Ab Sommer sollen draisinen auf der Bahnstrecke zwischen Halver und Oberbrügge fahren.

Halver. Statt Schienentaxi jetzt ein neues Freizeitangebot. – Auf der Schleifkottenbahn zwischen Oberbrügge und Halver sollen ab Sommer Draisinen fahren. Damit erfährt die alte Bahnstrecke eine neue Nutzung.

Intensive Gespräche, „viel erreicht“. Das war das Fazit von Stefan Heinrich, Geschäftsführer der Schleifkottenbahn in Halver, nach Verhandlungen mit Axel Pötsch, neuer Anteilseigner der Schleifkottenbahn. Pötsch, Betreiber von verschiedenen Draisinenstrecken, ist zudem seit April neben Heinrich auch Geschäftsführer des Bahnunternehmens. Beide haben ihr Konzept inzwischen der Stadt vorgestellt. Bürgermeister Dr. Bernd Eicker hatte einen Radweg zwischen Halver und Oberbrügge favorisiert – als Anbindung an den geplanten Volme-Radweg. Klar war auf jeden Fall: die alte Bahntrasse sollte als „Infrastrukturband“ erhalten werden, nachdem sich Pläne für das Schienentaxi nicht realisieren ließen.

Touristisches Angebot schon im Sommer

Die Schienenfahrräder werden speziell für die Steigungsstrecke im Volmetal umgerüstet. Foto: Rüdiger Kahlke
Die Schienenfahrräder werden speziell für die Steigungsstrecke im Volmetal umgerüstet.
Foto: Rüdiger Kahlke

Kontakte zwischen Axel Pötsch und dem Halveraner Bahnunternehmen bestehen schon länger. Auch die Steigerung Oberbrügge und Halver sei kein Problem, hatte Pötsch schon früher klar gemacht. Die Draisinen würden wie Fahrräder für das Gelände angepasst. Zur Gesellschafterversammlung im Mai will der Brandenburger Unternehmer die Schienen-Fahrräder für Testläufe mitbringen. Probefahrten für Publikum sollten, so Heinrich, zum autofreien Sonntag am 21. Juni möglich sein. Noch in diesem Sommer wolle man das neue touristische Angebot vorhalten.

Abenteuer im Volmetal

An den Wochenenden bietet die Schleifkottenbahn damit Abenteuerurlaub im Volmetal. Übernachten können Gäste im Schlafwagen auf dem Bahnhof Oberbrügge. 16 Plätze stehen dafür zur Verfügung. Vorerst ein Provisorium, räumt Heinrich ein. Das Angebot solle aber ausgebaut werden. Durch die neue Nutzung der Anlagen kann die Schleifkottenbahn endlich Einnahmen generieren, die sie zum Erhalt der Strecke verwenden kann. „Alles ganz erfreulich“, bilanziert Stefan Heinrich, nachdem Ende 2014 Ex-Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Kugel noch befürchtet hatte, dass dem Bahnunternehmen die Insolvenz drohe.

Radweg weiterhin Option

Laut Stefan Heinrich strebt die Schleifkottenbahn zudem an, zumindest zwischen Halver und dem Freibad Herpine, auch einen Radweg einzurichten – neben den Schienen. Damit könnten auch Halveraner schnell ins Freibad gelangen. Eine kombinierte Nutzung der Trasse als Draisinenstrecke und Radweg hatte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker schon früher als nicht machbar angesehen.

 

Info:

  • Die Strecke zwischen Oberbrügge und Halver ist ca. sechs Kilometer lang.
  • Geplant ist, mit den Draisinen am Bahnhof in Oberbrügge zu starten. Zuerst geht es bergauf, um dann entspannt zum Startort zurück zu fahren.
  • Der Schlafwagen in Oberbrügge soll für Übernachtungen ehrgerichtet werden.
  • Neben Draisinenfahrten am Wochenende oder auf Bestellung sollen auch Begleitangebote, etwa für Vereins- oder Betriebsausflüge zusammengestellt werden.
  • Ziel ist es, durch eine Nutzung der Bahnstrecke auch die Trasse dauerhaft zu erhalten.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT