Meinerzhagen. 1765 war Meinerzhagen ein Ort mit 703 Einwohnern. Dennoch verlieh der preußische König Friedrich II. dem Ort an der Volme die Stadtrechte. Im Mai 1765 gab der „Alte Fritz“, wie der Preußenkönig auch genannt wurde, dem Drängen von 40 Meinerzhagener Bürgern nach und erteilte dem Volmeort die Generalakzise und damit die Stadtrechte. „Das war ein Meilenstein in der Ortsgeschichte.“ So schätzte Bürgermeister Jan Nesselrath bei der Feier zum 250. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte diesen Schritt ein.

Wieder Umbrüche in der Stadtentwicklung

Damals wie heute seien es engagierte Bürger gewesen, die sich für die Ortsentwicklung stark machten und damit ihrer Heimat ein Gesicht verliehen, sagte der Bürgermeister beim Festakt in der Stadthalle. Dass der 250. Jahrestag in eine Zeit falle, in der Meinerzhagen wieder vor entscheidenden Umbrüchen in der Stadtentwicklung stehe, sei für ihn ein „gutes Zeichen“, betonte Jan Nesselrath.

Aufschwung kam erst später

Meinerzhagen nahm zwar ab 1765 zunächst nicht den Aufschwung, den sich insbesondere die Kaufleute erhofft hatten. Er stellte sich später mit dem Bau der Straße durch das Volmetal (B 54) und den Bau der Bahnlinie ein.

Der aus Meinerzhagen stammende Historiker Dr. Oliver Schulz beleuchtete in seinem Festvortrag die Zeit vor über 250 Jahren und insbesondere das angespannte Verhältnis zwischen den Städten und dem sogenannten „platten Land“, auf dem der freie Handel verboten war. Das preußische System der Akzise habe den Handel praktisch auf die Städte beschränkt. Auf dem Land durften nur Hausierer ihre Waren anbieten.

Zu dieser Zeit besaßen lediglich Lüdenscheid und Breckerfeld die Stadtrechte, eine schwierige Situation für die Menschen im heutigen südlichen Märkischen Kreis. Das und die besondere Grenzlage hätten die Befürworter der Generalakzise als Argument ins Feld geführt. Mit Erfolg. König Friedrich setze seine Unterschrift und ein „guth“ unter das entsprechende Dokument.

1964 erneut den Titel „Stadt“ erhalten

Die MBM-Band der Musikschule Volmetal setzte unter der Leitung von Harald Eller den musikalischen Schlusspunkt unter den Festakt in der Stadthalle.
Die MBM-Band der Musikschule Volmetal setzte unter der Leitung von Harald Eller den musikalischen Schlusspunkt unter den Festakt in der Stadthalle.

Meinerzhagen, so Dr. Oliver Schulz, führte die Bezeichnung Stadt weiter, nachdem Kierspe und Rönsahl ein eigenes Amt gegründet hatten. „Ein undurchsichtiger und schwieriger Fall“, so der Historiker. Erst am 19. September 1964 erhielt Meinerzhagen erneut offiziell den Titel Stadt.

Schüler der Musikschule Volmetal übernahmen beim Festakt den musikalischen Brückenschlag. Ein Trio (Blockflöte, Querflöte und Klavier) spielte mit der Triosonate in e-Moll von Johann Joachim Quantz Musik aus der Zeit des Preußenkönigs. Die MBM-Band unter der Leitung von Harald Eller setzte mit drei Popsongs den Schlusspunkt.

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