Sind am Sonntag in Aktion zu erleben: westfälische Steampunks. Foto: vom Freilichtmuseum zur Verfügung gestellt

Hagen. Am kommenden Wochenende bietet sich eine Familienausflugskombination an. Wie’s früher war und heute ist, ist ab Freitag auf dem NRW-Tag in Düsseldorf zu sehen. Wie es hätte sein können, wenn’s so gekommen wäre, wie es sich Jules Verne und seine Freunde vorgestellt haben, das ist am Sonntag in Hagen zu erleben – im Freilichtmuseum. Dort öffnen die Pforten um 9 Uhr. Dazu informiert der heimische Landschaftsverband (LWL):

Besondere Gewandungen
und mechanische Absonderlichkeiten

(lwl) Am Sonntag (28. 8.) heißt es im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) „Zeitreise“. Im Ambiente mit Dampfmaschinen, historischen Transmissionen und Zahnrädern im LWL-Freilichtmuseum werden die Steampunks einen Tag in ihren besonderen Gewandungen verbringen. Sie flanieren, besichtigen, picknicken und sind selbst Attraktionen. Es gibt raschelnde Röcke, ausladende Hüte, abenteuerlustige Herren und Damen und ihre mechanischen Absonderlichkeiten. Im LWL-Freilichtmuseum Hagen ist an diesem Tag eine Historie zu sehen, die so nie existierte.

Was ist Steampunk?

Steampunk ist eine besondere Art des Retrofuturismus. Steampunker stellen dar, wie sich Menschen im 19. Jahrhundert die Zukunft vorgestellt haben könnten. Historisches wird mit Modernem verbunden. So entstehen Gerätschaften und Accessoires. Was wäre, wenn die wissenschaftlichen und technischen Ideen jener Zeit sich allesamt als korrekt herausgestellt hätten? Wenn der Æther tatsächlich existiert hätte? Steampunks spielen mit diesem Gedanken, verweben eine Vergangenheit, die es niemals gegeben hat, mit skurrilen Ideen, Werkstücken, Gewändern, Literatur oder Musik zu einem neuen Ganzen, das auf den ersten Blick altmodisch wirkt.

Der Begriff Steampunk wurde in den 1980er Jahren durch den amerikanischen Science Fiktion-Autor K. W. Jeter geprägt, der Geschichten im Stil von Jules Verne schrieb. Da damals gerade der „Cyberpunk“ Furore machte, und weil sein Verleger eine griffige Bezeichnung haben wollte, wählte Jeter in Anlehnung daran für seine Literatur den Begriff Steampunk.

Jule Verne Ästhetik als Bekenntnis zur Individualität

Das Genre köchelte lange auf kleiner Flamme, bis es Anfang der 2000er Jahre wieder stärker zu brodeln begann und zuerst in den USA eine Anhängerschaft fand. Eine Kernzelle der Bewegung ist das Maker-Movement. Dazu gehören Personen, die aus einheitlicher und in großen Mengen produzierter Massenware Einzelstücke in der Ästhetik von Jules Vernes Romanen oder einfach des späten 19. Jahrhunderts und der Zeit der Industrialisierung erschaffen. Individualisten, die die Maschine lieben, aber die Fabrik ablehnen. Und dann folgten die Schneider, die Autoren, die Musiker, die Darsteller …

Steampunk setzt sich zusammen aus „Steam“ – also Dampf – und „Punk“. Dampf, weil die Dampfmaschine in der damaligen Zeit der treibende Modernisierungsfaktor war. Und Punk als Nonkonformismus, als Gegenbewegung zur Moderne und als Bekenntnis zur Individualität.
Beim Steampunk-Picknick „Zeitreise“ im Hagener LWL-Freilichtmuseum werden alle Fragen rund um den Steampunk beantwortet.

Links zum Thema

Anfahrt und Info Freilichtmuseum Hagen

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