Straßen.NRW unterhält einen Fuhrpark von rund 700 Räum- und Streufahrzeugen. Foto: Straßen.NRW

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Das Tief „Egon“ brachte Schnee, aber keine Mengen, die nicht zu bewältigen gewesen wären. Auf der A45 zwischen Drolshagen und Schwerte sowie auf der A46 zwischen Hagen und Hemer sorgten die Männer der Lüdenscheider Niederlassung der Autobahnstraßenmeisterei für freie Fahrt.

Sie zählen zu den rund 1.900 Straßenwärterinnen und Straßenwärtern bei Straßen.NRW, die gehen in den 29 Autobahn- und 51 Straßenmeistereien Jahr für Jahr im Schichtbetrieb an ihre Grenzen gehen, um die rund 20.000 Kilometer Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten.

Spätestens ab November beginnt bei Straßen.NRW die Wintersaison. Dann sind die beiden Winterdienstzentralen in Hamm und Krefeld wieder rund um die Uhr besetzt. Hier finden einige Daten und Fakten zur aktuellen Saison und zu langjährigen Erfahrungswerten.

Grundlagen für die Winterdienst-Einsätze

  • Autobahnen sollen 24 Stunden täglich, wichtige Straßen für den überörtlichen Verkehr von 6 bis 22 Uhr befahrbar sein. So sieht es das bundesweit gültige „Anforderungsniveau Winterdienst“ vor.
  • Befahrbarkeit schließt ein, dass mit Behinderungen bzw. stellenweise auch mit einer geschlossenen Schneedecke auf den Straßen gerechnet werden muss.
  • Eine Garantie oder gar ein Recht auf geräumte und rutschsichere Fahrbahnen gibt es nicht. Im Bundesfernstraßengesetz heißt es dazu: „Die Träger der Straßenbaulast sollen nach besten Kräften … die Bundesfernstraßen bei Schnee und Eisglätte räumen und streuen.“
  • Bei der Planung der Winterdienstrouten müssen Prioritäten und zeitliche Vorgaben berücksichtig werden. Stark frequentierte Straßen und besondere Gefahrenpunkte, wie gefährliche Steigungs- oder Gefällestrecken oder durch Verwehungen gefährdete Abschnitte haben Vorrang im Winterdienst.
  • Auch die Umleitungsstrecken für Autobahnen (Bundes- und Landesstraßen) haben eine hohe Priorität.

Winterdienststrecken von Straßen.NRW

  • Autobahnen: 2.220 Kilometer. Das bedeutet für den Winterdienst rund 4500 Kilometer Streu- und Räumstrecke, wenn man beide Fahrtrichtungen berücksichtigt. Hinzu kommen Anschlussstellen, Autobahnkreuze und -dreiecke
  • Bundesstraßen: rund 3.480 Kilometer (freie Strecke)
  • Landesstraßen: rund 9.640 Kilometer (freie Strecke)
  • Kreisstraßen: rund 1.000 Kilometer

    In Lüdenscheid steht eine der 220 Salzhallen des Landesbetriebes. Foto: Wolfgang Teipel
    In Lüdenscheid steht eine der 220 Salzhallen des Landesbetriebes. Foto: Wolfgang Teipel

Eingelagertes Salz: 130.000 Tonnen in den 220 Salzhallen der 80 Meistereien des Landesbetriebes und 75.000 Tonnen Reserve in zwei Zentrallagern (Rheinberg, Saerbeck)

Winterdienstzentralen: Standorte in Hamm und Krefeld. Die Zentralen sind spätestens ab November rund um die Uhr besetzt.

Einsatzfahrzeuge: rund 700 Streu- und Räumfahrzeuge, unter anderem 28 Fahrzeuge mit Flüssigstreuer. Sie „streuen“ bei Präventiveinsätzen auf Autobahnen in Wasser aufgelöstes Streusalz.

Technische Ausrüstung: unter anderem 220 Straßenwetterstationen an Autobahnen und 60 entsprechende an Bundesstraßen für die Straßenzustandsüberwachung

Hauptwinterdienstmonate (langjährig): Januar und Februar

Wissenswertes zu Eis und Glätte

  • Blitzeis (meteorologisch „Glatteis“): Entsteht, wenn Regen auf gefrorenen Boden oder unterkühlter Regen (unter 0 Grad Celsius) auf den Boden fällt. Hierdurch entsteht eine sehr homogene und glatte Eisschicht.
  • Glatteis: Homogene Eisschicht, die durch Eisregen (Temperatur der Regentropfen unter null Grad Celsius) oder durch Regen auf eine unterkühlte Verkehrsfläche entsteht.
  • Reifglätte: Entsteht durch Gefrieren von Luftfeuchtigkeit auf der Verkehrsfläche. Häufiges Problem auf Brücken, wenn deren Fahrbahnoberflächen in der Nacht gegenüber der Luft unterkühlen und deren Temperatur unter null Grad Celsius fällt.
  • Schneeglätte: Entsteht durch das Festfahren oder Festtreten einer am Boden vorhandenen Schneedecke
  • Hagelschauer: Treten häufiger in Übergangszeiten oder im Sommer bei Gewitter auf. Da diese räumlich begrenzt und teilweise mit großen Niederschlagsmengen auftreten, sind sie eine große Gefahr für den Verkehrsteilnehmer.

Streusalzverbrauch Saison 2015/16: rund 80.000 Tonnen

Durchschnittlicher Streusalzverbrauch (letzte 22 Jahre): 139.000 Tonnen pro Wintersaison

Kosten Saison 2015/16: circa 23 Millionen Euro

Durchschnittliche langjährige Kosten (bezogen auf aktuelle Preise): rund 35 Millionen Euro

 

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1 KOMMENTAR

  1. Ist ja wieder mal typisch von 6-22 Uhr befahrbar, das können auch nur Bürokraten beschlossen haben. Normale Arbeitnehmer müssen un 6 Uhr in der Firma sein!

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