Praktische Arbeit im Schleiper Hammer. Manche der Flüchtlinge hatten schon Erfahrung in Metallverarbeitung. Foto: Rüdiger Kahlke

Kierspe. „Na, da ist ein Profi am Werk.“ Karl-Heinz Kraus hat einen Blick dafür, wer mit Hammer und Amboss umgehen kann. Kraus und seine Kollegen vom Heimatverein Kierspe hatten Flüchtlinge aus Kierspe zu Gast im Schleiper Hammer.

Einblick in die Bakelit-Verarbeitung gab es auch. Foto: Rüdiger Kahlke
Einblick in die Bakelit-Verarbeitung gab es auch.
Foto: Rüdiger Kahlke

Für einen Nachmittag hatten der Heimatverein die Esse angeheizt, Maschinen in Gang gesetzt und die Bakelit-Pressen in Betrieb genommen. Sie wollten den Flüchtlingen zeigen, „wie die Industriealisierung der Region begonnen hat“, so Fritz Schmid, der die Flüchtlinge mit betreut. Er hat festgestellt, dass sich die Flüchtlinge für die Technologie mit den alten Maschinen interessieren.“ Und wo ginge das besser als in dem Industriedenkmal im Schleipe-Tal?

Grundkenntisse vorhanden

Die Flüchtlinge, die aus asiatischen Ländern, aus Marokko, Guinea und Ascherbeidschan kommen, konnten selbst aktiv werden, Haken schmieden oder Becher aus Bakelit pressen. „Interessant. Man kann viel lernen“, freute sich Eltac, der aus Aserbeidschan kommt. Vor allem endlich praktisch etwas machen zu können, gefiel dem jungen Mann gut. „Selber arbeiten“, freute sich auch Beilo aus Guinea über die Abwechslung. „Bei manchen“, so Kraus, der gerade einen glühenden Stahlstift weiterreicht, „sieht man, dass sie schon mal in der Richtung etwas gemacht haben.“

Ziel: Vermittlung in Praktika

„Wir wollen die teilnehmen lassen, an dem, was unsere Welt ist“, begründet Karin

Mitglieder des Heimtvereins führten die Maschinen in dem Industriedenkmal vor Foto: Rüdiger Kahlke
Mitglieder des Heimtvereins führten die Maschinen in dem Industriedenkmal vor
Foto: Rüdiger Kahlke

Schmid-Essing, die den Flüchtlingen Deutschunterricht gibt, die Exkursion. „Viele würden gerne arbeiten. „Einge haben auch schon in Metallbetrieben gearbeitet“, bestätigt sie Eindrücke der Schmiede-Experten des Heimatvereins. Es geht aber nicht nur darum, Abwechslung zu bieten oder bei der Exkursion auch neue Sprachfelder zu erschließen. “Wir wollen als nächstes in Betriebe gehen und sehen, wie heute gearbeitet wird“, schildert Karin Schmid-Essing die nächsten Schritte vor. Ziel soll es aber sein, „sie in Praktika zu kriegen“.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here