KultPark
Gelungener Auftakt bei den Singer-/Songwritern. Der Freitagabend hatte es in sich! Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Einen besonderen Abend voller magischer Momente boten die Veranstalter von „KultPark“ an diesem Freitagabend ihrem Publikum. „KultPark“, ein Kultur-Festival, das vom 21. Juli bis zum 1. September im Kulturhauspark unter vorwiegend freiem Himmel statt findet, punktete nicht nur durch gute Organisation und eine traumhafte Location, sondern an diesem Abend ganz besonders durch seine Künstler. Oliver Straub und sein Team präsentierte eine handverlesene, hochkarätige Truppe, in der nicht nur jeder Act für sich allein bestehen konnte, sondern sich durchweg durch hohe Professionalität und großes Können auszeichnete.

Christian ist einfach ein „Typ“

Christian Michael Donat. Er moderierte den Abend und las aus seinen Texten.
Christian Michael Donat. Er moderierte den Abend und las aus seinen Texten.

Moderiert wurde der Abend von Christian Michael Donat, den zu sehen, immer wieder aufs Neue einfach Spaß macht. Er überzeugt durch seine witzigen, literarischen Texte ebenso, wie als Gesamtpaket. Christian ist einfach ein „Typ“. Er betritt die Bühne und irgendwie scheint alles um ihn herum zu schrumpfen. Er hat „Personality“ und weiß diese zum Wohle seiner anvertrauten Künstler und Gäste gut einzusetzen.

Kinnlade auf Abwegen

Ergänzt wurde er im Bereich des „Poetry Slam“ von Fabian Paffendorf, der zwei Texte las, die das „Leben und alles“ von einer Seite beleuchteten, die nicht jeder im Publikum für „gesellschaftsfähig“ hielt. Seine Ausführungen über das Sanitärhandwerk führten

Er polarisierte und genau das machte er sehr gut! Fabian Paffendorf.
Er polarisierte und genau das machte er sehr gut! Fabian Paffendorf.

kurzzeitig bei den Genießern der einen oder anderen Bratwurst dazu, dass Brötchen und Bratwurst wie erstarrt in den Händen ihrer ungläubig staunenden Besitzer in der Luft hängen blieben. Auch Kinnladen sollen angeblich hörbar auf den Boden geklappert sein 😉 Fabian hingegen versicherte glaubhaft, dass es sich um seine sehr gemäßigten Texte handelte. Er hat es drauf, aber… …Uff!

Jan Philipp Müller alias JAP machte den Anfang

JAP. Kluge Texte und schöne Sounds. Ein guter Einstieg!
JAP. Kluge Texte und schöne Sounds. Ein guter Einstieg!

Ansonsten: Bei den Musikern machte Jan Philipp Müller den Anfang, Singer-/Songwriter mit Gitarre und seines Zeichens studierter Musiker.

Er saß ganz alleine auf der Bühne und bewies dem Publikum, dass man nicht mehr als eine Gitarre und eine Stimme braucht, um so einen Abend würdig einzuläuten. Sanfte und rockige Klänge wechselten sich ab und er zeigte zudem in seinen Texten, dass er weiß, wie Leben geht. Ein stimmungsvoller Einstieg in dieses Event. Immerhin war er der erste Singer-/Songwriter, der bei diesem Festival seine Zunft vertrat. Und das hat er gut gemacht!

Dieser ganz besondere junge Mann namens „Binyo“

Binyo. Ein ganz besonderer Musiker, der gerade dabei ist, sehr, sehr erfolgreich zu werden.
Binyo. Ein ganz besonderer Musiker, der gerade dabei ist, sehr, sehr erfolgreich zu werden.

Nach ihm stand dieser ganz besondere junge Mann namens „Binyo“ auf der Bühne. Er ist vielen Sauerländern ein guter Bekannter, da seine Fangemeinde ständig wächst. Und das nicht nur um Lüdenscheid herum, sondern mittlerweile in ganz Deutschland.

Binyo, erst 27 Jahre jung, schreibt Texte und dazu die passende Musik, die nicht nur durch große poetische Kraft überzeugen, sondern mit so einer Raffinesse und ausgefeilter Musikalität daher kommen, dass man schon sein Herz an ihn und seine Musik verloren hat, bevor er das erste Lied überhaupt richtig zu Ende spielt. Awesome!

Ein gutes Team

Begleitet wurde er von dem Saxofonisten Rudolf F. Nauhauser und dem Schlagzeuger Christian Lauermann. Rudolf F. Nauhauser macht am Saxofon so schnell niemand etwas vor. Er ist immer ganz Profi und ein Vollblutmusiker mit Stil und Klasse. Er und Binyo bilden mittlerweile ein festes Team, dem man anmerkt, dass sie sich gegenseitig inspirieren.

Christian haut auf sein Schlagzeug, dass einem Hören und Sehen vergeht und ist dabei so musikalisch und flexibel, dass er tatsächlich ganz spontan an diesem Abend bei allen Live-Acts die Stöcke wirbeln ließ. Und das ohne vorherige Absprache oder eine einzige Probe.

Zukunftsträchtig, diese Formation

Christian, Sebastian, Binyo und Rudolf. Great!
Christian, Sebastian, Binyo und Rudolf. Great!

Die drei Musiker überredeten dann auch noch Sebastian Kreinfeld, der mit Binyo zusammen das HipHop-Duo „Hazefeld“ bildet auf die Bühne zu kommen.

Auch er ein Musiker, den man sich gern merken darf. Jung, spontan, überzeugend talentiert und immer voll auf dem Punkt.

Zukunftsträchtig, diese Formation, das ist mal klar!

Ein Grieche aus Aalen rockt Lüdenscheid

Den Abschluss bildete „Dimi on the Rock“. Nun, ihn zu beschreiben fällt nicht schwer: Ein Feuerwerk, ganz und gar außergewöhnlich, mitreißend und ein Musiker mit einem Charisma, das sein Publikum vom ersten Moment an in den Bann zieht. Er interagierte genau wie Binyo auf einer Ebene mit seinen Zuhörern, die sich nicht im Kopf, sondern im Herz befindet. Ein Gewinn für Lüdenscheid und seine Kulturszene, die ihm offenbar gut gefällt, spielte der gebürtige Grieche, der in Aalen wohnt, doch bereits das vierte Mal in Folge in der Bergstadt.

Ein bitterer Wermutstropfen

Griechisches Feuer: Dimi the Rock!
Griechisches Feuer: Dimi the Rock!

Einziger bitterer Wermutstropfen des Abends: Während des Konzertes sickerte der Anschlag in München durch.

Viele Menschen und auch die Musiker reagierten sehr betroffen und die Stimmung kippte zum Ende von ausgelassen fröhlich zusehens hin zu wehmütig und auch traurig. Verständlich. Was soll man auch dazu sagen? Was soll man fühlen, wenn Terrorakte und Amokläufe zu einer täglichen Erscheinung werden und man sich immer mehr fragt, wo das alles enden soll?

Viel Hoffnung auf eine bessere Welt

Betroffenheit überall unter den Gästen. Unter ihnen viele junge Leute in einem Alter gleich denen, die zur selben Zeit in München in einem Kugelhagel starben. Gut, wenn man dann die Möglichkeit hat, so einen Abend bei einem so schönen Event gemeinsam zu verbringt und darüber reden kann. Und dabei Musikern zuhört, die nicht nur sensibel genug sind, auch auf so eine schlechte Nachricht während eines Konzertes angemessen zu reagieren, sondern es zudem schaffen, ihr Publikum trotzdem oder gerade deshalb mit viel Hoffnung auf eine bessere Welt nach Hause gehen zu lassen.

KultPark: Warten auf spannende Wochen

Ein rundum gelungenes Event, bei dem auch die Technik perfekt funktionierte und sich die vielen Gäste zudem durch Personal und Security bestens betreut fühlten. Wenn „KultPark“ so weiter macht, wie es jetzt begonnen hat und Künstler dieser Qualität auf die Bühnen holt, darf man sich auf sechs spannende Wochen freuen.

Für weitere Informationen: www.kultpark.eu

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here