben müssen, ab“. Stattdessen sollen die Menschen, die einen positiven Asylbewerberbescheid erhalten, in den vielen freien Wohnungen im Hagener Stadtgebiet untergebracht werden, heißt es in einer SPD-Information. Nur so könnten sie integriert werden. Der Versuch, ihnen mit Wohnraum eine dauerhafte Bleibeperspektive zu geben sei auch eine Chance für Hagen, um den stetigen Bevölkerungsschwund abzufedern. Ramona Timm-Bergs, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, weist auf eine weitere Perspektive hin: „Wir wissen, dass dezentrale Unterbringung personalintensiv ist und Kosten verursacht. Hier besteht aber auch die Möglichkeit, Langzeitarbeitslose oder Bufdis (Dienstleistende im Bundesfreiwilligendienst) mit in die Betreuung einzubeziehen.“

Darüber hinaus legten die Sozialdemokraten einen Antrag zur „Analyse gesellschaftlicher Veränderungsprozesse durch Zuwanderung“ vor, der sich unter anderem mit problematischen Situationen in Mietobjekten in Wehringhausen und Altenhagen beschäftigt.

Land und Bund müssen Kosten tragen

In den vergangenen Wochen habe man sich in verschiedenen Gremien (Fraktion, Unterbezirk, Ortsvereinen, Bezirksvertretungen, Programmwerkstatt, etc.) mit der Situation der Flüchtlinge in Hagen auseinandergesetzt, so die SPD-Information. In der Fraktionsarbeitsgruppe zu den beiden Anträgen hätten sowohl Partei- und Fraktionsmitglieder, die Bezirksbürgermeister als auch Hagener Bundes- und  Landtagsabgeordnete mitgearbeitet.

Neben dem Strategiewechsel vor Ort in Hagen fordern die Sozialdemokraten von Land und Bund die hundertprozentige Übernahme der Kosten.

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