SIHK-Präsident Ralf Stoffels: „Die SIHK fordert einen beschleunigten und konsequenten Ausbau des Breitbandnetzes, damit die Unternehmen am Puls der Zeit bleiben." Foto: SIHK

Hagen/Südwestfalen. Auf der 67. Jahresveranstaltung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), am 7. Dezember 2017 in der Stadthalle Hagen, standen der freie Welthandel, die Ausweisung neuer Industrie- und Gewerbeflächen mit einer leistungsstarken Infrastruktur sowie die Herausforderungen des demografischen Wandels im Mittelpunkt des Wirtschaftsdialogs von SIHK-Präsident Ralf Stoffels und Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat. Als Festredner vor über 1.000 Gästen sprach Friedrich Merz, Vorsitzender des deutsch-amerikanischen Vereins Atlantik-Brücke und designierter Brexit-Beauftragter des Landes NRW.

Die Sorgen der Wirtschaft

Südwestfalen als die Industrieregion Nr. 1 in NRW, mit mehr als 150 Weltmarktführern, ist geprägt von international agierenden Familienunternehmen. „Kein anderes Land der Welt hat so vom Gedanken der Offenheit und des Freihandels profitiert wie Deutschland und insbesondere unsere Region als Exportchampion“, so SIHK-Präsident Stoffels. Deshalb bereiten die Entwicklungen gerade mit Blick auf die USA und Großbritannien, die für weniger Offenheit, weniger Freihandel und weniger partnerschaftliche Zusammenarbeit stehen, der südwestfälischen Wirtschaft große Sorgen. „Wir brauchen freie Märkte und freien internationalen Marktzugang. Die südwestfälischen Unternehmen brauchen handelsliberale Partner und nicht egoistisch-protektionistische Gegner“, betont der SIHK-Präsident.

Infrastruktur und Industrieflächen als Schlüsselfaktoren

Der grenzüberschreitende Austausch von Waren und Dienstleistungen geschieht in einem immer schnelleren Tempo. Dabei ist die Digitalisierung der Treibstoff, der die Globalisierung auch immer stärker antreibt. „Die SIHK fordert einen beschleunigten und konsequenten Ausbau des Breitbandnetzes, damit die Unternehmen am Puls der Zeit bleiben. Wir müssen also keine Angst vor der Digitalisierung haben, sondern nur Angst davor, dass die Digitalisierung woanders stattfindet und nicht hier“, betont SIHK-Präsident Ralf Stoffels.

Daten und Verkehr müssen fließen

Neben Daten muss aber auch der Verkehr fließen. Das Jahrzehnt der Baustellen ist daher effizient und möglichst reibungslos zu gestalten. So zeigt aktuell das Beispiel der A 1, dass die Bündelung und Koordination von Interessen aller Betroffenen unerlässlich ist. Es ist ein gutes Zeichen, dass die von der Wirtschaft im September angestoßenen Vorschläge zur Verkürzung von Sperrungen von den Verantwortlichen aufgegriffen werden.

Freie Flächen praktisch nicht mehr verfügbar

Zudem muss die „Industrieregion im Grünen“ ihre Wachstumspotenziale ausschöpfen können. „Wir brauchen dringend eine angebotsorientierte Flächenvorratspolitik, denn freie Flächen sind im Märkischen Südwestfalen praktisch nicht mehr verfügbar“, so Stoffels und fordert: „Es ist Aufgabe der Politik, Industrie- und Gewerbeflächen vorzuhalten – das ist Bestandsschutz und sichert zukünftige Wachstumspotenziale.“ SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat appellierte an Verwaltung und Politik: „Ziel muss es sein, von einer Verhinderungspolitik hin zu einer positiv gestaltenden Diskussion zu kommen.“

Ausbildung ist Investition in die Zukunft

Die Konjunktur brummt, das wirtschaftliche Klima im Märkischen Südwestfalen erreicht ein 7-Jahres-Hoch, der Ausbildungsmarkt verzeichnet ein 5-Jahres-Hoch und doch gibt es auch Grund zur Sorge, denn die Demografie wird unweigerlich zuschlagen. „Fachkräfte werden händeringend gesucht, mehr als 20.000 Fachkräfte fehlen schon“, so Stoffels und ist sich sicher: „Die Ausbildung des Nachwuchses ist eine Investition in die Zukunft, die sich lohnen wird.“

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here