Der SIHK-Jahresempfang fand im Theater Hagen statt. Foto: SIHK

Hagen/Südwestfalen. Auf der 66. Jahresveranstaltung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) im Theater Hagen, standen der freie Welthandel, die Ausweisung neuer Industrie-  und Gewerbeflächen, eine leistungsstarke Infrastruktur sowie die Kommunalfinanzen im Mittelpunkt der Rede von SIHK-Präsident Ralf Stoffels. Er begrüßte als Festredner Christian Lindner, den Bundesvorsitzenden der FDPP und Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion NRW.

FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner war der Gastredner beim SIHK-Jahresempfang. Foto: SIHK
FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner war der Gastredner beim SIHK-Jahresempfang. Foto: SIHK

Südwestfalen als die Industrieregion Nr. 1 in NRW, mit mehr als 1550 Weltmarktführern, ist geprägt von international agierenden Familienunternehmen. „Kein anderes Land der Welt hat so vom Gedanken der Offenheit und des Freihandels profitiert wie Deutschland und insbesondere auch unsere exportstarke Region im Märkischen Südwesfalen“, so SIHK-Präsident Stoffels. Deshalb bereiten die politischen Entwicklungen bei den europäischen Nachbarn und in den USA, die für weniger Offenheit, weniger Freihandel und weniger partnerschaftliche Zusammenarbeit stehen, der südwestfälischen Wirtschaft große Sorgen.

Warenaustausch immer schneller

„Der grenzüberschreitende Austausch von Waren und Dienstleistungen geschieht in einem immer schnelleren Tempo. Dabei ist aus meiner Sicht die Digitalisierung der Treibstoff, der die Globalisierung immer stärker antreibt“, so der SIHK-Präsident. Dass die Geschwindigkeit und damit einhergehend die Unsicherheit immer mehr zunehmen, spürt auch die heimische Industrie an der eigenen schwankenden und kurzfristigen Auftragslage, die kaum noch Prognosen für die wirtschaftliche Zukunft zulässt.

Auch die Wanderung von Menschen vollzieht sich in einem immer stärkeren Ausmaß; egal ob als motivierte Fachkraft auf der Suche nach einer neuen beruflichen Chance oder als Flüchtling aus einer Krisenregion.

SIHK-Präsident Ralf Stoffels: „Damit wir auch weiterhin in Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben können, werden wir in Zukunft noch mehr in Bildung - in Aus- und Weiterbildung investieren müssen." Foto SIHK
SIHK-Präsident Ralf Stoffels: „Damit wir auch weiterhin in Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben können, werden wir in Zukunft noch mehr in Bildung – in Aus- und Weiterbildung investieren müssen.“ Foto SIHK

„Damit wir auch weiterhin in Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben können, werden wir in Zukunft noch mehr in Bildung – in Aus- und Weiterbildung investieren müssen“, so SIHK-Präsident Stoffels „Das deutsche Erfolgsmodell, um das uns die anderen Staaten beneiden, ist die betriebliche Berufsausbildung. Unser Duales System aus schulischer und betrieblicher Ausbildung ist eine hervorragende Einstiegschance für junge Menschen in das Berufsleben. Sie bietet den Auszubildenden eine hervorragende Qualifizierung und damit positive Karriere- und Lebenschancen.“

Große Ausbildungsbereitschaft

Die Unternehmer zeigen große Ausbildungsbereitschaft. 3.400 neue Ausbildungsverträge haben die Firmen in Industrie, Handel und Dienstleistungen in diesem Jahr abgeschlossen. Und es hätten noch mehr werden können. Die Zahl der offenen Lehrstellen liegt deutlich über der Zahl der noch suchenden Bewerber.

Dietrich Alberts (Vize-Präsident), Dr. Ralf Geruschkat (künftiger SIHK-Hauptgeschäftsführer ab 1.1.2017), Dr. Frank Hoffmeister, Hermann Backhaus, Hermann Josef Schulte, Gudrun Winner-Athens, Dr. Hans-Toni Junius (alle Vize-Präsidenten), Festredner Christian Lindner, Präsident Ralf Stoffels, Harald Rutenbeck (Ehrenpräsident), Dr. h. c. Hans-Peter Rapp-Frick (Hauptgeschäftsführer) und Axel Vollmann (Vizepräs., v.l.)
Dietrich Alberts (Vize-Präsident), Dr. Ralf Geruschkat (künftiger SIHK-Hauptgeschäftsführer ab 1.1.2017), Dr. Frank Hoffmeister, Hermann Backhaus, Hermann Josef Schulte, Gudrun Winner-Athens, Dr. Hans-Toni Junius (alle Vize-Präsidenten), Festredner Christian Lindner, Präsident Ralf Stoffels, Harald Rutenbeck (Ehrenpräsident), Dr. h. c. Hans-Peter Rapp-Frick (Hauptgeschäftsführer) und Axel Vollmann (Vizepräs., v.l.)

„Wirtschaft braucht Luft zum Atmen“

In Sachen Flächenentwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Breitbandausbau und demografischer Entwicklung sieht der SIHK-Präsident große Herausforderungen auf die Unternehmen und die Städte und Gemeinden zukommen. „Unsere Wirtschaft braucht ‚Luft zum Atmen‘: Denn eine erfolgreiche Industrieregion ist auf Flächen und eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen. Nur dann können sich heimische Betriebe weiterentwickeln. Dazu brauchen wir aber finanziell handlungsfähige Kommunen und nachhaltige Lösungen für die überschuldeten Städte – bespielsweise einen Altschuldenfonds, der einen finanziellen Neubeginn ermöglicht.“

Städte lebenswert gestalten

Die Attraktivität der Städte und des Wirtschaftsstandorts ist wegen der demografischen Entwicklung von immenser Bedeutung. Vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie- und Dienstleistungsangebote ziehen Menschen in die Stadt. Wirtschaftliche Abwechslung sorgt für lebenswerte Städte und Gemeinden“, so SIHK-Präsident Stoffels. Deshalb hat die SIHK die Aktion „Heimat shoppen“ angestoßen und bietet den Händlern „MultiChanel-Workshops“ an.

Digitalisierung muss hier stattfinden

Beim Thema Industrie 4.0 ist ein schneller Internetzugang als Auffahrt auf die Datenautobahn für die Unternehmen nicht nur im industriellen Bereich, sondern auch im Handels- und Dienstleistungssektor längst zu einer entscheidenden Standortfrage geworden. „Die SIHK fordert daher von Politik und Verwaltungen einen beschleunigten und vor allem auch nachhaltigen Ausbau des Breitbandnetzes, damit die südwestfälische Wirtschaft am Puls der Zeit bleibt. Wir müssen also keine Angst vor der Digitalisierung haben, sondern Angst nur davor, dass die Digitalisierung woanders stattfindet und nicht hier“, hob SIHK-Präsident Ralf Stoffels hervor.

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