Fröhliches und buntes Hagen - der "Tag der Musik" zwischen Theater und Johanniskirche war ein überzeugendes Bild von Engagement und Offenheit. (Foto: Kückelhaus)

Von Almut Kückelhaus

Hagen. Wie klingt Hagen? Für den Komponisten Gordon Kampe zunächst mal wie die A45, die einen hinbringt. Für „Hagen/Hören1″ hatte er Originalgeräusche aufgenommen und in Orchesterklänge übertragen. Dadurch, dass die Orchesterbläser oben auf den Rängen standen, ergab sich ein interessanter Raumklang.

Die Fahrbewegungen zwischen Stau und LKW-Parade waren mit leicht dissonanten Streicher- und Bläserklängen durchaus nachvollziehbar und fanden am Samstagmorgen freundlichen Applaus.

Komponist Gorden Kampe. (Foto: Kückelhaus)
Komponist Gorden Kampe. (Foto: Kückelhaus)

„Battle“ zwischen Klassik und Jazz beim „Karneval der Tiere“

Für die Auftaktveranstaltung des „Sound of Hagen“ hatten sich die beiden städtischen Akteure Philharmonisches Orchester und die Max – Reger – Musikschule zur größten bisherigen Kooperation zusammengetan. Der Theater-Förderverein und Spenden ermöglichten ein kostenloses Konzert, was Kulturdezernentin Margarita Kaufmann in ihrer Begrüßung mit Dank vermerkte.

Hühnerkappen und Känguru-Hüpfer

(Foto: Kückelhaus)
(Foto: Kückelhaus)

Die Bigband hatte zu einem kollegialen Wettstreit herausgefordert und wechselte sich bei der Interpretation von Camille Saint-Saëns‘ beliebtem „Karneval der Tiere“ mit dem Orchester ab. Band-Chef und Pianist Stephan Mehl hatte einige Nummern neu und sehr gelungen arrangiert. Den humorvollen Text trug Miriam Michel vor. Um den Spaß der musikalischen Tiere mitzumachen, war man sich auch nicht für Hühnerkappen und choreografierte Känguru-Hüpfer zu schade. Der Wechsel zwischen der herkömmlichen und der swingenden Fassung mit vielen tollen Soli kam gut an.

(Foto: Kückelhaus)
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Musikalisches Band durch die City

Vor dem Theater gab es anschließend eine witzige Aufführung von Mauricio Kagels „Brise“: einige Dutzend Radler fuhren klingend, trällernd und mit Luftballons versehen vorbei und waren rasch verschwunden. Als Beitrag zum „Sound of Hagen“ vielleicht eine flüchtige verkehrspolitische Vision…

(Foto: Kückelhaus)
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Die Luftballons wiesen anschließend den Weg durch die Fußgängerzone, wo an neun Stationen unterschiedlichste Gruppen der Musikschule auftraten, von den jüngsten Schülern über Rock und Jazz bis zum Weltmusikensemble. Wie auch im Konzert überzeugte die Zusammenarbeit von Nachwuchs, Amateuren und Profis mit Engagement und Offenheit.

Den Abschluss des Musiktages bildete am Nachmittag ein Konzert in der Johanniskirche, wo man den 2. Teil von Gordon Kampes „Hagen/Hören2″ erleben konnte.

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