Sehr geehrter Herr Parnemann,

gestatten Sie mir bezüglich Ihres Berichtes „Breitbandinternet als
Standortfaktor“ auf guten-tach.de einen ergänzenden Kommentar.

Zunächst ist es begrüßenswert das NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin den Weg nach Lüdenscheid gefunden hat, um über den Breitbandausbau zu diskutieren. Noch erfreulicher war es, als Pirat zu hören wie vehement der Minister für die Netzneutralität plädierte. Einer Position die Piraten seit langem vertreten. Denn nur damit sind die geforderten regionalen Lösungen möglich. Für Unternehmen
wie z.B. der Telemarkt aber auch anderen in der Region ist es elementare Geschäftsgrundlage.

EU lehnt Plattformneutralität ab

Leider weht der Wind auf Ebene des Bundes oder Europas in eine andere Richtung. Die EU Kommission, vertreten durch Günther Öttinger, lehnt genau diese Plattformneutralität ab. Die Bevorzugung einiger weniger großer Unternehmen scheint hier klare Marschroute zu sein. Für diese Unternehmen sind Ballungsgebiete zweifelsohne lukrativer als ein Investment in der Fläche. Die Frage, ob es in der Region zügig und mit Regional angepassten Lösungen zu einem Breitbandausbau kommt, wird damit nicht zuletzt in Brüssel entschieden.

Zuwachsraten im Datenverkehr Anlass zur Sorge

Wenn auf der Veranstaltung hervorgehoben wurde, das das Datenvolumen um rund 20% im Jahr wächst, ist das weniger ein Zeichen von Dynamik sondern Anlass zur Sorge. In Westeuropa liegen die Zuwachsraten derzeit bei 40% im Jahr d.h. alle 2,5
Jahre verdoppelt sich die Datenmenge. Dass Deutschland und besonders die heimische Region hier das Nachsehen hat, liegt nicht zuletzt an der unzureichenden Anbindung von Unternehmen und Haushalten.
Modernen Glasfaseranschlüsse (FTTH) spielen in Deutschland, wie auch in der Veranstaltung zu hören war, keine Rolle.  Sie sind aber die einzige Möglichkeit den wachsenden Datenvolumen begegnen zu können. Gleichzeitig können damit größere Entfernungen mit hohen Leistungen überbrückt werden. Genau das, was bei
Kupferkabeln aus technischen Gründen nicht möglich ist, ist bei uns im Märkischen Kreis aber unumgänglich um Gewerbegebiete anzuschließen.

Zukunft vieler Unternehmen entscheidet sich in den nächsten 12 bis 18 Monaten

Der Kreis hat daher bereits 2013 mit der Beteiligung an der Telekommunikation Südwestfalen ein klares Signal gesetzt.  Einer richtigen Entscheidung was ich deutlich unterstreichen möchte. Ob die hier gesetzten Zeithorizonte, zum Ausbau einer schnellen breitbandigen Internetversorgung allerdings ausreichend sind,
muss aus heutiger Sicht bezweifelt werden. Auch bei Bau der Leitungen muss massiv aufs Tempo gedrückt werden.

Ohne dramatisieren zu wollen, wird die Zukunft vieler Unternehmen in der Region in den nächsten 12 bis 18 Monaten entschieden. Die Digitalisierung schreitet mit Riesenschritten voran. Unternehmen, die das Tempo nicht mitgehen können, da ein Infrastruktur aus der Kaiserzeit dies verhindert, werden verschwinden oder dazu gezwungen die Region zu verlassen.
Beides wenig verlockende Aussichten.

Stefan Handzik

Kreistagsabgeordneter
des Kreistages des Märkischen Kreises

Hinweis der Redaktion

Sie wollen uns Ihren Leserbrief zukommen lassen? Gerne. Bitte senden Sie uns dafür eine E-Mail an redaktion@guten-tach.de. Gerne auch mit einem Bild im Querformat mit mindestens 800 Pixeln Breite. Bei Zuschriften mit Bild weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die Quelle des Bildes genannt werden muss und Sie müssen zur Verwendung des Bildes (Nutzungsrechte) berechtigt sein. Ohne Quelle werden wir das Bild ggf. nicht veröffentlichen. Wir weisen darauf hin, dass jeder Leserbrief lediglich die Meinung des Verfassers wiedergibt. Wir behalten uns das Recht auf Kürzungen vor. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here