Stellen Ärzte ihre ersten Diagnosen bald per Telemedizin?

Märkischer Kreis. Der heimische Landtagsabgeordnete Michael Scheffler setzt sich für ein digitales Telenotarztsystem in den ländlichen Gebieten in Südwestfalen ein. Dies machte er jetzt auch in einem Schreiben an die Landräte der Kreise in Südwestfalen deutlich.

Lange Wartezeiten keine Seltenheit

Scheffler erläuterte: „Angesichts des eklatanten Ärztemangels auf dem Land und steigender Einsatzzahlen für Notärzte sehe ich die Politik in der Pflicht, Lösungen anzubieten. Eine Studie der AOK hat ganz aktuell gezeigt, dass es zwar genügend Ärzte insgesamt gibt, diese aber ungünstig verteilt sind. So ist im ländlichen Raum eine schnelle notärztliche Versorgung teilweise nicht mehr gewährleistet und Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde keine Seltenheit. Für Notsituationen muss also bald eine Alternative gefunden werden.

Hilfestellung via Bildschirm

Der Iserlohner SPD-Landtagsabgeordnete macht sich für ein Telenotarzt-System in Südwestfalen stark. Foto nrwspd
Der Iserlohner SPD-Landtagsabgeordnete macht sich für ein Telenotarzt-System in Südwestfalen stark. Foto nrwspd

Eine praktikable Möglichkeit, die notärztliche Versorgung zu sichern, stellt die Telemedizin dar. Ist der Rettungsdienst vor Ort, der Notarzt aber noch nicht, kann der Telenotarzt eingreifen und den Rettungsassistenten sofortige Hilfestellungen via Bildschirm anbieten. Die neue Technik ermöglicht entscheidenden Zeitgewinn. Das System erlaubt eine unmittelbare, sichere und zuverlässige Telekonsultation eines Notfallmediziners im Rettungseinsatz.

Die Live-Übertragung von Vitalparametern, Sprache und Bildmaterial von der Einsatzstelle gestattet dem Telenotarzt sich ein exaktes Bild des Patienten zu machen, um die Rettungskräfte vor Ort durch ärztliche Beratung, Hilfe bei der Diagnose und die rechtsichere Delegation therapeutischer Maßnahmen zu unterstützen.“

Stadt Aachen gutes Beispiel

Scheffler regt an, ein Telenotarztsystem auch in Südwestfalen einzurichten. Als gutes Beispiel nennt er die Stadt Aachen. Als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen hat Aachen seit 2014 in einem vom Land geförderten Forschungsprojekt den „Telemedizinischen Rettungsassistenzen“ in der Notfallversorgung im Rettungsdienst erprobt. Das innovative System des Telenotarzt-Dienstes (TNA-D) hat sich in der Notfallversorgung der Uni-Klinik in Aachen mittlerweile erfolgreich bewährt.

Erste Evaluationen zeigen, der Einsatz des Telenotarztes im Rettungsdienst ist so vielversprechend, dass die Krankenkassen als Kostenträger die Einführung dieses Systems in den Regelrettungsdienst der Stadt Aachen unterstützt haben. Inzwischen hat die Stadt Aachen das Konzept Telenotarzt-Dienst (TNA-D) als ein umfassendes telemedizinisches Rettungsassistenzsystem im Regelrettungsdienst erfolgreich etabliert.

 

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