Die SPD-Fraktion machte auf ihrer Sommertour 2016 auch Station bei der HAGENagentur (v.l.): Werner König, Ramona Timm-Bergs, Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach, Dennis Schrötter, Martin Stange, Claus Rudel, HAGENagentur Geschäftsführer Michael Ellinghaus, Wirtschaftsförderer Frank Röhling, Horst Wisotzki, Mark Krippner, Peter Arnusch, Angelika Kulla und Jörg Meier.

Hagen. „Hagen muss dringend neue Flächen für Gewerbe und Industrie entwickeln.“ Das sagen Hagens Sozialdemokraten, nachdem sie im Rahmen ihrer Sommertour bei der HAGENagentur zu Gast waren. Dort stand unter anderem das Thema Wirtschaftsförderung auf der Tagesordnung. Eben da stoße die Agentur immer mehr an ihre Grenzen, erfuhr die SPD-Delegation. Geschäftsführer Michael Ellinghaus erläuterte: „Die Stadt, und damit eben auch die HAGENagentur ist aktuell nicht im Besitz von Grundstücken, die wir für Gewerbe- oder gar für Industrieansiedlungen entwickeln und vermarkten können. Auf diesem Gebiet droht die Gefahr, dass wir handlungsunfähig werden. Wir müssen mehr Flächen in die eigene Hand bekommen.“

Nur 28 Hektar „risikofreie Fläche“

Die Zahlen sprächen dabei eine deutliche Sprache, berichteten Ellinghaus und Wirtschaftsförderer Frank Röhling den Sozialdemokraten. Die erfuhren konkret: Rechne die HAGENagentur alle ihr bekannten möglichen Gewerbeflächen zusammen, so komme sie auf eine Nutzfläche von rund 147 Hektar. Was zunächst einmal von der Größe her komfortabel anmute, löse sich bei genauer Betrachtung aber in Wohlgefallen auf. Denn nur rund 28 Hektar seien restriktionsfreie Flächen, die auch über die Agentur vermarktet werden könnten. Die überwiegende Zahl der freien Flächen befinde sich in Privatbesitz, sei nur schwer zu erschließen, sei zum Teil mit Altlasten verseucht oder solle für Wohnungsbau oder andere Sondernutzungen freigehalten werden. Bei den restriktionsfreien Standorten handele es sich um kleinere Gebiete, die nur schwer zu vermarkten seien.

Ausreichend Anfragen aus der Wirtschaft

Über mangelndes Investitionsinteresse klagten Agenturgeschäftsführer und Wirtschaftsförderer nicht. Ellinghaus: „Wir haben ausreichend Anfragen von Unternehmen, die ihre Standorte, die an verschiedenen Stellen in der Stadt oder gar in Nachbarstädten liegen, an einem neuen Produktionsstandort zusammenlegen möchten. In solchen Fällen werden aber Flächen von 3,5 Hektar aufwärts benötigt. Wo sollen wir die hernehmen?“

Unterstrichen wird der Mangel an Gewerbegebieten durch die Prognosezahlen, die der Regionalverband Ruhr (RVR) für Hagen erstellt hat. Sie weisen bis 2030 für die Volmestadt einen Flächenbedarf von 96 Hektar aus, bis 2035 sogar 120 Hektar.

Wirtschaftsförderer Röhling: „Selbst wenn wir davon ausgehen, dass wir alle freien Flächen bebauen könnten und weitere Flächen wie das Böhfeld, Gut Herbeck oder die Dolomitstraße in den kommenden Jahren erschließen, fehlen uns nach dieser Prognose immer noch 43 Hektar.“

SPD: Trotz Finanznot handlungsfähig bleiben und nach Lösungen suchen

Bittere Realität, die mit einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen für Hagen einhergehen könnte, so die Befürchtung in der Pressemitteilung der Sozialdemokraten. Ratsmitglied Horst Wisotzki fordert: „Soweit darf es gar nicht erst kommen. Wir werden das Thema neu anpacken und in den kommenden Monaten ganz oben auf die Tagesordnung setzen müssen.“ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Werner König weist bei Suche nach Lösungsansätzen darauf hin, dass die Stadt trotz ihrer Finanznot auf diesem Gebiet handlungsfähig bleiben müsse. So sollte geprüft werden, ob mit einer Verzahnung von bereits bestehenden Gesellschaften wie HEG, GIV und HAGENagentur die Entwicklung von Gewerbeflächen vorangetrieben werden kann.

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