Session in Karolina´s Kunst&Musik Café mit Melina Fuhrmann, Christian Breddermann und Benedikt Czylwik. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Am Freitagabend fand im Karolina´s eine Session mit drei jungen Musikern statt. Melina Fuhrmann (Gitarre und Gesang), Christian Breddermann (Cajon und Gesang) und Benedikt Czylwik (Klavier, Keybords und Gesang) spielten das erste Mal in dieser Konstellation vor Publikum. Das ganze nicht als Konzert sondern als lockeres Konzept, das von Anfang an das Publikum mit einbezog.

Das Publikum im Visier

Klavierspielen kannn er besser als viele Alte: Ben, erst 17 Jahre alt, aber schon ein echter Profi.
Klavierspielen kannn er besser als viele Alte: Ben, erst 17 Jahre alt, aber schon ein echter Profi.

Ungewöhnlich für viele Gäste. So sah man im gut besuchten Karolina´s erst einmal eher Unglauben in den Gesichter der anwesenden Zuschauer. Doch die drei jungen Musiker hatten von Anfang an ihr Publikum genau im Visier. Sie spielten nur zwei Lieder ganz alleine, dann wurde das Publikum bereits zum mitmachen aufgefordert. Es durften Songs gewünscht werden und selbst, wenn niemand sie so ganz richtig beherrschte, wurden sie gespielt und von allen gemeinsam gesungen. Das ganze sehr kreativ und eigenwillig unterstützt von Klavier, Cajon und Gitarre. Es gab dabei Songs, bei denen gab man in der Mitte auf und war sich einig, dass das nichts werden kann und dann wieder Stücke, die von Melina, Christian und Bene und auch dem anwesenden Publikum mit Bravour und Spaß gemeistert wurden. Das Publikum hatte nach kurzer Zeit seine anfängliche Scheu verloren und brachte sich richtig ein.

Christian Breddermann und Melina Fuhrmann. Die beiden haben es drauf!
Christian Breddermann und Melina Fuhrmann. Die beiden haben es drauf!

Die Besetzung auf der improvisierten Bühne wechselte dabei ständig. Mal waren fünf oder sechs Sänger an den Mikrofonen, dann wieder sangen Melina oder Christian mit ihren schönen Stimmen abwechselnd ein Solo. Das ganze dynamisch, unabgesprochen und in einer fast familiären Atmosphäre.

Ein schönes Konzept

Ein schönes Konzept, dass die Trennung zwischen konsumierendem Publikum und konsumiertem Künstler fast völlig aufhebt und ein inneres Bedürfnis zu erfüllen scheint. Vielleicht ein neuer Trend in dieser Zeit. Sicher, es ist auch begeisternd, sich einfach eine gute Band anzuhören, dafür Eintritt zu zahlen und nach diversen Zugaben wieder nach Hause zu gehen. Was man aber durchaus bemerken kann, wenn man in dieser Stadt häufiger in den Clubs und Kneipen unterwegs ist: Egal, ob man im Karolina´s seinen Abend verbringt, beim „Open Stage“ im Lönneberga, im STOCK beim Breakfastclub, im Panoptikum oder in Graf´s Galerie – die Menschen sind oft zufriedener und haben mehr Spaß, wenn sie sich selbst mit einbringen dürfen. Wenn sie mitsingen, mit klatschen, vielleicht mal ein Stück mitspielen oder eine Runde ganz spontan mittanzen können.

Um einmal Max Jalaly zu zitieren, der mit seinem Kontrabass ein bekannter Musiker in Lüdenscheid ist: „In jede Bar, Kneipe oder Café gehört eigentlich ein Klavier, eine Gitarre, etwas, was dazu anregt, selbst etwas zu schaffen, einfach zu musizieren, Gemeinschaft zu haben und kreativ zu sein. Weg von dem ewigen konsumieren aus der „Dose“ hin zu aktiver, lebendiger Live-Musik, die dem Augenblick geschuldet ist und alle teilhaben lässt, die Spaß dran haben.“

Wunderschöne Melina.
Wunderschöne Melina.

Eine neue Art der Kreativität? Oder die Rückbesinnung auf eine ganz alte, war es doch vor zwei Generationen noch gang und gäbe, dass man sich abends in großer Runde traf und dann gemeinsam sang und spielte.

Vielleicht kommt genau das jetzt gerade wieder, das Bedürfnis, seine Zeit gemeinsam zu verbringen, sinnvoll, nicht allein zu Hause vor dem Fernseher oder einsam vor dem Computerspiel. Dafür in einem eher familiären Rahmen und mit dem Gefühl, dass man unter Freunden ist.

Singen, tanzen, mitmachen. Das macht gute Laune.
Singen, tanzen, mitmachen. Das macht gute Laune.

Man braucht sich nicht zu verstellen, niemand lacht, wenn mal was daneben geht. Man darf seine Gefühle zeigen, kann mitmachen, sich selbst einbringen. Ein schöner Gedanke. Im Karolina´s und vielen anderen Lüdenscheider Kneipen schon beinahe verankert. Da beginnt etwas Neues, etwas, dem es sich lohnt, nachzugehen. Wer Lust hat, bei der nächsten Session mit Melina, Christian, Bene und allen, die einfach mitmachen möchten, dabei zu sein: Am 13.3. sind die drei wieder am Start. Ab ca. 20 Uhr in Karolina´s Kunst&Musik Café an der Werdohler Straße.

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