Norderney
In diesem Jahr gab es mit 41 Teilnehmern eine Rekordbeteiligung beim Ehemaligen-Treffen auf Norderney. Foto: M. Volkmann/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Einmal im Jahr treffen sich die ehemaligen Kinder-Kurkinder im heutigen Schullandheim des Märkischen Kreises auf der Nordseeinsel Norderney. In diesem Jahr gab es mit 41 Männern und Frauen einen Teilnahmerekord.



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



„Ich wollte erst gar nicht mit“, erinnert sich Fritz Ovelgönner aus Iserlohn. „Auf eine Insel, da kann man doch nur den ganzen Tag im Kreis herumlaufen“, dachte er sich. Von der Idee seiner Ehefrau Anneliese, zum „Ehemaligen-Treffen“ ins Schullandheim des Märkischen Kreises auf die Nordseeinsel Norderney zu reisen, hielt Fritz Ovelgönner im Jahr 2007 nicht viel. „Als wir dann mit der Fähre anlegten und die Hochhäuser sahen, wähnte ich mich in meinem Urteil bestätigt.“

Treffen gehört zum Jahreskalender

Das ist für den Rentner von der Grüner Talstraße in Iserlohn längst Geschichte. Inzwischen ist er ein Freund der Insel und des Schullandheims. „17 Mal sind wir seitdem dort gewesen – mit verschiedensten Gruppen.“ Das Ehemaligen-Treffen gehört längst in den Jahreskalender der Ovelgönners. Selbstverständlich waren sie auch dieses Mal wieder dabei, als sich diejenigen, die als Kinder im Kinderkurheim des damaligen Kreises Iserlohn aufgepäppelt worden waren, die gesunde Nordsee-Luft um die Nase wehen ließen.

Ehemalige Kindergärtnerin erstmals dabei

Norderney
Sie wurden im ehemaligen Kinderkurheim wieder aufgepäppelt. Foto: Archiv/Märkischer Kreis

41 Männer und Frauen trafen sich bei der jüngsten Begegnung im Haus an der Luciusstraße auf Norderney. „So viele waren es noch nie. Es werden immer mehr. Das Treffen spricht sich rum“, freut sich Fritz Ovelgönner. Mit 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmern lag der Herkunftsort Iserlohn wieder weit vorne. Es folgten die Gäste aus Hemer, Nachrodt-Wiblingwerde, Schwerte und Altena. Sechs wohnen jetzt nicht mehr im Märkischen Kreis. Eine Hamburgerin, gebürtig aus Iserlohn-Oestrich, konnte dieses Mal leider nicht dabei sein. Dafür konnte erstmals eine ehemalige Kindergärtnerin, die in den 50er Jahren ihren Dienst im damaligen Kinderkurheim Iserlohn versehen hat, neu in der Runde begrüßt werden.

Die Ehemaligen treffen sich nicht nur, um in Erinnerungen zu schwelgen. „Wir machen alles das, was man auf so einer Insel eben macht“, verrät Fritz Ovelgönner. Sie wandern, fahren mit dem Rad, besuchen Kino und Theater, das Familien-Thalassobad. Sie lassen es sich einfach gut gehen.

Früher Kurkind, heute Chronist

Einem der ehemaligen Kurkinder aus Schwerte-Ergste hat es die Insel und das Schullandheim ganz besonders angetan. Der Heimatfreund, der namentlich nicht genannt werden möchte, arbeitet an einer Chronik des Hauses. Er war selbst in den 50er Jahren zur Kur auf der Nordseeinsel. 2013 nahm der passionierte Heimatforscher erstmals am Ehemaligen-Treffen teil. Sein Heimatort Ergste gehörte damals zum Altkreis Iserlohn. Was heute kaum noch jemand weiß: Schon 1906 war das heutige Schullandheim, das offenbar in den 1880er Jahren erbaut worden war, „Militär-Kuranstalt“. 1913 war es eine Pension oder ein Hotel, 1920 kaufte es der damalige Kreis Iserlohn für 100.000 Papiermark. Am 23. April 1921 wurde das Kinderheim des Kreises Iserlohn eröffnet. Um seine Unterlagen zu vervollständigen, recherchiert der Ergster regelmäßig im Kreisarchiv des Märkischen Kreises in Altena sowie im Stadtarchiv in Iserlohn.

Für die meisten „Ehemaligen“ steht fest: „Wenn wir gesund bleiben, sehen wir uns hoffentlich im nächsten Jahr alle wieder auf der Insel.“

Die Jungen mussten vor die Höhensonne. Foto: Archiv/Märkischer Kreis
Die Jungen mussten vor die Höhensonne. Foto: Archiv/Märkischer Kreis

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here