Symboldbild. Foto: Fotolia.com © Igor Mojzes

Lüdenscheid. Der Bildungserfolg ist von der sozialen Herkunft abhängig. Welchen Schulabschluss Kinder erreichen und welche Chancen sie damit haben, hängt aber auch vom Wohnort ab. Das ist ein Ergebnis des neuen Chancenspiegels, den die Bertelsmann-Stiftung jetzt vorgelegt hat. Der Märkische Kreis schneidet dabei nicht gut ab.

„Seit dem Pisa-Schock hat sich in Deutschlands Schulen eine Menge verbessert: weniger Jugendliche ohne Schulabschluss, mehr Abiturienten, Aufstieg bei internationalen Leistungsvergleichen. Die größte Baustelle aber bleibt die Chancengerechtigkeit. Benachteiligte Kinder vermag Schule nicht ausreichend zu fördern.“, heißt es im Fazit der Bertelsmann-Stiftung.

Die Schlaglichter

Grafik: Der Chancen-Spiegel, Bertelsmann-Stiftung
Grafik: Der Chancen-Spiegel, Bertelsmann-Stiftung

Die Chancengerechtigkeit in den deutschen Schulsystemen macht zwar stetige, aber nur langsame Fortschritte. Weniger Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss, und der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten steigt. Der Bildungserfolg jedoch ist nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängig. Neuntklässler aus höheren Sozialschichten haben in Mathematik bis zu zwei Jahre Vorsprung vor ihren Klassenkameraden aus bildungsferneren Familien.

Landesweit etwa gehört der Märkische Kreis in der Kategorie „Zertifikatsvergabe“ mit dem Kreis und den Städten des Ruhrgebiets zu den Schlusslichtern. Hier liegt der Anteil der Schüler mit Abitur unter dem Landesdurchschnitt und der Anteil der Hauptschüler ohne Abschluss über den Mittelwert.

Auch beim Anteil der Schüler, die im Sekundarbereich eine Klasse wiederholen müssen, gehört der Märkische Kreis zu den Schlusslichtern. Ebenfalls hinten liegt der Kreis beim Anteil der Fünftklässler, die nach der Grundschule aufs Gymnasium wechseln.

Die Konsequenzen

Bemängelt wird in der Studie auch der insgesamt langsame Ausbau von Ganztagsangeboten. „Der insgesamt langsame Ausbau deckt bei weitem nicht die Nachfrage der Eltern nach Ganztagsplätzen, die bei 70 Prozent liegt. Im gebundenen Ganztag – also in Schulklassen, die über den gesamten Tag gemeinsam als Klassenverband unterrichtet werden – lernen lediglich 14,4 Prozent der Schüler. Genau diese Ganztagsform, so die Bildungsforschung, bietet jedoch gute Rahmenbedingungen, alle Schüler individuell optimal zu fördern.“, heißt es dazu in der Zusammenfassung des Chancen-Spiegels der Bertelsmannstiftung.

Der gebundene Ganztag könne potentiell am ehesten die Nachteile derjenigen Kinder ausgleichen, die in ihren Familien nur geringe Unterstützung erfahren.

Die Studie

Der Chancenspiegel analysiert jährlich, wie gerecht und leistungsstark das jeweilige Schulsystem der Bundesländer ist. Bildungsforscher vergleichen dafür die Durchlässigkeit der Schulsysteme sowie die Möglichkeiten der Schüler, sich gut ins Schulsystem zu integrieren, fachliche Kompetenzen zu entwickeln und gute Abschlüsse zu erhalten. Neu und im Ausmaß überraschend ist, dass Bildungschancen auch innerhalb der einzelnen Bundesländer regional höchst ungleich verteilt sind.

  • Mehr Infos zu den Ergebnissen des Bildungsberichts:
  • www.chancen-spiegel.de/ergebnisse-der-laender/nordrhein-westfalen.html

 

 

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