SIHK
Der Konjunkturhimmel über dem märkischen Südwestfalen hat sich aufgehellt. Die von der SIHK befragten 229 Unternehmen blicken mit gedämpftem Optimismus in die Zukunft. Grafik: Rudolf Wittig

Märkischer Kreis/Hagen. Nachdem die Konjunktur im Herbst vergangenen Jahres zu kippen schien, geht es nach der aktuellen Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) wieder bergauf mit der Wirtschaft im märkischen Südwestfalen.

„Die Unternehmen starten mit gedämpftem Optimismus in das neue Jahr 2015“, betonte SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick in einem Pressegespräch am Montag. Sinkende Energiepreise in Kombination mit einem niedrigen Euro-Kurs und hoher Kaufkraft der Bevölkerung seien gute Rahmenbedingungen für ein wieder florierendes Exportgeschäft und eine anhaltende Belebung des Binnenmarktes. „Allerdings bleiben die weltweiten geopolitischen Krisen und Sanktionen, wirtschaftliche Unsicherheiten, Währungs- und Verschuldungsturbulenzen ein konjunktureller Hemmschuh. Deshalb zeigen sich die Unternehmen mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung noch zurückhaltend“, so Rapp-Frick.

Skepsis nicht angebracht

„Trotz einiger Unwägbarkeiten ist bei gut laufenden, aber schwieriger werden Geschäften Skepsis nicht angebracht“, sagte der SIHK-Hauptgeschäftsführer bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Umfrage bei 219 Unternehmen mit über 36.600 Beschäftigten. Das Geschäftsklima erreicht mit 123 von maximal 200 Punkten zwar nicht das Spitzenniveau vom Vorjahr (127), zeigt sich aber gegenüber dem Einbruch auf 103 Punkte im Spätsommer 2014 deutlich erholt.

Bis auf die stabile, aber flacher verlaufende Beschäftigungsentwicklung weisen alle Indikatoren (Lage, Erwartung, Umsätze, Exporte und Investitionen) positive Salden im Urteil der befragten Unternehmen aus. Seit dem Spätsommer 2014 ist die Stimmung insbesondere in der Industrie und im Handel gestiegen, aber auch Bau und Dienstleister spüren eine deutliche Klimaverbesserung.

Geschäftslage und Erwartungen verbessert

Sowohl die Geschäftslage, als auch die Erwartungen der Unternehmen haben sich erfreulicherweise verbessert. Fast wieder jeder zweite Befragte bezeichnet seine Geschäftslage als gut, und jeder Vierte rechnet mit einer weiteren Verbesserung in den kommenden zwölf Monaten.

Die positive konjunkturelle Entwicklung zeigt sich auch in gestiegenen In- und Auslandsumsätzen sowie in einer erhöhten Produktionsauslastung, die allerdings in den Erträgen der Unternehmen keinen Niederschlag finden, da diese trotz sinkender Rohstoffkosten im harten Preiswettbewerb erneut unter Druck geraten sind.

Deutschland weiter Wachstumsmotor

Die Weltwirtschaft bleibt 2015 durch eine wieder erstarkte US-Wirtschaft und günstige Ölpreise auf Wachstumskurs. Mit einem wider Erwarten am Ende erfreulichen Wachstum von 1,5 Prozent im Jahr 2014 und einer Prognose von jeweils über einem Prozent für 2015/2016 schiebt Deutschland – wenn auch mit geringerem Wachstum sowie „deflationären Tendenzen“ – weiterhin Europas Konjunktur an. Es bleibt abzuwarten, so Rapp-Frick, in wie weit das Aufkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) und die damit gewollte „Euro-Flutung“ der Kapitalmärkte zur Verhinderung einer Deflation beiträgt und zu einer Belebung der Konjunktur in den mediterranen Ländern führt oder die für den Euro verhängnisvolle Staatsverschuldung weiter befeuert.

Risiken und Unsicherheiten bleiben

Den Wirtschaftsverantwortlichen und Konsumenten in der Region fehlt es angesichts schwebender Unsicherheiten und latenter Risiken, zu denen u.a. die Staatsverschuldung und Eurokrise, der Russland-Ukraine-Konflikt und weitere globale Krisenherde, der Ölpreisverfall, aber auch Mindestlohn, Mietpreisbremse, Rentenpolitik und internationale Währungsturbulenzen zählen, an Vertrauen und Übersicht.

Die größten Gefahren für den Aufschwung sehen die Unternehmen derzeit in den unzureichenden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (56 Prozent), einbrechenden Umsätzen (42), steigenden Arbeits-, Energie- und Rohstoffkosten (41) sowie in einem zunehmenden Fachkräftemangel (30).

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