Der Schnullerbaum erleichtert den Abschied vom Nuckeln, Foto: Märkischer Kreis

Lüdenscheid. (pmk). Um die Eltern von zwei- bis sechsjährigen „Nuckel-Kindern“ zu unterstützen, startet der Zahnärztliche Dienst des Märkischen Kreises in diesem Jahr wieder die Aktion „Schnullerbaum“. Jungen und Mädchen, die das Nuckeln aufgeben wollen, haben die Möglichkeit, ihren Schnuller gegen ein kleines Geschenk und eine Urkunde an den „Schnullerbaum“ zu hängen. Dieses Ritual erleichtert den Kindern den Abschied vom Schnuller und macht es zu einem besonderen Ereignis. Der Schnullerbaum steht für die Kinder, jeweils von 14 bis 17 Uhr, am 5. Mai im Lüdenscheider Kreishaus, Heedfelder Straße 45, und am 7. Mai im Iserlohner Kreishaus, Friedrichstraße 70 bereit.

Der Saugreflex ist dem Menschen angeboren. Für die Nahrungsaufnahme des Neugeborenen ist er sogar lebensnotwendig. Oft wird beobachtet, dass Kinder bereits im Mutterleib an ihrem Daumen nuckeln. So dient das Nuckeln auch nach der Geburt nicht nur der Nahrungsaufnahme – der Schnuller tröstet, beruhigt, entspannt und gibt Sicherheit. „Gegen den Gebrauch des Schnullers ist, anders als gegen den von Nuckel-Fläschchen mit gesüßtem Inhalt, bis zum ersten, maximal zweiten Geburtstag nichts einzuwenden. Wird der Schnuller jedoch darüber hinaus benutzt, drohen Zahn- und Kieferfehlstellungen. Die Folgen können kieferorthopädische Behandlungen, Aussprachefehler oder Zungenfunktionsstörungen sein“, erklärt Frau Dr. Kötter-Jelitte vom Zahnärztlichen Dienst des Märkischen Kreises.

Nach Ansicht von Psychologen ist das einfache Wegnehmen des Schnullers nicht zu empfehlen. Das Kind würde dadurch verunsichert und sich bestraft fühlen. Nicht selten ergreift das Kind Maßnahmen, die sich noch ungünstiger auswirken – es nuckelt am Daumen. Die Abgewöhnung des Daumenlutschens ist regenmäßig noch schwieriger als der Verzicht auf den Schnuller.
Sinnvoll ist einzig der Nuckelstopp in Kooperation mit dem Kind. Es muss den Schnuller freiwillig aufgeben. die Zeremonie des Schnulleraufhängens am Schnullerbaum ist bedeutsam, damit der Entschluss nicht halbherzig gefasst wird. Der Aufwand unterstreicht für die Kinder die Wichtigkeit und Endgültigkeit der Entscheidung.

Die Aktion wird unterstützt vom Arbeitskreis Zahngesundheit im Märkischen Kreis. Hier sind neben den Vertretern der Zahnärztekammer auch die Krankenkassen engagiert.

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