Turnen im damaligen Realgymnasium Altena. Foto: Kreisarchiv Märkischer Kreis

Märkischer Kreis/Altena. (pmk). Dass Geschichte und die „Urkatstrophe des 20. Jahrhunderts“ nicht allein auf den Schlachtfeldern in Flandern und Frankreich stattfand, sondern auch vor der eigenen Haustür, fanden zehn Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Burggymnasiums Altena heraus. Ihr Thema: 100 Jahre Erster Weltkrieg.

Unter Leitung ihres Lehrers Thomas Siebert und unterstützt von Kreisarchivar Ulrich Biroth durchforstete die Projektgruppe monatelang Berge von Akten, Fotos, Büchern und alten Zeitungen im Kreisarchiv des Märkischen Kreises. „Die aus heutiger Sicht verstörende Kriegspropaganda drang bis in die Klassenzimmer vor“, weiß Biroth, Macher der Ausstellung „Lieb Vaterlang magst ruhig sein. Der Erste Weltkrieg im heutigen Märkischen Kreis“. Sie ist noch bis zum 31. August im Kreishaus an der Bismarckstraße in Altena zu sehen.

Ulrich Biroth: „Kurz nach der Mobilmachung gab es die ersten Zusatzschulbücher mit Rechenaufgaben, die sich mit militärischen Einheiten, Waffen usw. befassen. Diktate und Aufsätze handelten von der deutschen U-Boot-Flotte oder dem Kriegsverlauf, und auch in Abiturklausuren des Realgymnasiums Altena hielt der Krieg bald Einzug.“

Kein Wunder also, dass die heutigen Burggymnasiasten für ihre Projektarbeiten deshalb mehr über die Auswirkungen von Kriegspropaganda in Schul- und Kinderbüchern oder dem Militarismus im Unterricht und Schulalltag herausfinden wollten. Ein weiteres Thema sind Gedenktafeln und Kriegerdenkmäler – unter anderem in Mühlendorf, Nachrodt-Wiblingwerde und Dahle – sowie deren Instrumentalisierung durch die Nationalsozialisten nach 1933.

Die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten präsentieren die zehn Nachwuchshistoriker am Mittwoch, 17. September, um 19.00 Uhr, in der Burg Holtzbrinck in Altena. In Kooperation mit der VHS Lennetal ist die Veranstaltung Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung „‚Lieb Vaterland magst ruhig sein. Der Erste Weltkrieg im heutigen Märkischen Kreis“. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter Telefon 02352/966-7055 und im Internet unter www.maerkischer-kreis.de.

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