Lüdenscheid. Das Lüdenscheider Unternehmen Strack Norma GmbH & Co. KG war Ziel der jüngsten Sitzung der von der SIHK und dem Lüdenscheider Institut für Umformtechnik gemeinsam betreuten Erfahrungsaustauschgruppe Press-, Zieh- und Stanzwerkzeuge. Ludger Müller, Leiter Technik/Entwicklung im Hause Strack Norma, begrüßte die Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der Unternehmensgruppe Strack, die ihren Ursprung in den Werksvertretungen des Firmengründers Friedrich Strack in den 20er Jahren hat. Zum ursprünglichen Lieferprogramm zählten Werkzeugmaschinen namhafter Hersteller sowie Säulengestelle. Im Jahre 1959 wurde das Lieferprogramm um die Aufnahme von Normalien für Spritz- und Druckgießwerkzeuge erweitert. Das heutige Produktportfolio umfasst mehr als 170.000 Artikel.

Referent Ludger Müller, Leiter Technik/Entwicklung,  Strack Norma GmbH & Co. KG. Foto: Claus Hegewaldt
Referent Ludger Müller, Leiter Technik/Entwicklung,
Strack Norma GmbH & Co. KG. Foto: Claus Hegewaldt

In seinem Vortrag zum Thema „Werkzeugbau im Wandel“ informierte Müller die Anwesenden über Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes von neuen Materialien und Technologien speziell im Automotivebereich auf den modernen Werkzeugbau. Diese Entwicklungen werden neben den allgemeinen Trends insbesondere durch die fortschreitende Globalisierung, Produktausdehnungen bei den Herstellern wie auch durch Emissionsvorgaben der EU getrieben. Am Beispiel von zwei großen Automobilherstellern erläuterte Müller die unterschiedlichen Anforderungen, die an einen Normalienhersteller gestellt werden. Bei dem einen stehen hohe Stückzahlen, lange Werkzeuglaufzeiten und ein modulares Produktbaukastensystem im Vordergrund. Dies bildet die Basis für eine Vielzahl von Fahrzeugmodellen innerhalb des Konzerns und ermöglicht Synergien zwischen den verschiedenen Segmenten und Marken. Bei dem anderen liegt der Schwerpunkt auf einer hohen Produktvielfalt. Durch ein neues Werkzeugfertigungskonzept konnten schnellere Werkzeugdurchlaufzeiten realisiert werden. Gleichzeitig ist man zudem bestrebt möglichst viele gleiche Bauteile einzusetzen, um Werkzeugkosten zu reduzieren. Für den vermehrten Einsatz hochfester Bleche, Reduzierung von Arbeitsstufen und neuen Fertigungskonzepten wurde von STRACK ein eigens auf diese Problematik abgestimmtes standardisiertes Schieberkonzept entwickelt.

Die neuen Materialien und Technologien, unter anderem zur Gewichtseinsparung im Automobilbau durch Leichtbau mit carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), stellen somit den Werkzeugbau vor immer neue Herausforderungen. Die Werkzeuge für solche Anwendungen sind anders aufgebaut als die bekannten im Formenbau oder für die Verarbeitung von Blechen. Nur in enger Kooperation zwischen Kunden und Normalienlieferant lassen sich hier, so Müller, Lösungen erarbeiten, die für beide Seiten als „win-win-Situation“ die Zukunft sichern.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmer bei einem Betriebsrundgang noch die Möglichkeit, sich intensiver zu informieren und Erfahrungen mit dem Referenten sowie auch untereinander auszutauschen.

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